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Politik: Deutschland

Multikulti 2: Fachkräftemangel in Deutschland?

Brauchen wir eine Zuwanderung ausländischer Fachkräfte?

Wir sind alle Menschen!
Wir sind alle Menschen!
Mit dieser in loser Folge erscheinenden Reihe „Multikulti“ soll versucht werden das Problem darzustellen, so wie es in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Natürlich schleicht sich dabei auch etwas eigene Meinung mit in den Text. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal vorweg sagen, das ich absolut nichts gegen Ausländer (also Nicht-Deutsche oder eingebürgte Deutsche) habe – egal, welcher Nationalität, Religion oder Kultur auch immer. Solange jedenfalls, wenn sie keine Kriminellen sind. Aber dann habe ich auch etwas gegen Deutsche…

Genau genommen ist bereits unsere Familie multikulturell. Ein Onkel von mir ist Ire, der Lebensgefährte meiner jüngeren Schwester ist Belgier, zwei meiner Cousinen sind in England verheiratet, eine Cousine lebt mit ihrem Mann in der Schweiz und ich selbst bin mit einer Thai verheiratet. Zurzeit als wir noch eine Schreinerei hatten, war dort ein jugoslawischer Schreinergeselle beschäftigt und in dem Betrieb, in dem ich meine Tischlerlehre machte hatte ich einen türkischen Arbeitskollegen. Alle haben sich gut und vollständig in ihr neues Lebensumfeld integriert. – Es geht also.

Das hat auch bereits OZ24-Autor Chaim mit seinem Artikel „Weltbürger“ über Charles Aznavour bewiesen, der in Frankreich lebt und sowohl die französische als auch die armenische Staatsbürgerschaft besitzt.

Schulsprache in Deutschland = Deutsch!
Schulsprache in Deutschland = Deutsch!
Das Stichwort lautet also Integration. Wer bereit ist sich richtig zu integrieren und sich nicht gegenüber seinen deutschen Nachbarn und Kollegen abkapselt, der ist sicher auch allseits willkommen. Zur Integration gehört natürlich auch in erster Linie das Lernen der deutschen Sprache, um sich in seiner neuen Heimat eigenständig zurecht finden zu können. Dazu gehört natürlich auch, dass in den Schulen Deutsch als Schulsprache verwandt wird – wie es auch Maria Böhmer (CDU), die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung fordert: „An Schulen, wo Kinder aus verschiedensten Herkunftsländern zusammenkommen, sollte man sich auf eine Sprache einigen. Und diese kann in unserem Land nur Deutsch sein.“ Und so ist es auch lobenswert, dass der türkische Staatspräsident Abdullah Gül die türkischen Migranten in Deutschland aufforderte fließend Deutsch zu lernen.

Wenn ich so manchen Bericht lese oder höre, dann habe ich oft den Eindruck, dass kein Migrant oder Zuwanderer sich integriert und/oder die deutsche Sprache erlernt. Doch dem ist keineswegs so. Es gibt auch eine ganze Reihe Zuwanderer und Migranten, die sich schnell und gut hier integriert haben. Auch dass muss einmal gesagt werden.

Während CDU-Chef Horst Seehofer für einen Zuwanderungsstopp eintritt, fordert Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), mehr Zuwanderung. Er sieht Deutschland nämlich nicht als Zuwanderung-, sondern als Auswanderungsland. Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte er: „Im Augenblick kommen 700.000 Menschen pro Jahr rein, aber mehr als 700.000 Menschen verlassen uns auch wieder. Wir sind ein Auswanderungsland.“

Da hört man auch permanent, dass wir ausländische Fachkräfte brauchen. Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sagte gegenüber der „Welt am Sonntag“, dass der deutschen Wirtschaft rund 400.000 Ingenieure, Meister und gut ausgebildete Fachkräfte fehlten und deshalb rund 1 % des Wirtschaftswachstums verloren gehe. Warum, so frage ich mich dann, bildet man diese nicht im eigenen Land aus? Wir haben doch genug Arbeitslose!

Wie gesagt, nichts gegen Ausländer und wenn sich die voll integrieren geht es doch in Ordnung. Allerdings frage ich mich immer wieder, was mit unseren Millionen von Arbeitslosen ist. Schulabgänger finden keine Ausbildungsplätze (PISA lässt grüßen). Sollte man da nicht eher die Schulbildung und die Ausbildung an Fachkräften im eigenen Land fördern? Dabei spielt es (oder sollte es nicht) natürlich keine Rolle ob es sich um deutsche oder ausländische Jugendliche handelt. Ähnlich sieht es wohl auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, wenn er sagt Deutschland brauche eine Qualifizierungsoffensive, keine Zuwanderungsoffensive. Damit hat er zweifellos recht, will die Regierung ernsthaft die drei Millionen Arbeitslosen abbauen, denn noch mehr Zuwanderung könnte auch noch mehr Arbeitslose bedeuten, wobei dann auch die Zuwanderer davon betroffen sein könnten. Und genau dies ist die Befürchtung vieler Bürger.

Anstelle von Fachkräfte-Zuwanderung plädiert aktuell Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Dabei, so verspricht sie, könnten 300.000 Fachkräfte, die bereits im Land sind, zur Verfügung stehen. Dabei geht es nach ihrer Auffassung vor allem um Fachkräfte in Natur- und Ingenieurswissenschaften, Pflegeberufen und der Medizin. Dazu legte sie eigens einen Gesetzesentwurf vor. Das Gesetz sei dann auch ein Beitrag zur Integration…

Jetzt verstehe ich allerdings das ganze Theater um die Diskussion nach Zuwanderung ausländischer Fachkräfte nicht mehr. Wozu brauchen wir neue, wenn wir doch schon 300.000 hier haben? Ausländische Fachkräfte mit deutschen Ausbildungsabschlüssen werden wohl kaum hierher (zurück-) kommen sondern können sich damit besser eine Existenz im eigenen Land aufbauen.

In der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ sagte Alexander Dobrindt, der Generalsekretär der CSU, dass der Islam auch angesichts von vier Millionen in Deutschland lebenden Muslimen kein Teil der deutschen Leitkultur sei. Damit stieß er ins gleiche Horn wie Horst Seehofer.

Wenn sich unsere ausländischen Nachbarn also voll integrieren, dann gibt es nicht wirklich ein Problem. Ansonsten aber gilt das Gedicht von Friedrich Rückert:

Erst nach dem Nachbarn schaue,
sodann das Haus dir baue!
Wenn der Nachbar ist ein Schuft,
so baust du dir eine Totengruft.

  1. Fotolegende: Wir alle sind Menschen… Foto: Dieter Schütz, Pixelio.de.
  2. Fotolegende: Schulsprache in Deutschland: Deutsch! Foto: Dieter Schütz, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Migration | Integration | Zuwanderung | Fachkräftemangel | Ausländer
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