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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Problemfall Leiharbeit

Zeitarbeit
Zeitarbeit
Die sogenannte Arbeitnehmerüberlassung ist ein Instrument, welches von vielen kleinen und großen Firmen in letzter Zeit sehr häufig in Anspruch genommen wird. Doch der eigentlich beabsichtigte Zweck hinter der Leiharbeit gerät immer mehr in den Hintergrund. Im Grunde genommen war die Leiharbeit ursprünglich dafür gedacht, Betrieben die in Stoßzeiten einen erhöhten Arbeitskräftebedarf haben, kurzfristig fachlich versierte Arbeitnehmer zur Verfügung zu stellen.

Doch mittlerweile sieht es in Deutschland in sehr vielen Betrieben anders aus. Leiharbeiter werden nicht mehr nur kurzfristig eingesetzt, sondern deren Einsatzzeit erstreckt sich über mehrere Monate oder Jahre, wohlgemerkt in ein und demselben Unternehmen. Von einem kurzfristigen Einsatz während einer betrieblichen Stoßzeit kann dann wohl kaum noch die Rede sein.

Welche Motivation haben Firmen, anstatt reguläre Arbeitnehmer einzusetzen verstärkt auf Leiharbeiter zu setzen? Die Leiharbeit bietet für ein Unternehmen erheblich Vorteile gegenüber einer Festanstellung. Leiharbeiter verdienen im Schnitt 20-40 Prozent weniger als ihre fest angestellten Kollegen. Für den Unternehmer ist in der Summe der Ausgaben ein Leiharbeiter günstiger als eine Festanstellung ( kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld, keine Gewinnbeteiligung, keine betriebliche Altersversorgung etc.).

Kann man deswegen den Unternehmen einen Vorwurf machen? Ich denke eher nicht, denn sie nutzen einfach die Möglichkeiten die ihnen von unserer Regierung angeboten werden. Es muss ganz klar von Seiten der Regierung eine Neuregelung der Arbeitnehmerübererlassung erfolgen.

Schon alleine die Änderung der Entlohnung würde für eine stark sinkende Nachfrage an Leiharbeitern führen. Würde zum Beispiel gesetzlich geregelt werden, dass Leiharbeiter mit den selben Stundensätzen bezahlt werden müssen, wie die neben ihnen arbeitenden Kollegen, würde sich ein Unternehmer schon überlegen, ob er nicht doch lieber auf eine Festanstellung zurückgreift, denn in diesem Fall kommt der Einsatz des Leiharbeiters teurer als eine reguläre Anstellung. Der Einsatz vom Leiharbeitern würde sich für ein Unternehmen dann wirklich nur in Stoßzeiten rechnen.

In der jetzigen Anwendung der Arbeitnehmerüberlassung ersetzt die Leiharbeit in zunehmenden Maße reguläre Arbeitsplätze und hilft bei der Etablierung eines gesetzlich gewollten Billiglohnsektors.

Bildnachweis pixelio.de Fotograf Guedo01 Lizenz

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Schlüsselwörter: Leiharbeit | Arbeitnehmerüberlassung
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Kommentare

MarBrun
am 07.09.2010 15:47:16 (92.116.5.xxx) Link Kommentar melden
Mit Sicherheit tragen neben den Eigentümern der Fabriken und Unternehmen auch die politischen Mandatsträgern sowie auch die deutschen Gewerkschaften eine große Mitschuld an der "Misere" Leiharbeit. So sind es doch immer die Gewerkschaften, die in recht zweifelhaften Verhandlungen einen Stundenlohn von 6 Euro 50 als "großen Gewinn" für die Leih Arbeiter aushandeln.

Aus politischer Sicht wurde durch den Ausspruch von Frau Dr. Merkel "Sozial ist, was Arbeit schafft" geradezu Tür und Tor für ein menschenunwürdiges Leben in der Arbeitswelt geöffnet.

Aber auch ein fehlendes ständiges Lernen der Arbeitssuchenden muss hier angesprochen werden. Grundsteine für ein erfolgreiches Arbeitsleben werden immer noch in den ersten Schuljahren gelegt. Versagen dort die Menschen, dürfen diese sich im Grunde hinterher auch nicht darüber beschweren, das man sie mit Billiglohn bezahlt.
Kindergaertner
am 07.09.2010 15:56:06 (78.52.138.xxx) Link Kommentar melden
Meine Devise ist ja "Sozial ist was arbeitlos macht". Die Menschen irgendwelche Dinge tun zu lassen, damit sie beschäftigt sind, ist irgendwie merkwürdig.
483
am 10.09.2010 07:04:25 (124.160.102.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 10.09.2010 08:33:21.
  • Gelöscht von OZ24 am 10.09.2010 08:33:28.
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266
am 10.09.2010 08:59:01 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Eine sehr gute Darstellung des Problems, die dieser Artikel hier bietet.

Nein, man kann den Unternehmern keinen Vorwurf machen. Jeder von uns würde jedes System innerhalb seiner Grenzen genauso nutzen, das ist legal, das macht jeder bei der Steuererklärung, wenn er es kann.

Wie man sieht, ein weiteres Beispiel unsinniger Marktregulierung mit schlecht gemachten Gesetzen.
Hartmut Holz
am 13.09.2010 17:04:08 (217.80.224.xxx) Link Kommentar melden
"Sozial ist was Arbeit schafft" stammt ja nicht von Frau Merkel, sondern von der Lobbyisten Vereinigung "Neue Soziale Marktwirtschaft".

Und welche Arbeit meinen denn diese Herrschaften, die dort Mitglied sind? Natürlich die unterbezahlte Leiharbeit. Also Niedrigstlohn.

Und dieses ist natürlich abzulehen. Wenn Arbeit dann auch regulär und fair bezahlt. Also nach Tarift.

Leiharbeit ist Sklavenarbeit und sollte abgeschafft werden.

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