Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Gesundheit

Rettungsdienste im Wandel der Zeit

Einst Samariter - Heute Hightech-Schutzengel

RTW Innenausstattung
RTW Innenausstattung
Um die Materie Rettungsdienst zu erläutern, möchte ich mit einem kurzen historischen Rückblick das Gestern charakterisieren, und die Entwicklung bis zum heutigen aktuellen Stand darstellen. Ersichtlich wird nicht nur der technische Wandel, sondern insbesondere auch der lange Weg vom in diversen Kursen geschulten Helfer, bis zum heutigen Rettungsassistenten mit Staatsexamen.

Einst war es die Hilfe der Samariter, welche Kranken und Verletzten Trost zukommen ließen. Später entwickelten sich aus diversen Religionen und Kulturen minimale medizinische Kenntnisse. Auch die Basis des Zufalls gab die Möglichkeit, neben einer samaritanen auch eine medizinische Hilfe zu leisten. Selbst Methoden zur Wiederbelebung wurden gefunden. Erkenntnisse über die Bedeutung der Atemfunktion stellten sich allerdings erst im 17. Jahrhundert ein. Aus alten Überlieferungen wird ersichtlich, dass alle heute angewendeten Widerbelebungsverfahren in ihren Vorläufen bekannt waren. So konnte auch der amerikanische Präsident Lincoln nach einem Attentat von seinem Leibarzt zunächst erfolgreich reanimiert worden.

Beatmungsgeräte auf dem Blasebalgprinzip wurden bereits im 18.Jahrhundert entwickelt, jedoch ohne Erfolg in der Anwendung, da die Zusammenhänge zwischen Atmung und Kreislauf nicht beachtet wurden, und wichtige Voraussetzungen wie z.B. freie Atemwege außer acht gelassen wurden.

In dieser Zeit verpflichtete das Christentum zur Nächstenliebe, und als Einrichtungen der Kirchen entstanden die ersten Spitäler. In diesen entwickelten Ärzte unter Anwendung des jeweiligen medizinischen Wissens erste Behandlungszentren. In diesen bestand die Möglichkeit Pflege, Therapie und Fürsorge zu vereinen. Ab diesem Zeitpunkt ergab sich zwangsläufig die Notwendigkeit Kranke und Verletzte ins Hospital zu bringen.

Der erste motorisierte Krankenwagen wurde vor ca.70 Jahren in Betrieb genommen. Die Besatzung bestand aus einem Sanitäter, welcher zugleich auch Fahrer war. Außer Verbandmaterial gab es keine nennenswerte Ausstattung.

Der Heidelberger Chirurg Bauer setzte in den fünfziger Jahren erstmals ein so genanntes Klinomobil ein. Das Fahrzeug, so groß wie ein Omnibus, sollte der schnellen operativen Versorgung der damals sprunghaft angestiegenen Zahl von Verkehrsunfallopfern dienen. Dieser Versuch brachte die Erfahrung, nicht die schnelle Operation, sondern die Widerherstellung und Aufrechterhaltung von Atmung und Kreislauf sichern das Überleben der Verunglückten. Das führte dazu, dass das Klinomobil vom Rettungswagen abgelöst wurde. Hinzu kam, dass der Mediziner Kirschner schon in frühen Jahren erkannt hatte, dass der Patient nicht so schnell wie möglich in die Klinik gebracht werden sollte, sondern die Retter schnellstmöglich zum Patient.

Diese Grundlagen trugen im Wesentlichen dazu bei, dass es Ende der Sechziger Jahre zu einer Reorganisation bei den Hilfsorganisationen kam. Hauptmerkmal sollte nun nicht mehr der schnelle Transport sein, sondern die Sicherung des Überlebens vor Ort. Neuentwicklung und Wiederentdeckung einfacher, aber wirkungsvoller Widerbelebungsmaßnahmen erhielten Priorität.

Die Aufgabenstellung ließ nun deutlich erkennen, dass entsprechen ausgebildetes Personal erforderlich war. Es vergingen viele Jahre bis zur Verwirklichung dieser berechtigten Forderung. Erst Ende der siebziger Jahre wurde als Interumslösung gemäß Bund - Länder Abkommen die einheitliche Ausbildungsmöglichkeit zum Rettungssanitäter geschaffen. Die in dieser Zeit vorgetragenen Forderungen nach einer regelrechten Ausbildung, entsprechend dem Berufbildungsgesetz wurden entschieden zurückgewiesen.

Erst 1989 wurde vom Deutschen Bundestag das Gesetz über den Beruf des Rettungsassistenten verabschiedet. Nach zweijähriger Ausbildung folgt nun das Staatsexamen.

Auf der Grundlage dieser Fakten, darf man davon ausgehen, dass es sich bei dem Beruf eines Rettungsassistenten/Inn, um eine relativ Krisensichere, und des subjektiv vielfältig erscheinenden Tätigkeitsbildes um einen begehrten Beruf handelt.

Rettungsassistenten haben eine klar zu beschreibende, verantwortungsvolle Aufgabenstellung zu erfüllen, die umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten in verschiedenen medizinischen, organisatorischen, technischen und anderen Teilbereichen erfordert. Die Zeiten in denen schwerpunktmäßig die Aufgaben in der Durchführung des Transportes lagen sind längst vorbei. Rettungsassistenten sind im wahrsten Sinne des Wortes „Lebensretter“ und in den meisten Fällen zunächst auf sich alleine gestellt, ohne einen Hilfesuchenden Blick auf den Notarzt werfen zu können. Erste, und auch erweiterte Maßnahmen zur Herstellung bzw. Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen Atmung, Kreislauf und Bewusstseinslage werden getätigt.

Das bedeutet z.B. auch, dass wenn nicht rechtzeitig ein Notarzt zur Verfügung steht, diverse ärztliche Maßnahmen, durch Rettungsfachpersonal ausgeübt werden. Somit wird oftmals eine akute Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes der Patienten verhindert, und in vielen Fällen das Überleben gesichert.

Das ist der aktuelle Stand im Rettungsdienst. Eine relativ gute Ausbildung, moderne Fahrzeuge, und eine nahezu optimale medizinisch-technische Ausstattung erleichtert das Vorgehen im Einsatz.

Gefordert, und auch erforderlich ist aus heutiger Sicht, eine Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildungszeit würde sich dann um ein Jahr erweitern. Ich vermute jedoch, dass bis zur Durchsetzung dieser berechtigten Forderung wieder Jahrzehnte vergehen werden.

Von Alfred Brandner

Bildquelle flickr.com Fotograf ernstl CC Lizenz

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Rettungsdienst | Samariter
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

483
am 10.09.2010 07:03:16 (124.160.102.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 10.09.2010 08:33:03.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
38,454,912 eindeutige Besuche