Politik: Welt

Nordkorea greift südkoreanische Insel an

Höchste Alarmstufe seit dem Ende des Koreakrieges 1953
23.11.2010 14:40:26 eingesandt von Alex Mais für OnlineZeitung 24.de

Über einen Zeitraum von einer Stunde feuerte Nordkorea Artilleriegeschosse auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong ab. VTN-TV berichtete, dass mindestens 200 Granaten eingeschlagen seien und mehr als 60 Häuser getroffen und abgebrannt seien. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs wurde das Feuer erwidert und Kampfjets zur Insel geschickt.

Die Differenzen zwischen den beiden koreanischen Staaten scheinen sich immer mehr zuzuspitzen. Ein offener Krieg zwischen den Bruderstaaten scheint immer wahrscheinlicher. Bereits vor Monaten hatte Russland seine Truppen im nordkoreanischen Grenzgebiet deutlich verstärkt. Moskau hält sogar einen Atomkrieg für möglich, seit Nordkoreas Diktator Kim Jong-iI im Juni 2009 den USA und deren Verbündeten mit einem „atomaren Feuerregen“ gedroht hatte. Nach dem heutigen Zwischenfall bereitet sich auch Japan auf alle Eventualitäten vor.

Die Lage scheint brisant. Niemand vermag zu sagen, wie sich im Falle eines Krieges China verhalten wird. China gilt als engster Verbündeter des diktatorischen Regimes in Nordkorea. Die USA wiederum sind die wichtigsten Verbündeten von Südkorea. Und ein Eingreifen der US-Pazifikflotte in einen möglichen Krieg wäre sehr wahrscheinlich. Dass aber würde unter Umständen eine Kettenreaktion auslösen, macht Kim Jong-iI seine Drohung wahr und greift die USA mit seinen mit atomaren Sprengköpfen bestückten Langstreckenraketen die USA an. Zwar wäre nach offizieller Einschätzung Hawaii das einzige US-Bundesland, dass diese Raketen erreichen könnten, doch immerhin: es wäre ein atomarer Angriff auf die USA.

Zudem könnte Nordkorea dann, wie 2009 angedroht, auch gegen die Verbündeten der USA vorgehen. Dazu zählen insbesondere die NATO-Staaten und somit auch Deutschland. Das Ganze könnte sich also im schlimmsten Fall zu einem Krieg größeren Stiles entwickeln. Damit scheint der Dritte Weltkrieg wieder in greifbare Nähe gerückt zu sein. Doch wenn der tatsächlich atomar geführt würde, dann kann es nur Verlierer geben…

Diese Befürchtungen teilen offensichtlich alle Länder in der Region. Russland mahnte beide Seiten zur Besonnenheit und ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking forderte beide Seiten auf den Frieden zu bewahren und zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückzukehren. Mit diesen Gesprächen soll das Diktaturregime in Pjöngjang zur Aufgabe seines Atomprogramms bewegt werden. Bereits seit zwei Jahren stehen diese Gespräche aus, da Nordkorea inzwischen sogar sein atomares Know-how weiterverkauft. Zu den Gesprächsführenden Parteien gehören neben Nord- und Südkorea auch China, Russland, Japan und die USA.

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