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Politik: Deutschland

Herr Sommer, Sie spinnen doch!

DGB fordert höheren Rentenversicherungs-Beitrag statt Rente mit 67

SED-Parteibuch
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Manchmal könnte man einfach nur laut schreien. Oder mit der Faust mal heftig auf den Tisch schlagen. Sich vielleicht auch die Haare raufen. Eventuell in die Tischkante beißen. – Andererseits aber sind ja bestimmte adrenalinfördernde Nachrichten auch wieder ihr Gold wert, da sie die Satire beflügeln und das politische Kabarett. Wie zum Beispiel diese: Michael Sommer, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, fordert, daß Arbeitnehmer WENIGER Geld verdienen.

Wow! Das ist ja mal ganz was neues... – derjenige, der die Arbeitnehmer, die abhängig beschäftigt sind, vertreten soll, disst sie und gräbt ihnen das Wasser ab. Der Vorkämpfer des Proletariats und Beschützer des Prekariats fordert mehr Abzüge vom Lohn und Gehalt, das muß man sich einmal vorstellen! Und wozu das alles? Um die Rente zu erhöhen und gleichzeitig die Rente mit 67 zu vermeiden. Spätestens hier merkt man, daß der Herr Sommer gar nicht rechnen kann... – was einen allerdings bei Kommunisten und sonstigen Linken ja auch kaum verwundert, haben sie doch weltweit hervorragend bewiesen, daß sie nicht mit Geld und nicht mit Zahlen umgehen können: in der ruhmreichen Sowjetunion, der friedliebenden DDR und im Arbeiterparadies Cuba. Das einzige, was diese linken Bonzen wirklich gut können: das Geld anderer verpulvern. Und natürlich: die Wirtschaft und die Umwelt zerstören, sowie einen Unterdrückungsstaat organisieren.

Schauen wir uns doch den feinen Herrn Sommer einmal näher an. Was finden wir da? Einen lupenreinen Stalinisten, der in der SEW – dem Ableger der stalinistischen SED in Westberlin – politisch zuhause war und als Funktionär groß geworden ist. Die Lobhudelei und Selbstbeweihräucherung auf der Internetseite des Deutschen Gewerkschaftsbunds verschweigt dieses nicht ganz unwichtige Detail aus naheliegendem Grund, doch wozu gibt es andere Quellen?

Sommer studierte von 1971 bis 1980 Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin als Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung (1977-1979) und war drei Jahre lang Mitglied der SEW-Hochschulgruppe.

Quelle: Wikipedia, Hervorhebungen nicht im Original

Herrlich! Eine Bilderbuch-Bonzen-Karriere auf dem Vierten Bildungsweg. Da braucht einer 18 (i.W. achtzehn!) Semester für ein so überschaubares Studium wie Politikwissenschaft, das ist mehr als das Doppelte der normalen Studiendauer. So etwas qualifiziert natürlich für den Postdienst – Stichwort snail-mail! – und insbesondere für die Einpeitscher-Tätigkeit als Agitprop-Funktionär...

Der Lebenslauf Sommers, den der DGB verbreitet, erscheint dem kundigen Betrachter – wenn dieser gelernt hat, zwischen den Zeilen zu lesen – doch etwas geschönt und aufgeblasen:

Vita Michael Sommer

(...) Den am 17. Januar 1952 in Büderich geborenen Michael Sommer verschlug es früh nach Berlin, wo er seine Kindheit verbrachte und schließlich von 1971 bis 1980 sein Politologiestudium an der Freien Universität absolvierte. Um sich das Studium finanzieren zu können, arbeitete er im gleichen Zeitraum nebenbei bei der Post als Mitarbeiter in der Paket- und Eilzustellung. Geprägt durch diese Tätigkeit und verschiedene ehrenamtliche Gewerkschaftsfunktionen ergab sich das Thema seiner Diplomarbeit über die Privatisierung des Postpaketdienstes.

Nachdem er sein Studium 1980 mit einem Einser-Abschluss beendet hatte, widmete er sich als Dozent im Bildungszentrum Gladenbach und Sekretär des Bezirksvorstandes Bremen den Aufgaben der Deutschen Postgewerkschaft. 1982 wurde er Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Hauptvorstand der DPG. Nach einem dreimonatigem Studienaufenthalt in den USA übernahm er 1988 die Leitung der Abteilung für Vorstands- und Grundsatzangelegenheiten.

Von Oktober 1993 an war Sommer Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes und wurde vier Jahre später zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Er war für die Bereiche Finanzen, Vermögen, Personal, Publikationen und Werbung verantwortlich. (...)

Quelle: Lebenslauf Michael Sommer auf www.dgb.de, Hervorhebungen nicht im Original

Nun, damals gab es schon Ausbildungsförderung nach dem BAFöG, das es allerdings längstens acht Semester gab; verdienten die Eltern zuviel, haben die das Studium von Michael Sommer bezahlt. Ansonsten hat er auf Kosten des steuerzahlenden Volkes studiert, nach Ende der Förderungshöchstdauer dann noch drei Jahre auf Kosten einer Stiftung, also von den Mitgliedsbeiträgen der kleinen Malocher, auf deren Rücken so ein Gewerkschaftsapparat aufgebaut ist. Der Student Sommer hat also allenfalls nebenher gearbeitet, um sich ein Auto leisten zu können. Und das wird dann dem dummen Volk hinterher als „studierter Malocher“ verkauft, das ist albern und peinlich...

Doch zur Sache mit der von Michael Sommer geforderten Erhöhung der Beiträge zur Rentenversicherung. Es sollte sich allmählich herumgesprochen haben, daß die Rentenversicherung nach dem klassischen Umlageverfahren tot ist, ganz einfach pleite. Es funktioniert nicht, daß man die Hälfte oder zwei Drittel der Bevölkerung aus der gesetzlichen Rentenversicherung befreit; es wird immer mehr Rentenempfänger geben, und es wird immer weniger Beitragszahler mit kürzeren Beitragszeiten geben. Dieses System ist seit Norbert Blüms Dauerlüge („die Rennde iss sischer“) mausetot, und es wird nur noch als staatlich verordnete Geldvernichtungsmaschinerie betrieben. Das System müßte sofort umgestellt werden auf ein persönliches Rentenkonto nach dem Kapitaldeckungsverfahren.

Alles andere ist Betrug, und das wissen Sie genau, Genosse Sommer!

  • Bildnachweis:
Bildbeschreibung: SED-Parteibuch von Friederike Weise. Serientitel: Feierliche Übergabe der ersten SED-Mitgliedsbücher in der SED-Kreisleitung Leipzig. Fotograf: Rössing, Roger & Rössing, Renate. Aufnahmedatum: 1951. Via Wikipedia, CC-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland

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Schlüsselwörter: DGB | Gewerkschaft | Perversion | Rentenversicherung | Michael Sommer | SED | Stasi | DDR
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Kommentare

Hartmut Holz
am 17.11.2010 16:50:48 (217.80.206.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 17.11.2010 18:43:35.
522
am 17.11.2010 17:10:37 (93.219.161.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 17.11.2010 18:43:53.
522
am 17.11.2010 17:27:01 (93.219.161.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 17.11.2010 18:44:05.
522
am 17.11.2010 17:35:53 (93.219.161.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 17.11.2010 18:44:20.
522
am 17.11.2010 17:44:11 (93.219.161.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 17.11.2010 18:44:38.
Redaktion Tierschutz
am 17.11.2010 22:25:09 (90.171.0.xxx) Link Kommentar melden
Oh doch Chaim!
Es gibt auch eine Lösung für das Rentnerproblem. Hat sich nur noch nicht herumgesprochen. Arbeiten bis 67, Rentenbeiträge erhöhen - was soll denn das? Das ist nichts halbes und nichts ganzes, nur Brockengekotze.
Es gibt nun die endgültige Lösung des Rentenproblems, sie ist einfach, sauber und legal:
DIE SENIORENKLAPPE
http://www.der-po...lappe.html
Also, wenn das nicht der Durchbruch ist...Grin
522
am 17.11.2010 22:36:43 (93.219.161.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 18.11.2010 09:28:48.
349
am 18.11.2010 14:34:26 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Sommer ... war drei Jahre lang Mitglied der SEW-Hochschulgruppe.
Bisher scheint das niemanden gestört zu haben, aber dass der DGB es in seiner offiziellen Vita verschweigt, spricht doch Bände!
317
am 13.02.2011 04:22:44 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Wir haben schon genügend Abzüge vom Einkommen, es ist keine Lösung, diese noch weiter hochzuschrauben.
266
am 14.02.2011 09:28:46 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Dieser Herr Sommer bestätigt eigentlich alle Vorurteile, die man gegen Gewerkschaftsbosse haben könnte. Vielleicht sind es ja auch gar keine Vorurteile, wer weiß?

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