Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Deutschland

Multikulti 1: Wird die Menschheit jemals erwachsen?

Nicht, solange Machtgier, Hass, Egoismus, Nazismus, Rassismus und Terror existieren!

Ist Multikulti tot?
Ist Multikulti tot?
Heute wurde Multikulti für tot erklärt. Multikulti, ein Begriff, der in der letzten Zeit zu einem der Top-Schlagwörter geworden ist. Er steht als Abkürzung für „multikulturell“, was ursprünglich aus dem englischen Sprachraum (= multiculturalism) kommt. Politisch wurde dieser Begriff erstmals in den 1960er Jahren in Kanada, später auch in Australien und den USA verwendet, wenn es um die Einwanderungspolitik ging. Gegen Ende der 1970er Jahre kam dann in der sozialpädagogischen und kirchlichen Diskussion der Begriff der „multikulturellen Gesellschaft“ auch in Deutschland auf, wo er dann seit Ende der 1980er Jahre auch verstärkt als Gegenentwurf zu nationalistischen Strömungen im Blick auf die deutsche Ausländerpolitik verwendet wurde.

Multikulti bzw. multikulturell ist eine Gesellschaft immer dann, wenn sie vielfältig ist, wenn Menschen der verschiedensten Kulturen, Traditionen und Religionen aus verschiedenen Ländern der Welt und mit den unterschiedlichsten Muttersprachen zusammen leben.

Und hier spaltet sich die Gesellschaft, nicht nur bei uns, sondern faktisch überall auf der Welt. Die eine Seite findet es gut und bereichernd, während die andere Seite dies als Schlecht empfindet und teilweise strikt ablehnt. Das wirft das Problem auf, dass der Begriff „Multikulti“ heute praktisch auf zwei Arten ausgelegt werden kann, ja sogar muss.

Im Positiven sieht es dann auch die Bundeszentrale für politische Bildung, die es als Tatsache ansieht, dass eine moderne Gesellschaft aufgrund ihrer freiheitlichen und offenen Ordnung ganz einfach multikulturell sein muss. Zudem bezeichnet der Begriff die politische Forderung, dass die Menschen einen Weg finden, trotz unterschiedlicher Herkunft und Kultur, friedlich miteinander auszukommen und zusammenzuleben, um so auch voneinander profitieren zu können.

Im Negativen bedeutet Multikulti die Befürchtung diverser Gefahren der Zuwanderung. Dies wird besonders deutlich bei nazistisch und rassistisch eingestellten Individuen. Diese sind gegen die multikulturelle Gesellschaft und damit vor allem auch gegen jegliche Rassenvermischung, was wiederum wieder fatal an die Geschehnisse des Dritten Reiches erinnert. – Manch Unverbesserlicher lernt eben auch aus den Fehlern der Vergangenheit nichts.

Multikulti ist also tot. So jedenfalls berichtete es heute aktuell die Welt-online. Sie titelte zum heutigen Tag einen Bericht: „Der Tag, als Multikulti für tot erklärt wurde.“ Was war geschehen?

Im Artikel wird CDU-Chef Horst Seehofer wie folgt zitiert: „Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein. Multikulti ist tot!“ Damit blieb er beharrlich bei seiner Position, das Deutschland kein Zuwanderungsland sei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pflichtet ihm bei und hält den Ansatz für Multikulti für „absolut gescheitert“. Den von Seehofer geforderten Zuwanderungsstopp für Menschen anderer Kulturkreise will sie jedoch nicht teilen.

Multikulti-Schlagwörter.
Multikulti-Schlagwörter.
Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union sagte Merkel jedoch, dass in der Vergangenheit von den Zuwanderern viel zu wenig verlangt worden sei. Zugleich stellte sie sich auch hinter die Aussage von Bundespräsident Christian Wulff, der gesagt hatte, dass der Islam ein Teil Deutschlands sei. Dazu verwies sie beispielsweise auf den türkischstämmigen, deutschen Fußballnationalspieler Mesut Özil.

Jürgen Trittin, Fraktionschef der Grünen sagte zu Seehofers Forderung nach einem Zuwanderungsstopp arabischer und türkischer Migranten: „Es gibt schon seit Langem ein rechtsextremes Potenzial in Deutschland. Daher ist es schäbig und stärkt diese Kräfte, wenn ein Demokrat wie Seehofer anfängt, solches Gedankengut hoffähig zu machen.“

Das waren nur einige der politischen Standpunkte um die Multikulti-Debatte. Von der Einheit der Menschheit und dem Weltfrieden ist dies unendlich weit entfernt. Aber das ist nur die eine Sicht. Die andere Sicht sind zweifellos die Migranten selbst. Vor allem die, die sich abkapseln und in ihrer eigenen, geschlossenen Welt in einem fremden Land leben. Das schafft Misstrauen und Abneigung gegeneinander – und – „ Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." (Friedrich Schiller, Wilhelm Tell)

Fortsetzung folgt...

  1. Fotolegende: Ist Multikulti tot? Foto: Gerd Altmann, Carlsberg 1988, Pixelio.de.
  2. Fotolegende: Multikulti-Schlagwörter. Foto: Dieter Schütz, Pixelio.de.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Multikulti | Ausländer | Kulturen | Meinung | Integration | Migranten | Gesellschaft
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.04 Sekunden
38,089,365 eindeutige Besuche