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Politik: Deutschland

Bayerns Grüne wollen die Kirchenprivilegien abschaffen…

…und fordern die Gleichstellung aller Religionen (einschließlich Islam)

Religionsfreiheit hin, Religionsfreiheit her. Was Bayerns Grüne nun fordern wäre faktisch eine Gleichstellung aller Religionen. Wieweit der Begriff Religion hier gehen soll scheint noch nicht ganz klar, in letzter Konsequenz, so muss man sicher befürchten, könnten da dann auch pseudoreligiöse Gemeinschaften einbezogen sein – im Volksmund: Sekten.

Eigentlich haben wir doch bereits in ganz Deutschland die Religionsfreiheit. Jeder kann seine Religion frei wählen und da gibt es auch für (beispielsweise) den Islam keine Einschränkung. Alle Religionen, so heißt es, sollen gleich behandelt werden. Der Islam allerdings unterteilt sich in zwei Kategorien, die leider nicht immer und für jeden auseinanderzuhalten sind, wohl weil sie sich teilweise durchaus auch vermischen. Gemeint ist hier einerseits der Islam als Religion im Sinne des Wortes und andererseits der radikal-islamische Fundamentalismus im Sinne des Terrors. Allein aus diesem Aspekt heraus wird es schwierig den Islam allgemein anderen Religionen gleich zu behandeln.

Damit soll keinesfalls Raum für irgendwelche religiösen Extremisten und Fanatiker geschaffen werden, denn: „Im Gegenzug fordert der Rechtsstaat, dass diese Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften das Grundgesetz und die in ihm verbürgten Grundrechte und Werte anerkennen.“ Doch das scheint angesichts des Terrors in der Welt völlig unmöglich.

Gleichzeitig ist damit aber auch ein Angriff der Grünen auf die Privilegien der Kirche verbunden. Und so stellt sich die Öko-Partei gegen die CSU, die an diesen alten Privilegien festhalten will. Nach den Grünen sollen nun endlich einmal die Beziehungen von Staat und Kirche entflochten und getrennt werden. Dies vor allem auch finanziell. Man wolle zwar nicht direkt alles abschaffen, aber es sei wohl langsam an der Zeit, endlich diesbezügliche Verhandlungen mit der Kirche anzustreben.

Betroffen davon ist nicht die Kirchensteuer, die bereits für viele Bürger ein Dorn im Auge und Anlass zum Kirchenaustritt ist. Kirchensteuer muss man quasi als Mitgliedsbeitrag im „Verein“ Kirche sehen. Damit ist die Kirche der einzige Verein, der mit staatlicher Hilfe seine Beiträge einzieht. Im Freistaat Bayern allerdings bekommen zusätzlich Bischöfe und andere hohe Kleriker ihr Gehalt vom Land – nicht von der Kirche, und damit von unseren Steuergeldern.

Außerdem gibt es noch einige repräsentative Gebäude, die sich im Besitz des Freistaats Bayern befinden und der Kirche für Lau, also für nichts, zur Nutzung überlassen werden. Dazu gehört beispielsweise das Erzbischöfliche Palais in München. Die Grünen fordern, dass die Kirche nunmehr dafür Miete zahlen müsse.

Ganz alleine stehen die Grünen mit ihrer Auffassung zu Staat und Kirche nicht. Einige sozialdemokratischen Kirchenkritiker bereiten nun einen „Arbeitskreis Laizistinnen und Laizisten in der SPD“ vor. Sie streben ebenfalls eine stärkere Trennung von Kirche und Staat an und entwickelten ein Konzept mit 10 Forderungen.

Gefordert wird unter anderem auch, dass die Bürger soweit wie möglich von der Pflicht befreit werden den Behörden ihre Religionszugehörigkeit mitteilen zu müssen. Außerdem soll die Kirche kein Vetorecht bei der Besetzung der 21 Konkordatslehrstühle für Theologen mehr haben. Im Gegenzug soll dann die katholische Kirche ihre Bischöfe in Zukunft frei aussuchen können, ohne dass diese von der Regierung abgesegnet werden.

Das alles sind Kriterien, die sicher positiv bei den meisten Bürgern aufgenommen werden (abgesehen vielleicht die Gleichstellung des Islam), geht es doch zumindest teilweise auch um unsere Steuergelder. Doch ob sich das auch auf den Verbraucher positiv auswirkt, das darf dann doch stark angezweifelt werden.

Und noch eins: Die Grünen lehnen Kruzifixe in Klassenzimmern nicht mehr grundsätzlich ab, wie noch auf ihrem Parteitag im Jahre 2008. Über die Frage, ob muslimische Lehrerinnen Kopftücher in der Schule tragen dürfen ist man allerdings recht zerstritten. Dazu konnte bislang noch keine einheitliche Meinung gefunden werden…

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Schlüsselwörter: Grüne | Kirchenpolitik | Bayern | Privilegien
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Kommentare

MarBrun
am 24.10.2010 09:34:34 (212.23.103.xxx) Link Kommentar melden
Im Grunde haben Zeichen der Kirche grundsätzlich nichts in öffentlichen Gebäuden zu suchen. So auch kein Zeichen der Unterdrückung wie zum Beispiel das Kopftuch.

Wenn es dennoch religiöse Zeichen in öffentlichen Gebäuden geben sollte, dann müsste man sich an andere Zeichen orientieren.

Das Kreuz haben die Religionsgemeinschaften der Katholiken und die Kirche der Protestanten gleich, da gibt es keine Probleme.

Aber warum ist ein Kopftuch ein Zeichen der Religion? Dann wäre schon eher ein Poster vom Kaaba wirkungsvoller.

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