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Wissenschaft: Sonstiges

Malta - Insel der steinzeitlichen Tempel

Wallfahrtsort vor 6000 Jahren?

Steinzeitlicher Tempel auf Malta
Steinzeitlicher Tempel auf Malta
Nirgends in Europa findet man mehr steinzeitliche Tempelanlagen als auf dem kleinen Eiland Malta und dessen Schwesterinsel Gozo!

Heute kann man die ursprüngliche Schönheit und Vollkommenheit, die Größe und Gewaltigkeit der alten Tempelanlagen Maltas und Gozos nur noch erahnen.

Einige Tempelanlagen sind noch sehr gut erhalten und zeugen von ihrer einstmaligen Schönheit und Größe. Andere wiederum sind nur noch bruchstückhaft vorzufinden und lassen uns im Unklaren darüber, wie diese gewaltigen Tempelkomplexe ursprünglich in ihrer Ganzheit wirkten.

Leider ist das leidige Thema Tourismus auch schuld an der Zerstörung so mancher "Tempel-Herrlichkeit"! Wenn man in einem dieser imposanten Bauwerke steht und die alten Zeiten auf sich wirken lassen möchte, wird man nicht nur jäh von Touristengeplapper unterbrochen, sondern auch von so manchem modernen Graffito wieder in die Realität gerissen!

Dass viele der Tempelanlagen nur noch Archäologen Zutritt bieten und vor Touristen und anderen Besuchern geschützt werden, in dem man sie einzäunt, ist somit nicht verwunderlich!

30 Tempel für die Götter?

Einer der Kernpunkte, um den die maltesischen Tempel sich drehen, ist ihre Anzahl.

An jeder Ecke Maltas und Gozos trifft man auf steinzeitliche Tempel!

Tempel Hagar Qim auf Malta
Tempel Hagar Qim auf Malta
Ein Tempel dient in seiner allgemeinen Definition der Verehrung. Also soll in einem Tempel eine Gottheit oder dergleichen angebetet werden. Dieser Tempel diente also, ähnlich der modernen Kirchen und Moscheen oder anderer Gotteshäuser weltweit der Ausübung einer Religion.

Hinweise darauf, dass die Tempel Maltas und Gozos wirklich der Ausübung einer Religion dienten, sammelten die Archäologen in Form von einzelnen Hinweisen wie z. B. kleiner Statuetten, welche in den Tempelanlagen bei Ausgrabungen gefunden wurden.

Da die meisten dieser Statuetten wohl geformte, teilweise überaus üppige, weibliche Rundungen aufweisen, liegt laut Meinung der zuständigen Archäologen nahe, dass ein Kult um die Magna Mater (lateinisch: große Mutter – Muttergottheit), eine Fruchtbarkeitsgöttin, hier gepflegt wurde.

Nicht nur kleine Figuren dieser Magna Mater, der Fruchtbarkeitsgöttin, wurden in den Tempeln gefunden – nein, auch überaus große Statuen wurden im Hal Tarxien Tempel, inmitten der Ortschaft Tarxien, bei den Ausgrabungen zu Tage gefördert.

Auch die Form der Tempel spricht nach Angaben der Archäologischen Stellen für die Verehrung der Magna Mater. Denn die Apsen der Tempel erinnern an die Rundungen der aufgefundenen Gottheitsstatuen – allerdings erst jetzt, in ihrem jetzigen Zustand, ohne Dach und von der Luft aus gesehen.

Waren die Tempel Maltas also ehemals zur Ausübung einer Fruchtbarkeitsreligion erschaffen worden? Eigentlich ein nahe liegender Gedanke, wenn man sich die oftmals karge Landschaft der maltesischen Inseln ansieht.

Scheint alles zu passen! Aber: Wenn diese Tempel wirklich der Ausübung einer Religion galten, werfen sie trotzdem noch einige Fragen auf!

Der Mnajdra Tempel
Der Mnajdra Tempel
Malta ist ein recht kleines Eiland und zur Zeit so stark bevölkert wie nie zuvor in seiner bewegten Geschichte. Warum also benötigte man in der Steinzeit - denn die Tempel sollen ein Alter von 6000 Jahren haben - bei einer geschätzten Inselpopulation von 3000 Menschen, eine solche Ansammlung von Tempeln auf einem derartig kleinen Fleckchen Erde? Auf Malta sind schließlich 26 Tempel und auf Gozo noch einmal 4 dieser Anlagen zu finden. War die maltesische Inselgruppe also ein steinzeitlicher Wallfahrtsort? Genau das wird von manchen Archäologen vermutet! Dass Malta als eine Art Begegnungsstätte von Gläubigen aus weiten Teilen der damaligen Welt gegolten habe!

Diese Theorie hakt aber an verschiedenen Stellen! Zum Einen hat es damals keine einheitlichen großen Religionen gegeben. Jeder Stamm betete andere Naturgottheiten an. Nur die Fruchtbarkeitsgötter wiederholten sich immer wieder. Zwar nicht dieselben, aber die Natur des Glaubens blieb der gleiche! Der Umstand, dass die frühen Malteser die Fruchtbarkeitsgöttin Magna Mater verehrten und verschiedentliche Abbilder dieser in manchen Tempeln gefunden wurden, bewegte die Experten zu dieser Theorie.

Wallfahrten zugunsten einer Fruchtbarkeitsgöttin? Schon möglich! Aber selbst wenn dies wirklich die Ausläufer einer früh aufgekommenen weltumspannenden Religion wären, wie hätte dann die Kommunikation erfolgen sollen?

Jede Glaubensgemeinschaft ist auf einen regen Austausch von Nachrichten angewiesen. Missionare, welche die frohe Botschaft verbreiten, die Ungläubigen bekehren und zu den Wallfahrtsorten führen, sind ebenso wichtig für die Durchführung einer umspannenden Religion. Entfernungen, die für uns heutzutage nur einen Katzensprung darstellen, stellten die Menschen vor rund 6000 Jahren vor fast unüberwindliche Hindernisse! Wie sollten Hunderte oder Tausende Kilometer überwunden werden um die Menschen in den weiter entfernten Regionen von der Religion der Magna Mater zu informieren? Und warum sollten sich dann wiederum Tausende Menschen aufmachen, um dieser zu huldigen?

Waren die frühen Menschen nicht vordergründig mit sich selbst beschäftigt? Der tägliche Kampf ums Überleben, die tägliche Nahrungssuche, das beschäftigte die frühen Menschen weit mehr als die Religion! Natürlich entstanden dort die frühen Religionen – Naturgötter wurden aufgrund ihrer Gewaltigkeit verehrt! Wie z. B. Donner, Blitz, Wind und Sonne! Auch die Fruchtbarkeitsgötter hatten ihren festen Platz! Aber, glauben Sie mir, NIEMAND machte sich auf den beschwerlichen Weg durch weites Land und über das Mittelmeer nach Malta um dort der Magna Mater zu huldigen!

Weshalb also baute man vor Tausenden von Jahren so viele Tempel auf einer gerade mal 247 Quadratkilometer großen Insel und ihrer kleinen Schwester? Bisher kann das niemand beantworten! Aber vielleicht erfahren wir irgendwann einmal die wahren Gründe!

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Schlüsselwörter: Alexander Knörr | Malta | Tempel | Steinzeit | Gozo | Hagar Qim | Mnajdra | Tarxien | Magner Mater | Fruchtbarbeitskult
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