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Politik: WeltErste Zeichen der Annäherung zwischen Thailand und Kambodscha

Gopura von Kao Phra Viharn. Wikipedia
Dies hatte am 4. November 2009 zur Rückberufung des thailändischen Botschafters in Phnom Penh geführt. Nur zwei Tage später rief auch Kambodscha seinen Botschafter aus Thailand zurück, worauf beide Länder dann ihre diplomatischen Beziehungen abbrachen und auf Eis legten. Seitdem stieg die Spannung zwischen den beiden südostasiatischen Staaten dramatisch an. Hinzu kommt die aktuelle Lage im Tempelstreit, bei dem es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam, die auch schon einige Tote forderten.
Zumindest auf diplomatischer Ebene nähern sich beide Länder wieder, nachdem bekannt wurde dass Thaksin Shinawatra am 23. August 2010 „aus persönlichen Gründen“ seinen Posten als Wirtschaftsberater Kambodschas abgegeben hat. In einer offiziellen Erklärung von Seiten Kambodschas hieß es dazu: „Die kambodschanische Regierung hat den Rücktrittsgesuch Thaksin Shinawatras mit Dank an seiner Arbeit für Kambodscha angenommen."
Auf Grund dieser Ereignisse beschloss Thailand umgehend seinen Botschafter Prasas Prasasvinitchai zurück nach Phnom Penh zu schicken um die diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen. „Ich glaube, dass die Normalisierung der Beziehungen mit der Wiedereinführung des Botschafters den Weg für die beiden Länder ebnen wird, um die Probleme zwischen den beiden Ländern deutlich leichter lösen zu können", sagte der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva zu den thailändischen Medien. Ähnlich drückte es auch der thailändische Außenminister Kasit Piromya aus: „Thaksins Rücktritt erfüllt eine thailändische Voraussetzung, damit sich die bilateralen Beziehungen wieder normalisieren können. Ich möchte der kambodschanischen Regierung danken, unsere Beziehungen wieder voranzubringen."
Koy Kuong, Sprecher des kambodschanischen Außenministeriums, ließ daraufhin in Phnom Penh verkünden, dass Kambodscha ebenfalls bereit sei ihren Botschafter You Aye zurück nach Bangkok zuschicken, wenn der thailändische Botschafter in Phnom Penh eingetroffen sei.
Durch diese Entwicklung ist man in einigen thailändischen Medien auch euphorisch, dass sich hierdurch eine Annäherung beider Länder im jahrzehntelangen Streit um den umstrittenen Khmer Tempel Preah Vihear abzeichnet. In dieser Angelegenheit hat sich zwischenzeitlich auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon als Vermittler angeboten. Kambodscha erwartet hierbei zum wiederholten Male eine internationale Konferenz und die Unterstützung anderer Länder, während Thailand bisher eine Einmischung Dritter strikt ablehnte. Außerdem wehrt man sich in Bangkok gegen den jüngst vorgelegten Management-Plan Kambodschas für den Tempel. Die Staatschefs beider Länder wollen, so wurde angekündigt, im Oktober während des Asien-Europa-Treffens (Asia-Europe Meeting/ASEM), das in Brüssel stattfindet, auch über dieses Grenzproblem miteinander sprechen.
Das Auswärtige Amt warnt derzeit immer noch unverändert in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen vor Touren in die Gegend um Preah Vihear und in die thailändisch-kambodschanischen Grenzgebiete allgemein:
„Von Reisen in die Grenzregion zu Kambodscha, insbesondere nach Preah Vihear und Umgebung und zu den anderen in diesem Bereich befindlichen Tempelanlagen, wird abgeraten. Die Spannungen zwischen beiden Ländern im Streit um das Tempelgebiet sind nicht beigelegt. Der gesamte Bereich bleibt bis auf weiteres militärisches Sperrgebiet. … Im Grenzgebiet zu Kambodscha kann es zu Überfällen durch bewaffnete Banden kommen, die mitunter Menschenleben fordern.“ (Stand: 05.09.2010)
- Tempelstreit in Südostasien droht zu eskalieren
- Preah Vihear oder Phra Viharn – Kambodscha oder Thailand?
- Immer noch kein Ende beim Tempelstreit Thailand-Kambodscha in Sicht
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