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Politik: Soziales & Bildung

Märkischer Kreis: Bildung bleibt auf der Strecke

Trotz Pisa-Studie – Endgültiges AUS für den Bücherbus

Der Kulturausschuss des Märkischen Kreises beschloss im März 2006 den bei vielen Lesern beliebten Bücherbus abzuschaffen. Durch die Abschaffung der Fahr-Bücherei können pro Jahr rund 250.000 € eingespart werden. Dagegen bildete sich die Initiative „Rettet den Bücherbus“

Ausgegangen war alles von einem Antrag der FDP, das „Produkt Bücherbus“ nicht mehr weiterzuführen und den Medienbestand auf die Büchereien des Kreises zu verteilen. Hierdurch entstand eine teilweise recht hitzige Diskussion. Fraktionschef Axel Hoffmann sagte dazu: „In jeder Kommune des Kreises gibt es Büchereien, so dass das Angebot für den Bürger durch den Wegfall des Bücherbusses nicht eingeschränkt wird.“ Die CDU unterstützte das Anliegen. Allein SPD und UWG waren dagegen. Immerhin hatte der Bücherbus rund 11.000 Besucher mit um die 70.000 Ausleihen im Jahr. Es war ein Bildungsauftrag, an dem auch noch 3,5 Arbeitsplätze hingen.

Dass der Bücherbus viele Freunde, Befürworter und Nutzer hatte konnte man schnell durch die Gründung der Bürgerinitiative „Rettet den Bücherbus“ (http://www.buerge...ren-mk.de/) sehen. Die enorm stark engagierten Mitglieder argumentierten auch damit, das rund zwei Drittel der Bücherbusnutzer Kinder seien. Angesichts des relativ schlechten Abschneidens der Deutschen bei der PISA-Studie sei es unverantwortlich dieses Angebot einzustellen, zumal viele Kinder, die den Bücherbus nutzten, einfach viel zu weit weg von öffentlichen Büchereien wohnten.

Die Abschaffung des Bürgerbusses wurde am 23. März 2006 vom Märkischen Kreis beschlossen. Daraufhin formierte sich das Bürgerbegehren und am 21. Juni 2006 wurde dies mit einer Unterschriftenliste, die mehr als 27.000 Unterschriften enthielt, dem Kreis eingereicht. Dieser erklärte das Bürgerbegehren nach juristischer Prüfung am 21. September 2006 für unzulässig. Daraufhin klagte die Bürgerinitiative. Doch das Verwaltungsgericht Arnsberg weist mit Urteil vom 24. August 2007 die Klage ab und erklärt das Bürgerbegehren für unzulässig.

Nach eingehender Beratung stellte die Bürgerinitiative mit finanzieller Unterstützung der Gewerkschaft ver.di beim Oberverwaltungsgericht Münster einen Antrag auf Zulassung der Berufung. Doch allen Erwartungen der aufgebrachten Bürger zum Trotz entschied das OVG Münster am 22. Januar 2008 zu Gunsten des Kreises und stellte sich somit hinter die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes in Arnsberg.

Dies ist nunmehr das endgültige AUS für den Bücherbus und damit, so die Meinung der Bürger, auch für die Bildung unserer Kinder. Ob bei solchen Fehlentscheidungen der Politiker die nächste PISA-Studie für uns Deutsche besser ausfallen wird, darf dann doch stark bezweifelt werden…

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Schlüsselwörter: Halver | Märkischer Kreis | Bildung | Fahrbücherei | Bürgerbegehren | Bücherbus
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Kommentare

OZ24
am 21.02.2008 17:09:03 (77.184.203.xxx) Link Kommentar melden
Schon traurig wie auf Kosten der Bildung Geld gespart wird. Geld sparen ist richtig, aber nicht so meine Herren Komunalpolitiker!

Und noch trauriger finde ich, dass Ihr Bürgerbegehren für unzulässig erklärt wurde!
Duke
am 29.02.2008 19:47:27 (78.49.88.xxx) Link Kommentar melden
Welches Bürgerbegehren war schon zulässig?

Manchmal laufen in der Republik komische Sachen ab.
Es formieren sich Bürger, bilden eine sinnvolle Initative und dann war es einfach unzulässig.
Rene Thurow
am 01.03.2008 14:37:38 (77.184.28.xxx) Link Kommentar melden
@ Duke

Wir haben es geschafft hier kann man es nachlesen!
Duke
am 01.03.2008 20:00:36 (78.55.167.xxx) Link Kommentar melden
Hallo,

Danke für den Link!

Einen habe ich auch!
http://www.platsc...ricks.html

In einem anderen Fall wurde über Nacht eine denkmalgeschützte Industriehalle platt gemacht, um darauf ein Einkaufscenter zu setzen.
So etwas möge einmal der Bürger machen.

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