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Medien: Buch

Wer hat den Pharao geklaut?

Der etwas andere Reisebericht

Spannendes Buch.
Spannendes Buch.
Der Buchtitel, „Wer hat den Pharao geklaut?“, macht zweifellos neugierig. Man könnte dieses Erstlingswerk von Frank Grondkowski (* 1963 in Berlin) auf den ersten Blick vom Titel her glatt für einen Kriminalroman halten. Doch weit gefehlt. Es handelt sich hier, wie auch der Untertitel verrät, um einen Reisebericht – allerdings um einen etwas anderen Reisebericht als man es vielleicht von einer Reisebeschreibung gewohnt ist.

Von dem deutschen Dichter Matthias Claudius (* 15.08.1740, † 21.01.1815) stammt der (leicht veränderte) Spruch „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ (Original: „Wenn Jemand eine Reise thut, So kann er was erzählen; Drum nahm ich meinen Stock und Hut Und thät das Reisen wählen.“ - Matthias Claudius: „Urians Reise um die Welt“. Aus: „ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen“, 4. Teil. Wandsbek, 1774. S. 113.)

Der Autor, Frank Grondkowski, ist stark an der Geschichte Ägyptens interessiert und hat sich in der einschlägigen Literatur und im Internet darüber informiert. Doch irgendetwas stimmt da nicht. Immer wieder widersprüchliche Angaben, wie beispielsweise zum Bau der Pyramiden, veranlassten ihn schließlich selbst nach Ägypten zu reisen um sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Was er dabei erlebte und in Erfahrung bringen konnte, hat er, frei nach dem Sinnspruch, der sich aus dem Gedicht von Matthias Claudius entwickelte, in seinem Buch veröffentlicht.

Es handelt sich dabei um einen interessanten und teilweise auch recht spannenden Reisebericht, der fast in Form eines Romans flüssig und nie kurzweilig zu lesen ist. Das es überhaupt dazu kam ist auch diesem Dr. M. zu verdanken, der ein wichtiger Bestandteil seiner Vorortrecherchen war, ihn nahezu ständig begleitete und auch im Buch immer präsent ist. Dr. M., ein gut gebauter ägyptischer Taxifahrer, sprach in perfektem Deutsch Frank Grondkowski bereits unmittelbar nach seiner Ankunft in Kairo auf dem Flughafen an. Normalerweise verursacht so etwas bei einem gesunden Menschenverstand eine eher skeptische und ablehnende Haltung: Da will einer mal wieder Geschäfte mit den Touristen machen und sie abzocken…

Schließlich willigte der Autor ein und ließ sich von Dr. M. zum Hotel bringen. Für den nächsten Vormittag wurde ein Treffen vereinbart. Noch ahnte der Autor nicht, dass sich hieraus eine Freundschaft entwickeln würde, die ihm auch bei seinen Recherchen von großem Nutzen sein würde. Dr. M., der eigentlich Mohammed hieß und keinen Doktortitel besaß, hatte in Münster Germanistik studiert und wurde auf Grund seiner Bildung in Ägypten von seinen Freunden so genannt.

Sphinx und Chefren-Pyramide.
Sphinx und Chefren-Pyramide.
In seinem ganz persönlichen Stil beschreibt Frank Grondkowski seine Erlebnisse und Entdeckungstouren in Ägypten – auf der Suche nach Antworten auf seine offenen Fragen. Und beim Lesen merkt auch der Ägypten unkundige Leser, dass es hier wohl deutlich mehr offene Fragen als Antworten gibt. Zudem vermittelt das Buch durchaus erste und umfassende Einblicke in die Kultur und Architektur des alten Ägypten. Man spürt beim Lesen manchmal durchaus auch eine hintergründige Ironie, die fast satirisch wirkt wenn es um die Widersprüche geht, die es allein in der Ägyptologie zum Bau der großen Pyramiden gibt.

Und immer wieder stellt sich eine Frage: „Wer hat den Pharao geklaut?“ – Die Pyramiden, vermeintlich gigantische Grabbauten der Pharaonen (wie es offiziell heißt), waren leer. Wo sind sie geblieben, die Pharaonen, die in ihnen begraben sein sollten? Waren es doch keine Grabbauten? Aber was sind sie dann?

Während ich heute Nachmittag (17.12.2010) im Wohnzimmer saß und im Buch las „surfte“ meine Frau durch die Fernsehprogramme. Plötzlich wurde ich hellhörig. Auf N24 lief gerade ein Filmbeitrag über Ägypten, die Pyramiden, die Sphinx… Zufall? Und auch hier wurde wieder über die ungelösten Fragen zur alten ägyptischen Hochkultur gesprochen, hingewiesen auf geheime Kammern – so auch unter der Tatze der Sphinx – die zwar seit vielen Jahren bekannt aber immer noch ungeöffnet und somit unerforscht sind. Und genau darüber hatte ich doch gerade in dem Buch gelesen.

Wenn man sie vergleicht, die so genannten und teils widersprüchlichen „Forschungsergebnisse“, die Ungereimtheiten feststellt und das Buch von Frank Grondkowski gelesen hat, dann kann es ganz gut sein, dass es einen packt und man sich selbst vor Ort das alles einmal anschauen möchte, denn die tatsächliche Monumentalität der archäologischen Stätten können Bilder kaum vermitteln. Und: Glauben ist gut, wissen ist besser. Doch werden wir irgendwann die Antworten auf die letzten Geheimnisse tatsächlich wissen?

Frank Grondkowski: „Wer hat den Pharao geklaut? – Der etwas andere Reisebericht“. 104 S. m. zahlr. Abb., Taschenbuch/Broschur, Individuell Verlag, Rüdersdorf bei Berlin, September 2009, ISBN: 978-3-935552-34-9, Preis: 11,90 €. Lieferbar über den örtlichen Buchhandel.

  1. Fotolegende: Beim Lesen des Buches. Foto: Axel Ertelt.
  2. Fotolegende: Die Sphinx vor der Chefren-Pyramide in Gizeh. Foto: Inessa Podushko/pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Frank Grondkowski | Reisebericht | Ägypten | Pyramiden | Rätsel
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Kommentare

357
am 18.12.2010 15:36:14 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Das macht mich neugierig, ich werde mir das Buch mal ansehen.
Doch werden wir irgendwann die Antworten auf die letzten Geheimnisse tatsächlich wissen?
Zumindest treibt uns das immer wieder neu an, es wissen zu wollen! Smile

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