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Politik: Politische Meinung

Sarrazin wie immer: klug, elegant, stur!

Eine gepfefferte Ohrfeige für den Bundespräsidenten

Heilige Kuh in Delhi mit einem Brahmanen
Heilige Kuh in Delhi mit einem Brahmanen
Jedes Volk, jede Nation hat eine „Heilige Kuh“. Gegen die darf man nichts sagen. Logisch, sie ist ja heilig. Die Bezeichnung „Heilige Kuh“ ist übrigens ein geschlechts-neutraler Begriff, das Tier kann also auch durchaus männlich sein. Dann ist es aber unter Umständen kein Stier, sondern ein Ochse. – In Großbritannien hat das Königshaus unter anderem eine solche Funktion, also staatstragend und repräsentativ zu sein, aber dafür sinnlos. Da wir keine Monarchie mehr sind (vor 120 Jahren sangen die Deutschen noch aus Sympathie zu Kaiser Wilhelm I. „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben“ zu der Melodie des 1875 von Richard Henrion komponierten „Fehrbelliner Reitermarschs“, aber das Thema ist ja nun zum Glück vorbei), haben wir statt dessen einen Bundespräsidenten, als billigen Ersatz für einen König oder Kaiser. Wobei das billig wörtlich zu nehmen ist, denn die Queen bekommt doch ein bißchen mehr Zaster als der gute Mann, der da mietfrei und mit kostenlosem Fuhrpark im Schloss Bellevue hausiert. Unser Mr. Wulff ist insgesamt doch recht preiswert, denn er erhält pro Jahr magere:

...Amtsbezüge in Höhe von 10/9 des Amtsgehalts des Bundeskanzlers. Sie sind im Bundeshaushalt 2010 mit 199.000 Euro ausgewiesen zuzüglich 78.000 Euro Aufwandsgeld (Aufwandsentschädigung), aus dem auch die Löhne des Hauspersonals für die freie, voll eingerichtete Amtswohnung des Bundespräsidenten zu zahlen sind.

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt werden die Amtsbezüge mit Ausnahme der Aufwandsgelder auf Lebenszeit als Ehrensold weitergezahlt. Der Altpräsident behält weiterhin ein Büro/Sekretariat im Bundespräsidialamt.

Quelle: Bundespräsident (Deutschland)

Merke: je jünger ein Bundespräsident ist, desto teurer ist das Vergnügen für den Steuerzahler. Aber insgesamt ist das alles ja recht bescheiden, im Vergleich zur englischen Queen. Dennoch ist es Geld, das erst einmal erwirtschaftet sein muß von Menschen, die richtige Arbeit machen. Denn arbeiten tun ja weder heilige Kühe noch Bundespräsidenten.

Einige deutsche Bundespräsidenten...
Einige deutsche Bundespräsidenten...
Billig ist dieser Bundespräsident aber noch in anderer Hinsicht: er ist ein billiges Imitat eines richtigen Staatsoberhauptes, und er macht als der Kanzlerin Marionette bevorzugt dummes Zeug. Das Kasperletheater um seine Ernennung oder Installierung – denn „Wahl“ kann man dieses peinliche Verfahren wirklich nicht nennen – hat an sich bereits dieses Amt, das das höchste der Bundesrepublik Deutschland ist oder sein soll, irreparabel beschädigt. Eigentlich müßte man dieses Amt einfach abschaffen...

Nur um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: diese Kritik richtet sich nicht gegen das Amt des Bundespräsidenten, sondern gegen jene Person, die derzeit mit großer Unfähigkeit versucht, das Amt auszufüllen. Die bisherigen Bundespräsidenten Gustav Heinemann (1899–1976), Walter Scheel (* 1919), Richard von Weizsäcker (* 1920), Roman Herzog (* 1934), Johannes Rau (1931–2006) und Horst Köhler (* 1943) sind also hier ausdrücklich von der Kritik ausgenommen. Die in der Reihe fehlenden Namen haben allerdings aus anderen Gründen nicht unbedingt Wertschätzung verdient. Dem derzeitigen Kasper am nächsten kommt allenfalls noch der senile Bundespräsident Heinrich Lübke, der mit seiner Unfähigkeit zu sprechen doch wenigstens immer wieder für Heiterkeit sorgte. Nur war Lübke weder so dreist wie sein aktueller Amtsnachfolger noch hat er soviel Schaden angerichtet.

Sarrazin: Wollte Bundespräsidenten nicht beschädigen

Der Druck auf Christian Wulff wächst

Bundespräsident Wulff gerät weiter unter Druck. Nach einem F.A.Z.-Bericht hat Sarrazin die Bedingungen für seinen Abgang mit dem Bundespräsidialamt ausgehandelt. Sarrazin sagte, mit seinem Abgang habe er Druck von Wulff nehmen wollen – eine Abberufung durch Wulff wäre juristisch angreifbar gewesen.

Berliner Kasperletheater mit Wulff und Merkel
Berliner Kasperletheater mit Wulff und Merkel
Jeder nur halbwegs intelligente Mensch hat diese miese Nummer durchschaut, die Sie da im Verbund mit Ihrer Kanzler-Tante abgezogen haben, mein lieber Herr Wulff! Das war wirklich dümmer, als die Polizei erlaubt. Daß nun ausgerechnet der moralische Sieger, Ihr vermeintliches Opfer Sarrazin, Sie jetzt noch öffentlich ohrfeigt, das löst nicht nur eine klammheimliche Freude aus, sondern eine sehr große; Ihre Untat fällt auf Sie zurück.

Kleiner Tipp, ganz kostenlos: gehen Sie. Treten Sie zurück. Schnell, ganz schnell. Machen Sie es nicht noch peinlicher. Nehmen Sie Ihre 200.000 Euro Ehrensold bis ans Lebensende, das sind statistisch noch 40 Jahre. Diese acht Millionen für nichts machen Deutschland auch nicht arm. Entschuldigen Sie sich bei Thilo Sarrazin. – Aber nehmen Sie diese Kanzlerin mit. Sie beide sind eine Zumutung!

  • Bildnachweis:
  • Cow on Delhi Street with a Brahmin/Kuh auf Delhis Straße mit einem Brahmanen. Datum: 2004. Photograph: John Hill at en.wikipedia. Via Wikipedia. Creative Commons Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“.
  • Blockausgabe, Bundespräsidenten, via Wikipedia, gemeinfrei.
  • Kasperltheater. Aus einem Nürnberger Spielzeug-Musterbuch des 19. Jh., via Wikipedia, gemeinfrei.

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Schlüsselwörter: Bundespräsident | Bundesbank | Sarrazin | Schaden | Ohrfeige
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Kommentare

OZ24
am 16.09.2010 06:53:05 (79.215.206.xxx) Link Kommentar melden
100% Zustimmung!

Kleiner Tipp, ganz kostenlos: gehen Sie. Treten Sie zurück. Schnell, ganz schnell. Machen Sie es nicht noch peinlicher. Nehmen Sie Ihre 200.000 Euro Ehrensold bis ans Lebensende, das sind statistisch noch 40 Jahre. Diese acht Millionen für nichts machen Deutschland auch nicht arm. Entschuldigen Sie sich bei Thilo Sarrazin. – Aber nehmen Sie diese Kanzlerin mit. Sie beide sind eine Zumutung!
266
am 17.09.2010 08:45:21 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Mit Herrn Sarrazin werden wir noch viel Freude haben, da bin ich mir sicher. Das meine ich voller Anerkennung für ihn und seinen Mut, die wichtigen Themen klar anzusprechen.
Hartmut Holz
am 17.09.2010 16:13:29 (217.80.227.xxx) Link Kommentar melden
Herr Sarazin brauch nicht zurücktreten. Warum auch. Und nur weil er endlich einmal die unbequeme Wahrheit ausgesprochen hat?

Wie kann es sein, dass man in Berlin ganz leicht eine muslemische Parallelgesellschaft bilden kann? Deutsch lernen warum denn auch. Sich anpassen, nein danke.

Dieses wurde sogar von einem türkischen Mitbürger aus Münster kritisiert. Denn in Münster müssen Menschen, mit Migartionshintergrund, sich anpassen und die deutsche Sprache lernen.

Zurücktreten sollte die Verursacher der Krise in der wir jetzt stecken. Denn schon in den 1970er und 80er Jahren wurde viel zu viele mindergebildete Menschen aus der Türkei nach Deutschland hereingeholt und es wurde nicht darauf geachtet, dass diese auch die deutsche Sprache lernen.
357
am 19.09.2010 07:05:07 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
es wurde nicht darauf geachtet, dass diese auch die deutsche Sprache lernen.

Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, die Deutsche einfach einfordern könnten.
506
am 09.10.2010 10:48:53 (124.160.102.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 09.10.2010 11:19:15.
Gata Linda
am 10.01.2011 11:36:07 (90.169.46.xxx) Link Kommentar melden
http://www.stern....41321.html
Die GfK hat dazu ausgewertet, wie Sarrazin-Käufer im Vergleich zu allen Buchkäufern auf Fragen zur Lebenseinstellung antworten. Nun, mitreißende, die Welt umarmende, mutige Menschen sind es nicht. So stimmen Sarrazin-Käufer etwa eklatant seltener dem Satz "Ich gehe gern Risiken ein und suche das Abenteuer" zu als andere. Sie erweisen sich auch als wahre Stubenhocker: Was unternehmen ist nicht ihr Ding. Sie fühlen sich zu Hause wohl. Die Sauberkeit ihrer Wohnung ist ihnen bedeutsamer als anderen.

Wichtig ist ihnen beruflicher Erfolg - ein Erfolg, siehe oben, ohne Risiko. Hier zieht die "Süddeutsche" zu Recht eine Parallele zum Autor: Sarrazin hat sein Berufsleben als Beamter verbracht.


Tolles Publikum. So innovativ und energisch, so mitreissend nonkonform...oder? Da will man doch auf jeden Fall dazugehören: Tintenschlecker und Sesselbeschwerer als deutsche Trendsetter Grin

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