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Essen wir demnächst das Weltkulturerbe auf?

Seit 2003 schützt die UNESCO sogenannte immaterielle Kulturgüter
18.11.2010 19:59:24 eingesandt von Alex Mais für OnlineZeitung 24.de

Gyros - Bald ein Kulturerbe?
Gyros - Bald ein Kulturerbe?
Die Titelfrage scheint durchaus berechtigt, denn die Mittelmeerküche mit Gyros und Co. soll durchaus Chancen haben in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden. Pizza und Couscous sind ebenfalls im Gespräch. Derzeit werden 47 Anträge aus 29 Ländern geprüft.

Immaterielle Kulturgüter, das kann alles Mögliche sein: Tänze, Bräuche, Traditionen… Es muss nur für ein Land oder auch eine ethnische Gruppe von besonderer Bedeutung und erhaltenswert sein.

Neben der Mittelmeerküche wurden Anträge auf Anerkennung auch für die Peking-Oper gestellt. Und auch die Falknerei wurde gleich von mehreren arabischen und europäischen Staaten vorgeschlagen – als „lebendiges Erbe der Menschheit“.

Spaniens Flamenco , die Springprozession in Echternach (Luxemburg), das Naadam-Festival der Mongolei, die Teppischknüpfkunst in Aserbaidschan und dem Iran oder der Houtem-Jahrmarkt in Belgien. Auch sie zählen zu den Anträgen, die derzeit in Nairobi (Kenia) geprüft werden.

Um aufgenommen zu werden müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Dazu zählt, dass das immaterielle Kulturerbe auch in der Gegenwart lebendig ist, eine Identität stiftende Wirkung hat und nicht zuletzt auch für das Land oder die Region repräsentativ ist.

Durch die Aufnahme solcher immateriellen Kulturgüter ins Weltkulturerbe können die entsprechenden Regionen nur profitieren. Es ist recht werbewirksam für die Tourismusbranche, die bei geschickter Vermarktung durchaus den Umsatz steigern kann.

Massai-Krieger.
Massai-Krieger.
Doch ob es auch für die betroffene Region und die betroffenen Menschen von Vorteil ist, dass scheint mehr als fraglich. In Kenia beispielsweise werden die Massai, die als einzige von mehr als 40 ethnischen Landesgruppen seit vielen Jahrhunderten an ihrer Tradition festhalten als Aushängeschild des Landes vermarktet. Doch viele Gruppen, die als Massai auf Touristenveranstaltungen auftreten sind gar keine echten Massai. Und die Souvenirs, die dabei angeboten werden sind oft nur im Ausland gefertigte Importware. Plagiate ohne Wert.

  1. Fotolegende: Beliebter Imbiss – der Gyrosteller. Nicht zum Kulturerbe dürften allerdings die Pommes gehören… Foto: wuestenwind, pixelio.de.
  2. Fotolegende: Massai-Krieger. Die echten?… Foto: Dieter Schütz, pixelio.de.