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Politik: Soziales & Bildung

„...den Diskurs dominieren...“

Medienpsychologische Anmerkungen von Professor Norbert Bolz

Prof. Dr. Norbert Bolz, TU Berlin
Prof. Dr. Norbert Bolz, TU Berlin
Bei einem Kriminaldelikt kommt man dem Täter bekanntlich immer dadurch auf die Spur und man kann ihn immer genau dann überführen und gerichtlich zur Rechenschaft ziehen, wenn man das Opfer hat, das Tatwerkzeug hat und das Motiv kennt. Ähnlich kann man auch bei anderen Aktionen im sozialen Zusammenhang vorgehen, zum Beispiel wenn man die widerwärtige Hexenjagd der Medien analysieren und verstehen möchte, die derzeit gegen einen integren Mann namens Dr. Thilo Sarrazin inszeniert wird. – Das Opfer ist damit bereits benannt, es ist ein erfahrener und sachkundiger Politiker, der den Finger in eine Wunde gelegt hat, die seit 40 Jahren in Deutschland eitert. Ein weiteres Opfer ist übrigens auch die Meinungsfreiheit, ein in einer Demokratie kaum hoch genug zu schätzender Wert.

Ebenfalls geschädigt werden Streitkultur und die Wahlmöglichkeit, im politischen Raum die richtigen Entscheidungen zu treffen, somit die Handlungsfreiheit, wenn bereits das Nachdenken über die richtigen politischen Entscheidungen kriminalisiert wird. Denn inzwischen tun die Sarrazin-Kritiker ja so, als ob er eine „Endlösung“ der Ausländerfrage gefordert hätte, ja, sie nutzen ganz bewußt ständig Anspielung auf den NS-Rassismus, um Sarrazin in eine faschistische und rassistische Ecke zu drängen. – Das bedeutet, daß nicht etwa durch den streitbaren Thilo Sarrazin, sondern durch die Medien, insbesondere jedoch durch die erneut recht sinnfrei agierende Bundeskanzlerin und den erst von ihr kürzlich installierten willfährigen Bundespräsidenten das Ansehen der Bundesrepublik erheblich beschädigt und damit das Wohl Deutschlands gefährdet wurde. Eigentlich wäre dieses Fehlverhalten der richtige Anlaß für einen Rücktritt der beiden von diesen höchsten Staatsämtern... – nicht umsonst hat Henryk Broder den peinlichen Auftritt von Angela Merkel, Christian Wulff und Bundesbank-Chef Axel Weber punktgenau mit dem passenden Wort kommentiert: „Reichsschrifttumskammer“.

Die Suche nach dem Motiv der Täter gestaltet sich etwas schwieriger; zunächst sind wir ja geneigt, denen zu glauben, die da angeblich gegen „Rassismus“ antreten. Allerdings findet man bei der Lektüre des inkriminierten Buches – das im übrigen durch eine ruhige, rational argumentierende Sprache gekennzeichnet ist und sich gerade dadurch wohltuend vom Keifen der geifernden Hetzer-Meute abhebt – gar keine Ansätze von Rassismus, sondern lediglich die fundierte Arbeit eines Praktikers über die bekannten – aber eben verdrängten – Probleme mit immer denselben Gruppen: mit Türken und mit Arabern. Diese Probleme sind längst erhärtet erwiesen an einer Unzahl von Statistiken, polizeilichen Erkenntnissen, oder den schlichten Fakten der schlechten Schulabschlüsse der benannten Gruppen. Hinzu kommt bei einer Großzahl von Arabern und Türken in unserem Land eine fast hartnäckig zu nennende Verweigerung, die Sprache dieses Landes einigermaßen vernünftig zu erlernen.

Wenn es aber nun gar keinen „Rassismus“ gibt in diesem Buch, und wenn vor allem zwei Drittel der Deutschen hinter Sarrazins Thesen stehen, so entsteht doch automatisch die Frage: worüber erregen sich die Politiker, die Medien und die linken Gutmenschen mit ihrem „multi-kulti“-Gefasel eigentlich genau? – Dies ist dann allerdings nicht schwer zu finden, wenn man sich in Medienpsychologie, in der deutschen Geschichte und im logischen Denken ein bißchen auskennt; und wenn man etwas zwischen den Zeilen liest und in die psychosoziale Situation der Sarrazin-Verfolger schaut. Hierbei kann man sich unter anderem stützen auf die Analysen des Medienwissenschaftlers Norbert Bolz. Daß die Politiker unisono gegen Sarrazin schreien, ist am schnellsten erklärt: sie wissen, daß er recht hat, denn sie haben den Karren schließlich in den Dreck gefahren, indem sie eine klare Einwanderungsregelung einfach verschlafen haben. Sie fühlen sich schuldig, und das auch ganz zu recht: sie sind es.

In dem nachfolgenden Video legt Norbert Bolz im Gespräch mit u.a. Peter Sloterdijk und der Schriftstellerin Ulrike Draesner dar, was hier eigentlich gerade passiert: die von linken Gutmenschen dominierten Medien wollen nichts anderes als eine Gegenaufklärung. Ausgerechnet die, die historisch für Gedanken- und Meinungsfreiheit gekämpft haben, schicken sich jetzt an, in der Art stalinistischer Politkommissare dem angeblich „dummen“ Volk zu erklären, was es gefälligst zu denken und zu meinen hat. Es geht in der Sarrazin-Debatte also lediglich um das Monopol der Linken, das Gute zu definieren, um die Deutungshoheit. Dieses Monopol setzt man notfalls eben auch mit Gewalt um. Die Politkommissare Stalins hatten ja nicht umsonst neben der Schreibmaschine für die Flugblätter immer auch eine Pistole dabei. In der DDR gab es übrigens ebenfalls Politoffiziere, in der Bundesrepublik Deutschland dagegen nie.

Den Diskurs zu dominieren, das ist das Ziel. Das Schöne dabei ist jedoch, die Perspektive zu sehen, aus der heraus dieser Versuch unternommen und an Sarrazin exerziert wird: es ist die Perspektive der Verlierer. Denn die linken Demagogen wissen genau, daß sie ihr „multi-kulti“-Spiel längst verloren haben, auch in Frankreich und Belgien, in den Niederlanden und in der Schweiz ist man aufgewacht. Es gibt Karikaturen, Pressefreiheit, Verschleierungsverbot und Minarett-Stopp. Das ist gut, das ist wichtig, die Debatte, die Sarrazin eröffnet hat, hat noch nicht einmal richtig begonnen, und genau davor haben die linken, die grünen und die roten Gedankenpolizisten so große Angst. An Sarrazin und an Sloterdijk kommt man so einfach eben nicht vorbei, und die Zeit der Gedankenpolizei ist im Westen vorüber... – so etwas anachronistisches gibt es inzwischen nur noch in den Scharia-Ländern von Iran bis Sudan, von Saudi-Arabien bis Afghanistan. Wir hier brauchen das nicht, und wir wollen es auch nicht. Wir sind es gewohnt, frei zu denken, und wir sind so frei, auch das zu sagen, was wir denken. Dazu brauchen wir weder Parteien noch Meinungsmacher in den Medien.

YouTube Video

  • Bildnachweis:
Prof. Dr. Norbert Bolz, offizielles Pressefoto der TU Berlin

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Schlüsselwörter: Norbert Bolz | Sarrazin | Sloterdijk | Integration | Islamismus | Gen | Einwanderung
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Kommentare

Hartmut Holz
am 08.09.2010 17:58:12 (217.80.203.xxx) Link Kommentar melden
Die Wahrheit ist, gerade in den Parteien, unerwünscht.

Ich hatte einmal, während einer Versammlung unserer SPD, gefordert, dass der
Jugendschutz endlich einmal rigeros angewandt werden sollte.

Es ging da um betrunkene Jugendliche, die von der Polizei aufgegriffen wurden.
Ich war und bin immer noch der Meinung, dass auch die Eltern dieser Jugendlichen strafrechtlich belangt werden sollten und, dass die Polizei diese Eltern auch kontrollieren sollten, ob sie nicht sogar ein Alkoholproblem haben.

Kaum hatte ich dieses verkündet, da ging es natürlich so richtig ab. Ich sollte doch bitte einmal an 1933 denken und das, was ich fordere sei Polizeitstaat und Diktatur. Und so etwas wollen wir hier, in Deutschland, nie wieder haben.

Ergo lassen wir doch unsere Jugendlichen sich tot trinken und schauen wir, über dieses Problem hinweg. Und so ist auch mit den Thesen von Herrn Sarazin.
Einfah die Wahrheit nicht wahrhaben wollen und sich vor gewissen türkischen Kreisen klein machen. Nein danke. Dieses kann nicht Bestandteil unserer Demokratie sein.

Denn wenn wir die Wahrheit nicht mehr ertragen können und keine Probleme mehr lösen, dann schaffen wir uns tatsächlich, in Deutschland, ab.
483
am 10.09.2010 07:02:07 (124.160.102.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 10.09.2010 08:32:34.
266
am 10.09.2010 08:28:50 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Dieser zehnminütige Mitschnitt des Gesprächs ist sehr beeindruckend, die Analyse von Norbert Bolz überzeugt durchaus.

Siehe auch:

YouTube Video
349
am 12.09.2010 19:09:50 (76.76.104.xxx) Link Kommentar melden
Das Buch ist sehr ruhig und klar geschrieben. Selbstverständlich müssen wir endlich damit aufhören, Menschen von außerhalb Europas anzuziehen, die als einziges Motiv haben, hier von Hartz IV zu leben. Kein Land der Welt macht so etwas, einwandern dürfen die, die für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen. So ist das jedenfalls in Kanada, Australien, Neuseeland oder USA.
357
am 17.09.2010 12:39:26 (84.19.165.xxx) Link Kommentar melden
Das Interview mit Herrn Henkel sagt ja auch sehr viel über den Interviewer aus. Ein Lehrstück über suggestive Fragetechnik.

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