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Sonstiges: Zu Hause

Justin allein zu Haus

Dürfen Kinder eigentlich allein ans Telefon gehen?

Ein kleiner Teufel, bös und frech...
Ein kleiner Teufel, bös und frech...
Wer Kinder hat, der kennt natürlich die Gefahren, vor denen man seinen Nachwuchs schützen muss. Krabbelkinder zum Beispiel brauchen Sicherungen an Steckdosen und Sperren an den Schubladen oder ein Schutzgitter am Herd, die meisten Unfälle passieren ja bekanntlich im Haushalt. Später brauchen die lieben Kleinen Aufsicht, damit sie nicht plötzlich auf die Straße rennen, und wieder ein paar Jahre später müssen sie lernen, wie man ohne Gefahr das Internet benutzt. Bis dahin haben sie bereits – hoffentlich – gelernt, gar nicht erst an die Tür zu gehen, wenn sie mal für eine Stunde alleine sind und es klingelt. Ebenso gibt es bestimmte Regeln des sinnvollen Verhaltens im Sinne des Jugendschutzes, was das Telefonieren angeht.

Der Vater und die Mutter von Gandalf und Galahad haben da ganz einfache Regelungen. Für ausgehende Gespräche muss man einen Code eingeben, wenn man ins Ausland telefonieren möchte. Mehr ist nicht zu tun, und sowohl Gandalf als auch Galahad können ansonsten im Inland telefonieren wann sie wollen, mit wem sie wollen und wann sie wollen, die Flatrate und der Einzelverbindungs-Nachweis. Sie haben gelernt, dass man am Wochenende nicht unbedingt um acht Uhr morgens bei Freunden anruft, weil die Eltern vielleicht ausschlafen wollen. Bei eingehenden Telefonaten haben die beiden gelernt, dass sie niemals an die privaten Mobiltelefone der Eltern und an die geschäftlichen Leitungen gehen, wenn es dort klingelt, bestimmte Tabus muss es einfach geben; außerdem sind die Büroräume separat und werden von den Kindern gar nicht betreten. Es bleiben also ihre beiden eigenen Telefone und natürlich jeweils ihr eigenes Handy. Ihre Telefone an der Hausanlage im Festnetz sind so geschaltet, dass nur Anrufe mit Kennung durchgestellt werden; alle anderen Anrufer werden zunächst aufgefordert, eine PIN einzugeben, die natürlich nur bestimmte Leute erhalten haben; der Telefonprovider bietet diesen Service an.

..der Teufel will ihn kratzen...
..der Teufel will ihn kratzen...
So weit, so gut. Damit kann man schon einmal viel Unfug und Gefahr von den beiden fernhalten. Gegen die restlichen Mobber oder Stalker hilft die Telefonanlage, die natürlich alle Anrufe, ein- wie auch ausgehende, protokolliert. Mit dem läglichen und in der Regel „bekloppten“ Rest unerwünschter Anrufer kommen die beiden dann selber klar, auch sie haben schließlich das Verhalten leitende Vorbilder – wie Justin, unser kleiner Held, seinen Papa. Sie sind rhetorisch gut drauf und äußerst schlagfertig...

Wie bereits berichtet („Offen und ehrlich“) hat auch der mittlerweile – dank der onlinezeitung24.de! – inzwischen bundesweit bekannte Justin gelegentlich bereits das eine oder andere Erlebnis – manchmal auch eine Begegnung der dritten Art – am Telefon gehabt, zuletzt mit seiner Tante Gundel. Vor einigen Tagen, nachdem der Vater von Gandalf und Galahad bereits von Justins Papa jene Geschichte erzählt bekommen hatte, rief er dort an, um ein wenig zu plaudern und um dem Kleinen mal kommunikativ auf den Zahn zu fühlen. Auch dieser Dialog brachte erstaunliche Fähigkeiten des Kleinen zutage:

...dem Teufel wird es bange...
...dem Teufel wird es bange...
  • Justin: „Hallo!“
  • Vater von G & G: „Hallo!!!“
  • Justin: „ – - -“
  • Vater von G & G: „- – -“
  • Justin: „Hallo...???“
  • Vater von G & G: „Na, wie geht’s?“
  • Justin: „Gut...“
  • Vater von G & G: „Fein. Weißt Du denn, wer ich bin? Hast Du mich an der Stimme erkannt?“
  • Justin: „Klar. Du bist der Papa von Gandalf und Galahad und willst meinen Papa sprechen.“
  • Vater von G & G: „Genau. Geht das denn gerade, oder komme ich ungelegen?“
  • Justin: „Nein, Papa ist da, Moment, ich lauf mal zu ihm.“ (Man hört ihn singend und pfeifend durchs Haus laufen. Es ist ein großes Haus. Er pfeift und singt ziemlich lange.)
  • Justin: „Papa, da ist der Vater von Gandalf und Galahad am Telefon für Dich.“
  • Justins Papa, im Hintergrund redend: „Justin, Du siehst doch, dass ich gerade telefoniere!“
  • Justin: „Jaha... – Aber er will Dich gern sprechen.“
  • Justins Papa: „Das geht jetzt nicht. Sag ihm bitte, ich rufe ihn nachher zurück!“
  • Justin (verläßt wieder, offensichtlich im „Spielmodus“ und fröhlich vor sich hinsummend, den Raum, in dem sein Vater telefoniert, dann spricht er wieder am Telefon zu Vater von Gandalf und Galahad): „Du... – Papa kann gerade nicht!“

Au, au! Da schreit der Teufel sehr...
Au, au! Da schreit der Teufel sehr...
  • Vater von G & G: „Ja, ich habe alles mitgehört.“
  • Justin: „Er ruft Dich nachher zurück!“
  • Vater von G & G: „Nö!“
  • Justin: „Doch.“
  • Vater von G & G: „Nö! Ganz bestimmt nicht...!“
  • Justin: „???“
  • Vater von G & G: „Nee, weißt Du, ich muss gleich weg, deswegen kann er das gar nicht. Ich bin nachher nicht da. – Kannst Du ihm was ausrichten?“
  • Justin: „Klar!“
  • Vater von G & G: „Sagst Du ihm, daß ich ihn morgen vormittag anrufen werde?“
  • Justin: „Ja, wird gemacht!“
  • Vater von G & G: „Aber nicht vergessen!“
  • Justin: „Nö!“
  • Vater von G & G: „Sag mir bitte, was Du Deinem Papa sagen wirst...“
  • Justin: „Dass Du ihn morgen vormittag anrufst. Dass Du heute abend weg bist.“
  • Vater von G & G: „Genau. Super. Du bist ein echter Telefon-Profi!“
  • Justin: „Ja, ich weiß.“

...das sag ich meiner Großmutter!
...das sag ich meiner Großmutter!
Na ja, wir plauderten dann noch ein wenig über Schule, Justins Geigenunterricht, seine Meerschweinchen und seinen Sport, und er wiederum erkundigte sich nach Gandalf und Galahad, dann verabschiedeten wir uns höflich.

Insgesamt war das – summa summarum – eine sehr vernünftige und sozial äußerst geschmeidige Form der Kommunikation, für einen Siebenjährigen eine sehr gute Performance.

Man kann jedenfalls sicher sein, dass sich Klein-Justin – auch von einem Fremden – rhetorisch nicht über den Tisch ziehen lässt am Telefon.

Die lustigen Bilder stammen von Wilhelm Busch (Bilderbogen/Schmied und Teufel) und sind gemeinfrei; die komplette Geschichte ist – wie die herrlichen Reime Buschs – bei www.zeno.org nachzulesen.

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Schlüsselwörter: Kommunikation | Ehrlichkeit | Wahrheit | akira-ryuu | akiradrago | Rattenwürger | Sicherheit im Internet | Fremde an der Tür
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Kommentare

Kindergaertner
am 06.12.2010 10:27:17 (80.136.224.xxx) Link Kommentar melden
Das ist ja ein schöner Text, aber ich halte das für kein außergewöhnliches Kommunikationsverhalten. Das ist doch irgendwie sehr normal.
kommt123
am 06.12.2010 12:18:44 (92.230.250.xxx) Link Kommentar melden
Grin

# Vater von G & G: „Genau. Super. Du bist ein echter Telefon-Profi!“
# Justin: „Ja, ich weiß.“


Ein sehr selbstbewusster junger Mann, herrlich! Wink
266
am 07.12.2010 07:59:31 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Die Kommunikation ist für einen Grundschüler durchaus bemerkenswert. Allerdings sollte das eigentlich das Normale sein.
349
am 07.12.2010 22:29:02 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Er ist sehr selbstbewusst und trotzdem kindlich.
286
am 10.12.2010 23:09:22 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Ich beginne den kleinen Kerl zu mögen...
522
am 10.12.2010 23:19:36 (93.219.157.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 11.12.2010 12:35:35.
317
am 11.12.2010 10:16:28 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Jetzt sollte der Kleine nur noch lernen, dass man nicht einfach in ein Zimmer stürmt und drauflos quasselt Smile
349
am 11.12.2010 11:50:24 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Das war auch meine Reaktion, als mir Justins Papa die Geschichte erzählte. Anklopfen, abwarten, erst einmal sehen, was der andere macht, den man da gerade stört. Aber mit sieben Jahren braucht er eben noch gewisse erzieherische Impulse.
522
am 11.12.2010 11:58:51 (93.219.166.xxx) Link Kommentar melden
Aber mit sieben Jahren braucht er eben noch gewisse erzieherische Impulse.


GEWISSE erzieherische Impulse? Mit sieben Jahren ist man bereits erzogen - und was danach folgt, ist die typische "Umerziehung", was Eltern bis dahin verbockt haben, bügeln sie selten wieder glatt.
kommt123
am 11.12.2010 12:07:51 (92.224.99.xxx) Link Kommentar melden
Aber mit sieben Jahren braucht er eben noch gewisse erzieherische Impulse.


Er ist ja noch jung, das kommt mit der Zeit!
Wink
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