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Politik: Deutschland

Abschließende Beratung im Bundestag über Abstammungstests

Zukünftig sollen Abstammungstests wesentlich leichter als bisher, von Vätern, Müttern oder Kindern, durchsetzbar werden. Im Bundestag findet heute zu dem entsprechenden Gesetzentwurf die abschließende Beratung statt. Der Entwurf sieht vor, dass der rechtliche Vater, die Kindesmutter und das Kind einen Anspruch auf einen Gentest haben und alle Betroffenen eine Genprobe zur Verfügung stellen müssen. Sollte einer der Beteiligten dem widersprechen, kann ein Gericht auf Antrag die Zustimmung ersetzen.

Weiterhin verboten sind heimliche Gentests

Sollte das Gesetz in der jetzt vorliegenden Form verabschiedet werden, können alle Männer die einen Zweifel an der Vaterschaft haben, einen Gentest zur Überprüfung erwirken, vorausgesetzt das das Wohl des Kindes durch den Test nicht gefährdet ist. Ist das Kind schwer erkrankt oder in einer Notlage, so der Gesetzentwurf, muss mit dem Gentest abgewartet werden.

Das vorliegende Gesetz ist das Ergebnis einer Umsetzung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das in einer Entscheidung die einfachere Überprüfung der Vaterschaft gefordert hatte. Heimliche Vaterschaftstests bleiben weiterhin verboten, da diese die informationelle Selbstbestimmung des Kindes verletzen und dieses Recht höher einzustufen ist, als die Klarheit des Vaters über die Abstammung des Kindes.

Das neue gerichtliche Verfahren soll eine Statusklage sein. Bisher konnten die Männer nur, wenn ein begründeter Anfangsverdacht über die Abstammung des Kindes bestand und die Mutter des Kindes im Vorfeld einem Test nicht zugestimmt hatte, im Wege einer Anfechtungsklage die Vaterschaft klären lassen. Ein begründeter Anfangsverdacht ergab sich aber nicht aus dem Umstand fehlender Ähnlichkeit und somit hatten Väter es schwer einen solchen Prozess anzustreben, da viele Klagen, wegen eines ungenügend begründeten Anfangsverdachtes, im Vorfeld von deutschen Gerichten abgewiesen wurden. Selbst wenn die Klage eines Vaters vor Gericht zugelassen wurde, konnten Mutter und Kind einen Gentest verweigern.

Die neue Regelung ist eine wesentliche Erleichterung für Väter, die wahren Abstammungsverhältnisse klären zu können, doch ob es immer sinnvoll ist diesen Test zu erzwingen, muss jeder Mann für sich entscheiden. Man(n) denke hier nur an das Szenario eines erzwungenen Gentests, in dem die Vaterschaft bestätigt wird und durch diesen Test jegliches Vertrauen in einer Beziehung zerstört wird und darunter leidet und zerbricht.

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Schlüsselwörter: Vaterschaft | Gentest | Abstammung | Mutter | Kind | Vater. Anstammungstest
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Kommentare

OZ24
am 22.02.2008 08:51:51 (77.184.202.xxx) Link Kommentar melden
Update: Der Bundestag hat das Gesetz am Donnerstag den 21.02.2008 beschlossen.

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