Politik: Deutschland

Das Hornberger Schießen

Viel Lärm um nichts – wie die Berliner Hexenjäger sich einmal schrecklich blamierten
11.09.2010 13:28:29 eingesandt von Chaim für OnlineZeitung 24.de

Das geht aus wie das Hornberger Schießen...
Das geht aus wie das Hornberger Schießen...
Jedwedes Kind auf der weiten Erd / vom Hornberger Schießen schon hat gehört / das Pulver ging aus zur schönsten Stund / so daß man nicht mehr schießen kunnt (1564)

Nein, wir haben nicht den ersten April, und auch die Karneval-Saison wurde nicht vorverlegt. Auch wenn das ganze bundesdeutsche Theater um den intelligenten Analysten Sarrazin durchaus etwas komisch anmutet. Nun ja, Thomas Mann schreibt in seiner Erzählung Herr und Hund: „Es kann aber auch sein, daß das Ganze, nach allen Veranstaltungen und Umständlichkeiten, ausgeht wie das Hornberger Schießen und still im Sande verläuft.“ So war es ja nun auch im Fall eines Bundesbank-Vorstands, den man ganz sicher nicht juristisch losgeworden wäre, allein aus vertragsrechtlichen Gründen, pacta sunt servanda.

Schade, daß uns nun dieser Prozeß entgeht, von dem sich bisher nicht einmal die Fachjuristen sicher waren, ob er eher vor dem Landgericht oder vor dem Verwaltungsgericht hätte geführt werden müssen. Man wußte lediglich, daß es kein Fall fürs Arbeitsgericht sein würde, denn ein Vorstand ist nun eben mal kein Angestellter. Ganz offensichtlich haben sich etliche Hexenjäger wohl zu früh gefreut. – Es ist immer wieder das alte Lied, wer mit den großen Hunden pinkeln gehen will, der muß auch das Bein hoch genug heben können. Da hat das peinliche Triumvirat Merkel, Wulff und Weber wohl ganz eindeutig zu kurze Beinchen gehabt. Und Katja Kipping, die nervige Dauerspinnerin der Linken, hat noch wollüstig phantasiert, man dürfe Sarrazin keinen „golden Handschlag“ zum Abschied bieten, will heißen: sie wünscht sich die wirtschaftliche Existenz-Vernichtung des politischen Gegners. Was Sie schon immer wissen wollten, aber nie zu fragen wagten... – nämlich die Vorstellungen der Linken von „Toleranz“ und ihr Umgang mit den Menschenrechten, nun wissen Sie es!

Lustig war's aber doch irgendwie schon. Keiner von denen, die sich so gegen Sarrazin ereiferten, hatte wohl das Buch gelesen. Kein Wunder, ist es ja doch ständig überall vergriffen; wer Glück hat, kann auf die inzwischen fünfte Auflage hoffen. Derweil käuten alle Aufgeregten wirklich wie Rindvieh wieder, nämlich die paar langweiligen Zitätchen, die drei übereifrig-heimtückische WELT-Redakteure regelrecht aus Sarrazin „herausgebrochen“ hatten, mit dessen etwas unglücklichen Formulierungen über jüdische Gene... – welche übrigens tatsächlich außerordentlich beachtlich sind, dieser jüdische Genpool ist wirklich was Feines. Derweil versuchten gutmenschlich-wohlmeinende linke Buchhändler ihre kaufwilligen Kunden zu beschwatzen, sie sollten das Buch keinesfalls kaufen, dies taten sie selbstverständlich im Zeichen von Ethik und Antifaschismus, und wie alle Missionare handelten sie dabei in guter Absicht und im „besten Glauben“, allerdings auch gegen die Meinungsfreiheit und voller Verachtung ihren Kunden gegenüber. Wer sich als Sarrazin-Anhänger zu erkennen gab, brauchte Polizeischutz, wie in Berlin tatsächlich geschehen. Ein junger Mann hielt dort ein Schild hoch „Danke Thilo!“, worauf er von den Reportern inquisitorisch „befragt“ wurde, ob er mit seiner Kritik den „Islam“ meine oder den „Islamismus“ (gibt es da wirklich einen Unterschied?), und der linke Mob wollte ihn gar über das Brückengeländer in die Spree werfen. Und Sarrazin selbst bekommt inzwischen via facebook Morddrohungen. Buchhändler sagen geplante Lesungen ab, weil sie den dumm-dreisten Mob und seine hirnlosen Aggressionen fürchten.

Wie sich die Bilder gleichen...
Wie sich die Bilder gleichen...
Das ist Multi-Kulti-Deutschland im Jahr 2010: verrohte Sitten, Denkverbote, Scheiterhaufen und eine unsägliche Distanzlosigkeit. Natürlich wissen wir schon lange, daß deutsche Gutmenschen heute gern das an Arabern und Mohammedanern gutmachen, was ihre Großväter und Väter damals an Juden verbrochen haben – ein Gedanke in einer bösen, aber treffenden Formulierung von, wie könnte es auch anders sein, Henryk Broder – doch warum, um alles in der Welt, muß man dafür im Stil eines SA-Sturmtrupps vor Buchhandlungen mit Schildern auftreten, auf denen steht „Halt's Maul!“? Boykott-Zwang im Stil der SA, statt „Deutsche! Kauft nicht bei Juden!“ heißt es nun „Lest dieses Buch nicht!“, und wer sich widersetzt, der gilt als Faschist, Rassist und Ausländerhasser.

Leseverbot = Kaufverbot
Leseverbot = Kaufverbot
Die Anführer des Mobs, die geistigen Brandstifter, sie heißen Sigmar Gabriel, Angela Merkel oder Guido Westerwelle; sie zeichnen sich weniger durch klare Analysen oder gar Kompetenzen in Literaturkritik aus, sondern insbesondere dadurch, daß sie ein Buch beurteilen, bevor sie es gelesen haben. Das ist ein ausgesprochen gefährliches Unterfangen, denn nun sind sie in der mißlichen Lage, zurückrudern zu müssen. Dabei wäre es doch so einfach: alle diese Hetzer entschuldigen sich bei Dr. Thilo Sarrazin, außerdem selbstverständlich auch noch bei den Deutschen, weil sie diese für dumm verkaufen wollten. Danach treten sie zurück, wegen Verleumdung und übler Nachrede, wegen erwiesener Unfähigkeit und natürlich auch wegen Volksverhetzung.

Ganz recht: Merkel und Wulff, Gabriel und Weber mit ihren ebenso zahl- wie bedeutungslosen Hilflingen haben sich der Volksverhetzung schuldig gemacht; sie stiften Unfrieden und spalten die Gesellschaft mit ihren Lügen über Sarrazins Buch. Eigentlich müßte man diese Figuren bei der Staatsanwaltschaft anzeigen, wegen Verleumdung und Volksverhetzung. Okay, das kann man ja noch eine Weile gären lassen. – Einstweilen könnte es sinnvollerweise so weitergehen: die SPD schließt Sigmar Gabriel aus der SPD aus und lädt Wolfgang Clement wieder ein, den die SPD vor einiger Zeit rausgemobbt hatte, und dann können wir gemeinsam ohne dumme Gutmenschen endlich die Misere der nie erfolgreich gewesenen Integration – die Ausnahmen brauchen sich ja gar nicht angesprochen zu fühlen – von Türken und Arabern in Deutschland analysieren und politisch angehen, ohne dieses obsolete Geschwätz dieser wenig hilfreichen Polit-Clowns in Berlin. Die zu dumm oder zu faul waren, die rechtlichen Fragen zu prüfen, bevor sie die Bundesbank-Spitze dazu aufstachelten, Sarrazin hinauszuwerfen. Dann hätten sie nämlich gemerkt, daß das so einfach gar nicht geht. Ein gutes altes Sprichwort sagt ja auch: „reflect before you act“.

9.9.2010, 16:31:59 Uhr
9.9.2010, 16:31:59 Uhr
Schade um die Zeit und die Energie, die man mit diesem verleumderischen Blödsinn der Medienmobber vertan hat: der Berg kreißte und gebar ein Mäuslein. Von den Vorwürfen gegenüber dem völlig integren Sarrazin bleibt nicht ein Staubkorn übrig, wenn man's genau betrachtet. Dazu muß man allerdings das Buch gelesen haben. Dreieinhalb Auflagen sind übrigens bereits ausverkauft, und die meisten Deutschen finden Sarrazin toll, die SPD aber kann sich vor Austritts-Drohungen nicht retten, und 85% der Leser der Financial Times Deutschland meinen, Thilo Sarrazins Deutschland-Analyse sei „gut und richtig“ (55%) oder doch jedenfalls ein guter „Denkanstoß“ (30%) – sind das etwa alles Rassisten und Faschisten? Nein, natürlich nicht. So funktioniert das eben mit der Meinungsfreiheit in einer Demokratie.

...nichts für kleine dumme Jungen!
...nichts für kleine dumme Jungen!
Noch ein klassisches Zitat gefällig? Friedrich Schiller schrieb im Jahre 1780 in seinem berühmten Werk Die Räuber – übrigens uraufgeführt am 13. Januar 1782 in Mannheim! – im ersten Akt: „Da ging's aus wie's Schießen zu Hornberg und mußten abziehen mit langer Nase.

Tja, Frau Merkel, daß Sie gut mobben können, das wissen wir, alte SED-Schule möglicherweise. Und die beiden gelackmeierten Herren Christian Wulff und Axel Weber hätten vielleicht doch vorher nochmal ein bißchen ihren Schiller lesen sollen, dann stünden sie jetzt nicht so verschämt herum wie dumme Schuljungen, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Mit roten Ohren und langer Nase, lächerlich und dumm.

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Abgewatscht eben.

Merkel! Wulff! Weber! Gabriel! SETZEN, SECHS!

Video 1 – Wie gute Journalisten fragen... – aufmerksam, respektvoll und höflich.

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Video 2 – Ein linker Sozialarbeiter diskutiert friedlich, achtsam und voller Respekt...

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  • „Hornberg“. Abbildung aus: Topographia Sueviae (Schwaben), 1643/1656 etc. von Matthäus Merian. Via Wikipedia, public domain
  • Boykott der Nationalsozialisten gegen jüdische Geschäfte in Deutschland, SA-Mitglieder kleben an das Schaufenster eines Berliner jüdischen Geschäfts ein Schilder mit der Aufschrift „Deutsche, wehrt euch, kauft nicht bei Juden“. Bundesarchiv Bild 102-14468, Berlin, NS-Boykott gegen jüdische Geschäfte crop.jpg, via Wikipedia.
  • On April 1, 1933, the boycott which was announced by the Nationalsocialistic party began. Placard reads, „Germans, defend yourselves, do not buy from Jews“, at the Jewish Tietz store. Via Wikipedia, public domain.
  • Screenshot von FTD 9.9.2010
  • „La Menasseuse“ par Hyacinthe Rigaud. Source: coll. priv., via Wikipedia, public domain.
  • „Lange Nase“, free gif.