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Sonstiges: Verschiedenes

Fjordpferde 3.Teil

Die Erziehung und das Training des Jungpferdes

Das Fjordpferd ist, wie gesagt, stärker, ökonomischer und dauerhafter als alle anderen Pferderassen, vorausgesetzt natürlich, dass es eine gute Aufzucht hatte. Es darf auch als Jungpferd nie überbelastet werden und muss gut gepflegt werden.

Ponyrassen sind im allgemeinen später ausgewachsen als Warmblutpferde. Damals war das Fjordpferd wegen der kargen Aufzucht noch später entwickelt als jetzt. Aber auch heute soll das Fjordpferd nicht voll belastet werden, bevor es vierjährig ist. Richtig ausgewachsen ist ein Fjordpferd jedoch erst mit fünf bis sechs Jahren.

Es ist verboten ein zweijähriges Fjordpferd zu reiten. Leider gibt es immer noch Besitzer, die glauben, dass die Größe eines Tieres ein Indiz für seine Stärke ist. Aber selbst ein großes, zweijähriges Fjordpferd ist nicht stark genug, um bereits geritten zu werden.

Ein Fjordpferd kann ohne weiteres 25 Jahre alt werden, oft auch älter. Das aber bedingt, dass das Skelett sich richtig entwickeln kann, bevor das Pferd belastet wird. Die größte Auszeichnung, die ein Pferdebesitzer oder Züchter erhalten kann, ist die, dass seine Pferde alt werden. Zeigt es doch, dass er die Pferde gut gepflegt und vernünftig gebraucht hat.

Ein Jungpferd soll man aber nicht einfach bis es vierjährig ist im Stall stehen lassen. Das Pferd muss viel lernen, je einfacher ist es das Pferd in den späteren Jahren zu händeln. Wenn man früh anfängt und die Arbeit ruhig ausführt, ist das für beide das beste, nicht nur im Hinblick auf das spätere Reiten.

Schon als Fohlen kann das Tier etwas vom Alltag lernen, und viele Dinge sind einem Fohlen einfacher beizubringen als einem großen, starken Jungpferd.

Als erstes muss das Fohlen lernen, angebunden zu sein. Am Anfang bindet man das Fohlen nur mit der Mutter zusammen, zum Beispiel beim Putzen an. Auf diese Weise wird sich das Fohlen langsam daran gewöhnen. Wenn die Mutter dabei ruhig bleibt, ist für das Fohlen alles in Ordnung. Auch an der Hand geführt zu werden, ist ebenfalls etwas, das dem Fohlen einfacher mit der Mutter zusammen beigebracht wird. Das Fohlen muss auch lernen, dass man die Hufe reinigt und auskratzt, weil auch das später, wenn also das Pferd älter ist, Probleme geben kann.

Beim Anbinden muss man die ersten Male gut aufpassen, dass nichts passiert. Es ist immer vernünftig, das Fohlen an einem dünnen Strick, der mit einem Panikhaken, der sich auf Zug selbst öffnet, versehen seien sollte, anzubinden. Ein perfekt sitzendes, weich abgepolstertes, Halfter sollte ebenfalls zur Grundausstattung gehören.

In der Erziehung und im Training von Jungpferden ist die Trense die größte Umstellung. Wir erwarten viel von dem jungen Pferd. Um es vereinfacht zu beschreiben, wir stecken ein Stück Eisen in das Maul des Pferdes, und zwar genauso, dass das Pferd es nicht loswerden kann, und erwarten dann auch, dass das Pferd dies akzeptiert und sich damit dirigieren lässt. Darum ist es ratsam, das Pferd erst daran zu gewöhnen, und nicht gleichzeitig mit Satteln und Reiten.

Am einfachsten gewöhnt man das Jungpferd an die Trense, indem man es stets an der Trense führt, wenn man es auf die Weide bringt oder zurück in den Stall. Das Jungpferd ist dann nur für kurze Zeit gezäumt und das Pferd verbindet die Trense mit einem positiven Erlebnis.

Junge Pferde können, ohne Schaden zu nehmen, im Alter von zwei Jahren leicht eingefahren werden. Das junge Tier darf natürlich nicht hart arbeiten, kann aber in ebenem Gelände problemlos eine leichte Kutsche ziehen. Man kann im Stall bei der Futteraufnahme, dem Pferd das Geschirr anzulegen und es dann einige Zeit, natürlich unter Aufsicht, stehen lassen. Das wird ein paar Tage wiederholt. Dann kann man das Jungpferd anfangen auf dem Reitplatz das Geschirr anzulegen. Bei diesen ersten Versuchen sollten immer zwei Personen anwesend sein. Sie sollten auch Erfahrung mit dem Einfahren junger Pferde haben.

Da mein Artikel keine Anleitung für die verschiedenen Ausbildungsschritte beinhalten soll, sondern nur vermitteln soll, was ein Jungpferd lernen kann, verzichte ich auf eine detaillierte Beschreibung.

Es sei nur gesagt, ein Pferd, das früh und sachgerecht eingefahren wird, wird es nie verlernen und ist ein zuverlässiger Kamerad, auch in dieser Disziplin.

Wenn das Jungpferd während der gesamten Wachstumsphase die gestellten Aufgaben ohne Probleme gelöst hat, sollte es sich auch problemlos an den Sattel gewöhnen. Man kann ebenfalls mit zwei bis drei Jahren anfangen; mit dem bereits an das Geschirr gewöhnte Pferd, dürfte es dann mit dem Sattel keine Schwierigkeiten geben.

Man legt den Sattel vorsichtig auf, die Gurte werden dabei nur ganz wenig angezogen. Danach bleibt man mit dem Pferd stehen und lässt es über das Geschehende nachdenken. Dann kann man das Pferd ein wenig an der Hand führen, damit es sich an den Sattel in der Bewegung gewöhnt.

Wie bei allen Ausbildungsschritten, der beste Weg einem Pferd etwas zu vermitteln ist immer, das Pferd an den unbekannten Gegenständen ausgiebig schnüffeln zu lassen und ihm Zeit zur Exploration zu gewähren.

Viel Aufregung wird ebenfalls vermieden, wenn man dem Pferd gut zuredet, in einem ruhigen Ton, das gibt Sicherheit. Und natürlich, was ganz wichtig ist, Loben.

Wie man sieht, ein Jungpferd kann währen der Wachstumsphase viel lernen. Junge Pferde sind aufnahmebereit und neugierig. Ein junges Pferd, mit dem man in der Wachstumsphase korrekt gearbeitet hat, macht bei den weiteren Schritten keinerlei Probleme.

Wichtig ist, wir gehen in der weiteren Ausbildung des Pferdes sehr behutsam vor, mit viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen.

Liebe und Geduld, gepaart mit dem Sachverstand des Besitzers/Ausbilders, machen aus dem Rohdiamanten einen fantastisch funkelnden Edelstein.

Damit die Augen des Pferdes leuchten, sollten wir alles daran setzen ihm einen glücklichen Start in diese neue Welt zu vermitteln.

Als du geboren wurdest, fielen dicke Tropfen vom Himmel. Doch es war kein Regen, es war der Himmel, der weinte. Aus Kummer. Weil er seinen schönsten Stern verloren hatte.

Als du starbst, vielen erneut dicke Tropfen vom Himmel. Doch es war auch diesmal kein Regen. Der Himmel weinte. Aus Freude. Weil er seinen schönsten Stern zurückbekommen hatte. *Verfasser unbekannt

Bilderquelle: Tinypic

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Schlüsselwörter: Fjordpferd | Jungpferd | Training
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Kommentare

Royal Flush
am 13.12.2010 12:13:52 (92.230.248.xxx) Link Kommentar melden
Das dürfte ja über Pferde hinaus für jedes Lebewesen gelten, zu dem der Mensch eine Beziehung aufbaut. - Außerdem ist es auch der Kern der Kindererziehung.


Erst einmal vielen Dank für dein positives Feedback.

Natürlich gilt das für jedes Lebewesen, egal um welches Tier es sich handelt.

Und natürlich profitieren auch Kinder davon.
Sie bekommen den Weg in die Zukunft gewiesen.

Alles was lebt, was also ein Herz hat, hat auch Verstand,
Diesen gilt es zu erweitern.
Ein Leben lang.

Etwas zu vermitteln und zu bemerken, dass das andere Geschöpf es aufnimmt, ist der schönste Lohn.


Wertvoll und unbezahlbar.

Wink
Royal Flush
am 13.12.2010 13:24:18 (92.230.248.xxx) Link Kommentar melden
Ich habe hier mal ein Video rausgesucht.
Es zeigt uns wie vertrauensvoll diese Tiere, obwohl sie eine andere Sprache sprechen als wir, sind.

YouTube Video


Die Pferde werden niemals unsere Sprache erlernen, dennoch ist es keine Zauberei mit ihnen zu kommunizieren.
Denn wir sind in der Lage die Sprache der Pferde zu verstehen.
Versetzen wir uns in sie hinein, hören auf ihre Botschaften und wir können mit ihnen kommunizieren, auf eine ganz spezielle Art, ohne viel Worte, sie werden uns verstehen.

Pferde sind lautlos.
Ihre Art der Kommunikation ist einzigartig.
Royal Flush
am 13.12.2010 19:44:16 (92.230.248.xxx) Link Kommentar melden
Um mit Pferden zu kommunizieren bedarf es eigentlich keine Worte.
Pferde sind ja Augentiere, sie signalisieren jede kleinste Bewegung, sei es in ihrer Unwelt, sei es beim Menschen.
Ihre Umwelt beobachten sie sehr genau, ihre Ohren spielen dabei ununterbrochen.
Sie nehmen auch Gerüche sehr gut auf und können sogar riechen wenn ein Mensch unsicher ist oder Angst hat.

Doch Angst und Unsicherheit schafft kein Vertrauen zu dem Fluchttier Pferd.

Der Mensch sollte eine Führungsposition übernehmen. Das gibt dem Pferd das Gefühl der Sicherheit.
Souveränität ist das A und O im Umgang mit Pferden, eigentlich mit jedem Tier.


Die Pferdekommunikation ist ein sehr breitgefächertes Thema.
Sie ist verblüffend einfach und sehr vielversprechend.
Die Pferde lernen ohne Stress und prägen sich das Erlernte leichter ein, weil es eben in ihrer “Sprache” vermittelt wird.

Ich werde versuchen einen Artikel darüber zu schreiben.
Vermutlich auch in mehreren Teilen.
Denn wenn ein Fohlen geboren wird, da fängt die Kommunikation schon an. In dem Moment wo es dich das erste Mal erblickt.

Aber erst möchte ich meine Fjordpferde Reihe vollenden.

Wink

Bei "Bauer sucht Frau" fand ich damals den kleinen Hubert, diesen Agrarbauern so abartig...Grin
Royal Flush
am 13.12.2010 19:55:02 (92.230.248.xxx) Link Kommentar melden
Ach so eins möchte ich doch schon mal "verraten"
Wink

Die Schulterpartie ist bei Pferden ein magischer Punkt.

Möchtest du ein Pferd z. B. von der Koppel holen, dann schau es niemals direkt an, also niemals das Pferd fokussieren.

Das ist für das Pferd ein Zeichen von "Angriff".

Besser ist es man geht seitlich auf das Pferd zu, also Richtung Schulterpartie, der Kopf sollte dabei leicht gesengt sein, die Augen nach unten blickend.

Schultern locker hängen lassen und die Hände sollten immer geschlossen sein.

All das signalisiert dem Pferd "Du kommst in friedlicher Absicht" Willst ihm also nicht ans Leder!

Grin
Royal Flush
am 13.12.2010 19:56:58 (92.230.248.xxx) Link Kommentar melden
Gesenkt natürlich.
(sorry)
Grin
Royal Flush
am 14.12.2010 09:08:01 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
Korrekt!
Hunde wenden dann den Blick ab, sie sind unsicher, fühlen sich “angegriffen“.
Da Hunde aber keine “Fluchttiere” sind versuchen sie der vermeintlichen Konfrontation auf dieser Weise aus dem Weg zu gehen.

Ein kurzes Beispiel, der Admin möge es mir wegen leichter Off Topic verzeihen und es bitte nicht löschen.

Pass auf:
Wink

Wenn du mit einem Hund Unterordnung machst, und es kommt der Part “Sitz aus der Bewegung”.
Der Hund setzt sich aus der Bewegung heraus hin, du gehst 30 Schriutte, laut Prüfungsordnung, weiter.
Drehst dich dann um, wartest auf das Handzeichen vom Prüfungsrichter.
Dann bewegst du dich in gerader Linie wieder auf den Hund zu.

Der Hund muss aber solange in der “Sitz” Stellung verharren bis du wieder an seiner Seite bist.

Ein Hund der das ohne Druck gelernt hat wird das Herankommen in freudiger Erwartung mit einem Lob verbinden, er schaut dich direkt an.

Ein Hund der das mit Druck, also Strafe, in welcher Form auch immer gelernt hat, der wird seinen Blick von dir abwenden, er schaut zur Seite.
Er würde lieber “flüchten”, da er aber gelernt hat “Ich muss hier sitzen bleiben”, bleibt er es auch.

Den Fehler, den die meisten dann machen, weil sie die Körpersprache nicht verstehen, sie bleiben dann stehen, warten ab bis der Hund wieder geradeaus schaut.
Gewiss, das wird er auch, aber nicht lange.
Sobald man sich dann wieder zu dem Hund begeben will, wird er seinen Blick erneut abwenden.
Der Hundeführer geht dann auf den Hund zu, aber er lobt ihn nicht, weil er ja in seinen Augen einen Fehler begangen hat.

So kommt eins zum anderen, es wird experimentiert an dem Tier um es wieder in eine vernünftige Linie zu lenken.

Dabei ist es so einfach.
Man sollte dem Hund niemals mit Druck etwas vermitteln, das ist eigentlich logisch.
Um diesen Makel wieder abzustellen geht man in Schlangenlinie auf den Hund zu.
Das erregt seine Aufmerksamkeit, so nach dem Motto “Huch, was ist denn nun los, da muss ich doch mal schaun”
Dann an den Hund rantreten, ihn ordentlich loben .

So kann man, auf einfache Weise, diesen Fehler wieder ausbügeln.

Ich hatte das mal mit einer Hündin die ich zur Ausbildung bei mir hatte, es klappte wunderbar.
Der Hund hat am Ende freudig gearbeitet.

So, mal sehn, ob der Admin es stehen lässt.
Wink
349
am 14.12.2010 17:10:38 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Ein interessantes Thema, schön und nachvollziehbar beschrieben; bitte mehr davon! Wink
Royal Flush
am 14.12.2010 19:28:21 (92.230.251.xxx) Link Kommentar melden
@ Vater von Gandalf und Galahad

Auf mich haben Tiere, insbesondere Hunde und Pferde, schon von Kindesalter an, eine faszinierende Wirkung erzielt.

Damals als ich 3 Jahre alt war, das weiß ich noch genau, war ich immer richtig stolz wenn ich irgendwo reiten durfte.
Naja, es war ja kein richtiges reiten, ich wurde geführt, nur im Schritt.

Aber ich war stolz.
Hoch oben und all die Menschen da unten. Grin

Mein größter Wunsch,auch schon in diesem Alter, ein eigenes Pferd.

Diesen Wunsch habe ich mir dann als ich knapp 18 Jahre alt war erfüllt.

Ich habe es nie bereut.
Ich habe mir damals ein Fjordfohlen gekauft.
Es war die beste Entscheidung meines Lebens.
Und nun bin ich auf dieser fantastischen Rasse auch hängen geblieben.

Wink

Es sind schöne Zeiten mit den Tieren, manches Mal, wenn man Abschied nehmen muss, auch sehr, sehr traurige.

Aber der Tod gehört zum Leben.

Und wenn alles reibungslos verläuft ist es einigermaßen okay.
ich bin immer dabei wenn meine Tiere, egal ob Hund, Pferd, Meerschweinchen eingeschläfert werden.
Royal Flush
am 14.12.2010 21:20:51 (92.230.251.xxx) Link Kommentar melden
Ohne unsere treuen Begleiter wäre die Welt sehr arm. Tiere helfen unsere Seele zusammen zu halten.

Wink
Royal Flush
am 14.12.2010 21:27:26 (92.230.251.xxx) Link Kommentar melden
Natürlich, diese Art von Menschen gibt es, ich schätze sie sehr.
Wink
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