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Politik: Deutschland

Hansestadt Bremen - juhuu Erster !

Bremen hat die meisten überschuldeten Haushalte

Im Land Bremen gibt es bundesweit die meisten überschuldeten Haushalte. Wie der so genannte Schuldenatlas der Wirtschaftsauskunft "Creditreform" zeigt, liegt Niedersachsen bundesweit im Mittelfeld. Als überschuldet wird betrachtet, wer mehr Schulden hat, als er auf absehbare Zeit begleichen kann.

Die Aufstellung zeigt bundesweit, in welchen Teilen des Landes die Verbraucher besonders häufig überschuldet sind und wo es dieses Problem kaum gibt. Die Zahlen sind bis auf die einzelnen Postleitzahlenbereiche runtergebrochen. In der Stadt Bremen sind besonders die Ortsteile Ohlenhof und Oslebshausen, die Altstadt und der Stadtteil Östliche Vorstadt von Überschuldung betroffen. In Bremerhaven ist die Überschuldung im Stadtteil Lehe am höchsten. Auch in eher wohlhabenden Gebieten wie Bremen-Oberneuland hat die Verschuldung zugenommen.

Die Wirtschaftsauskunfteien »Schufa« und »Creditreform« kommen tatsächlich auf unterschiedliche Zahlen. So geht die Schufa davon aus, dass sich im Land Bremen ca. 59.000 Personen in so genannten »kritischen Verschuldungsverhältnissen« befinden, die zu circa 32.000 »Durchschnittshaushalten« umgerechnet werden. Die »Creditreform« geht von 86.000 Menschen im Land Bremen aus, bzw. 46.000 Haushalten.

Gut bezahlte Arbeitsplätze fehlen

Auch im achten Schuldenatlas ist Bremen bundesweit das Schlusslicht. Gründe für die schlechte Position: Die Wirtschaft kann hierzulande nicht genügend gut bezahlte Arbeitsplätze anbieten. Doch viele Haushalte seien auch über die Jahre sorgloser beim Geld-Ausgeben geworden, so Verena Dahlke, Geschäftsführende Gesellschafterin von Creditreform in Bremen. Bundesweit sind etwa 6,5 Millionen Menschen über 18 Jahre überschuldet. Bundesweit ist die Überschuldung ebenfalls gestiegen, aber nicht so stark wie Creditreform in Anbetracht der Wirtschaftskrise erwartet hatte.

Nach wie vor ist laut Bundesamt für Statistik der häufigste Überschuldungsgrund die Arbeitslosigkeit. Neben den ebenfalls häufigen Gründen wie Scheidung, Trennung, Tod des Partners oder eine Krankheit, geraten auch häufiger diejenigen in die Gefahr des Schuldenstrudels zu geraten, die zwar Arbeit haben, deren Löhne aber so niedrig sind, dass sie trotz Arbeit ergänzende Leistungen zum Lebensunterhalt bekommen müssen: die »Aufstocker« unter den Hartz IV-Empfängern. Es gibt zwar keinen Automatismus zwischen Armut und Überschuldung, aber das Risiko der Überschuldung ist bei Menschen mit sehr niedrigem Einkommen erheblich größer. Silke Lieder bestätigt, dass sich »die Aufstocker-Problematik in den letzten Jahren deutlich verschärft« habe, die Anzahl der befristeten und prekären Arbeitsverhältnisse habe stark zugenommen. Auch deshalb fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Einführung eines Mindestlohns. Der könnte das Risiko einer Überschuldung verringern. Der DGB fordert einen Mindestlohn von 8,50 Euro, Schuldenberaterin Lieder nennt alles unter 10 Euro Mindestlohn nicht hilfreich.

Marten J. Bruns, Roland News Bremen für Onlinezeitung24.de

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Schlüsselwörter: Bremen | Haushalt | Schulden Creditreform
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Kommentare

266
am 05.11.2010 10:52:16 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Ob sich mit einem Mindestlohn insolvente Personen wirtschaftlich sanieren können und wollen, kann man bezweifeln. Außerdem haben doch alle die Möglichkeit zu einer Privatinsolvenz, Dann ist man nach 7 Jahren schuldenfrei und kann einen Neubeginn machen. Gibt es auch in Bremen.
286
am 05.11.2010 19:12:18 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Das verstehe ich auch nicht. Wer so überschuldet ist, der ist es auch, wenn er einen Euro mehr pro Stunde verdient.

Herr Zwegat hilft doch gern, oder einer seiner Kollegen.
Gino Dino
am 06.11.2010 15:18:50 (82.113.145.xxx) Link Kommentar melden
Gut sieht es ja nur in Bayern, BW und Sachsen aus: http://www.spiege...47060.html


Schulden-Atlas: Die ärmsten Schlucker wohnen in Berlin... kein Wunder, dass die Brandenburger sich nicht zusammenlegen lassen wollten.
286
am 06.11.2010 17:38:39 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Irgendwie ist das Thema kein Thema. Denn ich arbeite gern, es ist Teil meines Lebens. Das Wort "Selbstverwirklichung" ist mir zu hochgestochen, deswegen nehme ich das nicht mal.

Dass die Hälfte von dem Geld, das ich verdiene, dem Staat gehört, damit kann ich leben. Was der Staat damit macht, ist mir egal, ich kann es sowieso nicht ändern. Er schenkt es also den Pallis, der EU, finanziert die UNO, oder irgendwelchen anatolischen Hartz-IV-Genießern mit drei Frauen in Berlin-Kreuzberg.

Auch das ist nicht das, was mein Leben bestimmt. Und ob einer Schulden hat oder nicht, das ist mir so was von egal. Das Saarland, wo Erich Honecker herkommt, ist ebenso verschuldet wie Berlin. Sicher kein Zufall.
MarBrun
am 06.11.2010 19:03:42 (109.250.75.xxx) Link Kommentar melden
Bremen hatte seit 60 Jahren weder Herrn Honecker, noch eine sozialistisch - kommunistische Regierung, dafür aber stets eine SPD Regierung. Diese aber mit wechselnden Partner.

Das es nun soviele Städte mit einer Mega Verschuldung trifft, hängt sicherlich nicht nur mit den jeweiligen Bewohner zusammen. Ein Land wie Bremen, das vor Zeiten einmal an die Schifffahrt und Werften gebunden war, hat mit der dementsprechenden Krise ein Stück Idendität verloren, welche nicht durch andere Arbeitsstellen aufgeholt werden konnte. Dazu kommt bei Bremen noch dazu, dass viele Arbeitnehmer zwar in Bremen arbeiten, aber nicht in Bremen wohnen. So gehen auch Millionen dem Bundesland verloren.


Ich persönlich zahle gerne Steuern, weil ich auch sehen kann, was mit den Geldern passiert, egal in welchem Bereich.

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