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Politik: Recht & Co.

Organspende und Hirntod (I)

Zweifel an der reinen wissenschaftlichen Lehre?

Organspende?  –  Nein, danke!
Organspende? – Nein, danke!
Eigentlich müßte die Organspende richtigerweise Organ-„Spende“ geschrieben werden, denn in den meisten Fällen handelt es sich gar nicht um eine Spende. Denn eine Spende nennt man es, wenn ein Spender im Bewußtsein der Konsequenzen seines Handelns verantwortlich einem anderen etwas dauerhaft und unentgeltlich überläßt, zu dessen Verfügung, zu dessen Nutzen.

So hat beispielsweise Dr. Frank-Walter Steinmeier seiner Frau Elke eine seiner beiden Nieren geschenkt, das war eine sehr liebevolle Spende, ein Liebesbeweis. „Unter einer Spende versteht man eine freiwillige und unentgeltliche Leistung in Form einer Geld-, Sach-, Leistungs- oder Zeitspende (Ehrenamt) für religiöse, wissenschaftliche, gemeinnützige, kulturelle oder politische Zwecke.“ – So kann man es nachlesen, bei Wikipedia zum Beispiel, dort wird auch auf den entsprechenden Beschluß des Bundesfinanzgerichtshofs vom 25. November 1987 (Aktenzeichen I R 126/85) verwiesen.

Die meisten Organspenden sind also keine Spende, sondern sie sind Organentnahmen. Die Organe werden einem „Toten“ entnommen, wobei derjenige eigentlich noch so nah wie möglich am Leben sein soll, damit die Organe nämlich noch „frisch“ sind. Der Tote hat zwar zu Lebzeiten zugestimmt, hat aber – im Gegensatz zu anderen Verträgen – keine Möglichkeit mehr, diesen zu kündigen, obwohl er dies vielleicht in der Minute seine Todes gerne würde. Dies ist nicht nur ein juristisches Problem, sondern vor allem ein ethisches, damit ein religiöses und philosophisches.

„So tot wie nötig, so lebendig wie möglich.“

Prof. Dr. päd. Franco Rest, deutscher Sterbebeistands- und Ethikforscher, kritisch zu diesem Problem

Hier beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz. Ideal wäre namlich die Entnahme von Organen beim Lebenden, was natürlich bei Herz, Lunge oder Leber (derzeit noch) nicht geht, bei einer Niere allerdings schon. Auch Haut-, Blut- oder Rückenmarks-Spenden sind durch (weiter)lebende Spender möglich. Um diesem Mißstand abzuhelfen, hat die Medizinindustrie einen wundervollen Begriff geschaffen, der so klar klingt, es aber keinesfalls ist: der sogenannte „Hirntod“.

Erinnern wir uns, was Tod vor der Erfindung dieses Begriffes war: es war das Ende des Lebens, verbunden mit einer Einstellung aller lebenswichtigen Funktionen wie Atmung, Herzschlag und Hirnfunktion, meßbar unter anderem durch Absinken der Körpertemperatur oder ein Null-Linien-EEG; den Übergang vom Leben zum Tod nennt man Sterben. Bemerkenswert ist übrigens: im deutschen Recht gibt es keine gesetzliche(!) Definition des Todes. Hier haben also Transplantationsmediziner recht flugs und ganz schlau ein Vakuum gefüllt. Die Erfindung eines unklaren Begriffes wie „Hirntod“ war eigentlich die Voraussetzung, um überhaupt eine schwungvolle und wirtschaftlich ertragreiche Transplantationsmedizin installieren zu können.

Nun kommt also allmählich heraus, daß der Begriff „Hirntod“ und vor allem die darauf gestützten Äußerungen und Entscheidungen zur Organentnahme wissenschaftlich gar nicht zu halten sind. Das jedoch könnte das schnelle Ende der Transplantationsmedizin sein. Wer also einen Organ-„Spende“-Ausweis hat – weil man dazu zwischenzeitlich ja praktisch fast genötigt wird durch sozialen Gruppendruck – sollte sich die Sache noch einmal gründlichst überlegen, solange es noch geht.

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Schlüsselwörter: Organspende | Hirntod | hirntot | Würde des Menschen | Grundgesetz
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Kommentare

Redaktion Tierschutz
am 30.11.2010 23:02:29 (90.169.168.xxx) Link Kommentar melden
Lieber Chaim,
dieses Thema ist ein sehr sehr schwerwiegendes, und noch dazu eines, bei dem es um Leben und Tod geht.
Leider ist es auch geeignet, Ängst zu schüren, indem man die Dinge, die den Menschen am meisten ängstigen, als vage Möglichkeit in den Focus stellt und dann eine "lieber nicht-Haltung" bei den Menschen bewirkt.
Ich werde dazu einen eigenen Artikel einstellen, da ich in diesem Thema eine ganz andere Meinung vertrete als du, und es wäre zu umfangreich, dies in einem Kommentar allein kundzutun.
Nur soviel:
es gibt klare, gesetzliche Regelungen zum Thema Organentnahme.
In Deutschland gibt es viel zuwenig verwertbare Organe, denn z.B. Alkoholiker (von denen es eine Menge gibt, chronisch kranke, die schon lange Medikamente einnehmen, Hepatitiskranke, Krebskranke etc., fallen aus dem Spenderraster von Hause aus raus.
Der verbleibende Rest sind Menschen, die z.B. durch einen Unfall aus dem Dasein gerissen werden.
Deren Weiterleben allenfalls einige Minuten bis max. Stunden betragen würde, wenn man die Maschinen abstellen würde.
Meine Schwester war Opfer eines Verkehrsunfalles, schwerste, irreversible Gehirnschäden, nur noch durch Apparate am Atmen gehalten.
Wir gaben ihre Organe frei, damit sie anderen Menschen das Leben retten konnten. Meinst du, das war falsch? Ich sage: nein. Es war richtig.
Man hat die Apparate abgestellt, danach erst begann die Organentnahme. Sie war definitiv gestorben, und niemand hätte sie jemals wieder zum Leben erwecken können.
Es ist falsch, wenn Menschen, die ihre Kenntnis über Organtransplantation nur aus Büchern haben, anderen Menschen die Chance auf ein Weiterleben nehmen. Kein Arzt verdient auch nur einen Euro mehr, ob er nun ein Organ verpflanzt oder der Patient auf Warteliste stirbt, ist dabei unerheblich.
Ich schreibe dir dazu einen ausfürlichen Artikel, dann können wir das Thema gern diskutieren.
Alles in allem ist einiges an deinem Artikel für sich zwar richtig, in der Summe aber trotzdem falsch.
Und das ist das Traurige daran, weil du leider die Lebensqualität in deine Überlegungen nicht einbezogen hast, die einem Komapatienten verbleibt, nicht einkalkuliert hast.
Und nicht zu vergessen: was würdest du tun, wenn dein Kind eine Organspende bräuchte? Forderst du dann auch andere auf

Wer also einen Organ-„Spende“-Ausweis hat – weil man dazu zwischenzeitlich ja praktisch fast genötigt wird durch sozialen Gruppendruck – sollte sich die Sache noch einmal gründlichst überlegen, solange es noch geht.


und schürst unnötig Ängste? Nein, das wirst du nicht, denn dann gehörst du zur anderen Seite, zur Seite derer, die Betroffene genannt werden. Gebe Gott, dass dir das erspart bleiben möge, und gebe Gott, dass niemand seine Organe mit ins Grab nehmen will, wo sie hier so nötig gebraucht werden.
Redaktion Tierschutz
am 02.12.2010 01:02:08 (90.169.73.xxx) Link Kommentar melden
Im übrigen könnte man auch einmal über unser Verhältnis zum Tod (und damit zum Leben) sowie über die Ersatzteil-Medizin nachdenken.

es spekuliert sich trefflich, solange es die anderen sind, die sterben.
Was aber, wenn es dein eigenes Kind beträfe?...
266
am 02.12.2010 17:03:25 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
@Redaktion Tierschutz

Was ist denn gegen eine "Lieber-nicht"-Haltung zu sagen? Kann das nicht jeder für sich entscheiden? Ist es unmoralisch, keine Organe zu spenden?
Redaktion Tierschutz
am 03.12.2010 16:21:03 (90.169.181.xxx) Link Kommentar melden
Was ist denn gegen eine "Lieber-nicht"-Haltung zu sagen? Kann das nicht jeder für sich entscheiden?

solange das jeder für sich auf der Basis von Abwägung und Verstand macht, ist das absolut ok.
Wenn aber ein AUTOR hier Ängste schürt (nach dem Motto, die entnehmen die Organe, obwohl du noch nicht tot bist...uiiih, besser mal nein gesagt) dann ist das, mit Verlaub, eine unverantwortliche Tat gegenüber denen, die dringend auf Hilfe warten und sterben wegen des Organmangels, der in Deutschland sowieso herrscht (was zeigt, dass die Menschen sehr wohl "nein" sagen und nicht irgendeinem Massenzwang unterliegen).

Ein Spender rettet nicht nur ein Menschenleben, sondern bis zu 50 Menschen können durch einen Spender wieder einen Weg ins Leben finden.
Es ist unmoralisch, seine eigenen Ängste auf andere zu transportieren und damit den Tod von vielen Menschen zu verantworten, den diese möglicherweise nicht erleiden müssten, wenn potentielle Organspender nicht auf die Panikmache der Medien hereingefallen wären.

Wenn Chaim vor lauter Angst, dass ihm jemand den Hahn abdrehen könnte vor der geplanten Zeit, NEIN sagt, ist das seine eigene Sache und vollkmmen ok.
Wenn er andere mit vagen Hinweisen auf angeblich wissenschaftliche neue Erkenntnisse aufruft, ihre bereits getroffenen Entscheidungen nochmals zu überdenken, ist das in meinen Augen widerliche Effektheischerei auf dem Rücken Totkranker.
Wie gesagt, würde mich interessieren, was wäre, wenn er selbst oder ein nahestehender Mensch nur durch ein Spenderorgan überleben könnte, wie schnell sich seine Haltung ändern würde.
Ich denke mal, dass dann ein Artikel folgen würde, man solle doch bitte mal nicht so egoistisch sein und sich nicht so anstellen, die Organe braucht man doch im Grab sowiesonicht mehr...
266
am 03.12.2010 18:52:09 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Sollte das eine Antwort auf meine Frage "Ist es unmoralisch, keine Organe zu spenden?" gewesen sein?

Merken Sie eigentlich, daß Sie mit Unterstellungen arbeiten nach dem Motto "Wer nicht Organspender ist, der hat doch nur Angst vor dem Tod!"...? Genau dies könnte man aber doch auch von denen sagen, die sich dringend Spenderorgane wünschen, nicht? Dann aber würden Sie unterschiedliche Maßstäbe anlegen, was unlauter wäre.
286
am 03.12.2010 20:38:48 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Ein Spender rettet nicht nur ein Menschenleben, sondern bis zu 50 Menschen können durch einen Spender wieder einen Weg ins Leben finden.

Könntest Du das mal bitte vorrechnen? Zwei Nieren, eine Leber, zwei Lungenflügel, ein Dickdam, ein Magen, ein Herz... - wie kommt man so auf 50 Leute?
357
am 04.12.2010 14:02:50 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Die Seite von Prof. Rest an der FH Dortmund bietet sehr gute Denkanstöße zu diesem verdrängten Thema Tod:

Loblied zum Thema Sterben und Tod
522
am 04.12.2010 19:50:03 (93.219.154.xxx) Link Kommentar melden
Könntest Du das mal bitte vorrechnen? Zwei Nieren, eine Leber, zwei Lungenflügel, ein Dickdam, ein Magen, ein Herz... - wie kommt man so auf 50 Leute?


Auch intelligenten Menschen fällt das Rechnen schwer - jedenfalls wurde dies hier gerade offen dargestellt. Bissken nachdenken - dann klappt das schon! Smile
522
am 04.12.2010 19:58:08 (93.219.154.xxx) Link Kommentar melden
Und im Übrigen: ich selber und mein Mann besitzen einen Organ-Spender-Ausweis, seit über 20 Jahren, nicht weil wir familiär solche bedauernswerten Vorfälle erleben mussten, sondern weil es für uns beide selbstverständlich ist, Menschenleben zu retten.

Ich will hier kein Exempel statuieren, aber jeder Mensch für sich sollte bedenken, was es für Eltern bedeutet, hilflos zusehen zu müssen, wenn ihr Kind am seidenen Faden hängt, weil es kein Spenderorgan erhalten kann - diese Kinder sind teilweise gerade mal ein paar Monate, ein oder zwei Jahre alt - wobei es überhaupt nicht auf das jeweilige Alter ankommt. Wir hatten erst letztes Jahr einen Aufruf wegen einer Knochenmarkspende - jeder, der bereit war, ist dort hingegangen, um dieses Kind zu retten. Es hat letzten Endes auch geholfen -- - vielleicht hat ja Chaim Angst, sich solch einer vorher notwendigen Untersuchung überhaupt zu stellen?

Ich jedenfalls kann seinen Artikel in keinster Weise unterstützen und schließe mich vollinhaltlich den Ausführungen des Users "Redaktion Tierschutz" an!
kommt123
am 04.12.2010 22:41:43 (92.224.99.xxx) Link Kommentar melden
Meine Organe sind mein Eigentum, die bekommt niemand.
Und wenn ich in die Kiste springe, dann nehme ich die alle mit. Smile
Ich lass mich doch nicht ausschlachten.
Angry
Punkt.
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