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Essen wir demnächst das Weltkulturerbe auf?

Seit 2003 schützt die UNESCO sogenannte immaterielle Kulturgüter

Gyros - Bald ein Kulturerbe?
Gyros - Bald ein Kulturerbe?
Die Titelfrage scheint durchaus berechtigt, denn die Mittelmeerküche mit Gyros und Co. soll durchaus Chancen haben in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden. Pizza und Couscous sind ebenfalls im Gespräch. Derzeit werden 47 Anträge aus 29 Ländern geprüft.

Immaterielle Kulturgüter, das kann alles Mögliche sein: Tänze, Bräuche, Traditionen… Es muss nur für ein Land oder auch eine ethnische Gruppe von besonderer Bedeutung und erhaltenswert sein.

Neben der Mittelmeerküche wurden Anträge auf Anerkennung auch für die Peking-Oper gestellt. Und auch die Falknerei wurde gleich von mehreren arabischen und europäischen Staaten vorgeschlagen – als „lebendiges Erbe der Menschheit“.

Spaniens Flamenco , die Springprozession in Echternach (Luxemburg), das Naadam-Festival der Mongolei, die Teppischknüpfkunst in Aserbaidschan und dem Iran oder der Houtem-Jahrmarkt in Belgien. Auch sie zählen zu den Anträgen, die derzeit in Nairobi (Kenia) geprüft werden.

Um aufgenommen zu werden müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Dazu zählt, dass das immaterielle Kulturerbe auch in der Gegenwart lebendig ist, eine Identität stiftende Wirkung hat und nicht zuletzt auch für das Land oder die Region repräsentativ ist.

Durch die Aufnahme solcher immateriellen Kulturgüter ins Weltkulturerbe können die entsprechenden Regionen nur profitieren. Es ist recht werbewirksam für die Tourismusbranche, die bei geschickter Vermarktung durchaus den Umsatz steigern kann.

Massai-Krieger.
Massai-Krieger.
Doch ob es auch für die betroffene Region und die betroffenen Menschen von Vorteil ist, dass scheint mehr als fraglich. In Kenia beispielsweise werden die Massai, die als einzige von mehr als 40 ethnischen Landesgruppen seit vielen Jahrhunderten an ihrer Tradition festhalten als Aushängeschild des Landes vermarktet. Doch viele Gruppen, die als Massai auf Touristenveranstaltungen auftreten sind gar keine echten Massai. Und die Souvenirs, die dabei angeboten werden sind oft nur im Ausland gefertigte Importware. Plagiate ohne Wert.

  1. Fotolegende: Beliebter Imbiss – der Gyrosteller. Nicht zum Kulturerbe dürften allerdings die Pommes gehören… Foto: wuestenwind, pixelio.de.
  2. Fotolegende: Massai-Krieger. Die echten?… Foto: Dieter Schütz, pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Kulturgüter | Kulturerbe | UNESCO | Gyros | Massai
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Kommentare

266
am 19.11.2010 15:02:02 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
@MarBrun
Beliebter Imbiss – der Gyrosteller. Nicht zum Kulturerbe dürften allerdings die Pommes gehören…

Da wäre ich mir nicht so sicher, lesen Sie mal hier, ein Text von 1781 aus Belgien:

„Die Einwohner von Namur, Huy und Dinant haben die Gewohnheit, in der Maas zu fischen, diesen Fang dann zu frittieren, um ihren Speisezettel zu erweitern (vor allem arme Leute). Wenn die Gewässer zugefroren sind und das Angeln nur schwer möglich ist, schneiden die Einwohner Kartoffeln in Fischform und frittieren diese dann. Diese Vorgehensweise ist mehr als hundert Jahre alt.“

Joseph Gérard, ständiger Sekretär der österreichischen Kaiserin Maria-Theresia

Eindeutig europäisches Kulturerbe also, die Pommes frites! Aus der Zeit kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg!
Alex Mais
am 19.11.2010 15:17:34 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
I Mayer am 19.11.2010 15:02:02:
@MarBrun

??? - Wo ist hier der Bezug zu MarBrun?
266
am 19.11.2010 15:32:44 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Lieber Alex Mais, ich bitte Sie, das Versehen zu entschuldigen, ich war in einem zweiten Tab mit der Lektüre eines Artikels von MarBrun beschäftigt und habe das dann falsch zugeordnet.
Alex Mais
am 19.11.2010 16:03:08 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
@I Mayer
Ist doch kein Problem...

@Chaim
Bei mir ist es umgekehr, ich würde die Gyros vorziehen - am liebsten aber zusammen, in der Kombination wie auf dem Foto, mit Zaziki - ABER OHNE die Zwiebelringe. Kann rohe Zwiebeln auf die Pest nicht ausstehen...
MarBrun
am 19.11.2010 16:56:01 (212.23.105.xxx) Link Kommentar melden
Kollege Mayer :

Immer ich !!! Shock
266
am 20.11.2010 10:22:21 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Smile Gut, dann bitte ich Sie ebenfalls um Nachsicht für meinen Fehler, der offenbar meinem fortschreitenden Alter geschuldet ist.

Gestern abend im Fernsehen sah ich zum Thema Kulturerbe einen Beitrag, in dem auch die "Pekingoper" und die "Echternacher Springprozession" erwähnt wurden. Mal sehen, welche ausgefallenen Dinge und Tätigkeiten noch auf die Liste kommen. Bei manchen Entscheidungen fragt man sich schon, was daran ein KULTUR-Erbe sein soll...
MarBrun
am 20.11.2010 13:47:57 (212.23.104.xxx) Link Kommentar melden
So schlimm ist es auch nicht, wenn ich mal "Schuld" haben sollte...alles Gewohnheit ;-)

Das mit dem französischen Essen finde ich privat sehr gut, schließlich haben die Franzosen eine Art Vormachtsstellung in dem Gewerbe. Ihnen haben wir soviel zu verdanken, unter anderem das 3 - Gänge Menue. Notiz am Rande: Vor Jahren haben sich Bewohner einer großen Insel gegenüber vom großen Teich gegen französisches Essen ausgesprochen, ja, es sogar boykottiert. Alles Kulturbanausen - das.

Es grüßt aus der Stadt Bremen. Mit dem "Roland" und dem "historischen Marktplatz" aus inhaber vom Kulturerbe.
286
am 20.11.2010 16:05:51 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Smile Ist ja schon etwas lustig, diese Liste. Es gibt ziemlich schlechtes französisches Essen.

Deutschland ist dieser Konvention übrigens gar nicht beigetreten:

2003 hat die UNESCO-Generalkonferenz das Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Nachdem 30 Staaten es ratifiziert hatten, trat es zum 20. April 2006 in Kraft. Bisher sind dem Übereinkommen 132 Länder beigetreten (Stand: September 2010). Deutschland hat das Übereinkommen bislang nicht ratifiziert.
300
am 22.11.2010 07:52:50 (178.33.255.xxx) Link Kommentar melden
Man kann daran zweifeln, ob eine solche Liste irgendeinen tieferen Sinn hat. Die Auswahl ist ja völlig willkürlich.

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