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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Haben sich die Mannesmann-Manager freigekauft?

Das Verfahren gegen die prominenten Angeklagten im Mannesmann-Prozess ist unter Zahlung teilweise hoher Geldbeträge eingestellt worden. Der vorsitzende Richter beim Düsseldorfer Landgericht, Stefan Drees benötigte nicht einmal 15 Minuten, um einen endgültigen Schlussstrich unter das bisher spektakulärste Wirtschaftsstrafverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte zu ziehen. Die 6 teilweise sehr prominenten Angeklagten müssen zusammen rund 6 Millionen Euro zahlen. Die Zahlungen werden als Geldauflagen und nicht als Geldbußen bewertet.

Keiner der Angeklagten ist damit vorbestraft, somit kann Herr Ackermann weiter Chef der deutschen Bank bleiben. Das Düsseldorfer Landgericht folgte damit, ohne jeden Abstrich den Anträgen der Anklage und Verteidigung, die sich in der vergangen Woche auf dieses Ende verständigt hatten. Viele bezeichneten diese Vorgehensweise als modernen Ablasshandel und Freispruch erster Klasse. Diese Behauptungen wurden aber vom Richter Stefan Drees zurückgewiesen. Er wies sehr deutlich darauf hin, dass die Anwendung von § 153 a (die Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld), in der deutschen Rechtspraxis ein alltäglicher Vorgang sei.

Der Vorsitzende der Deutschen Bank J. Ackermann, verließ ohne persönliche Stellungnahme das Gericht. Im ersten Verfahren vor 2 Jahren hatte er durch überhebliches und ungeschicktes Auftreten wochenlang im Kreuzfeuer der Kritik gestanden. Bei dem neu aufgerollten Prozess hatte sich der Chef der Deutschen Bank ungewohnt zurückgehalten. Trotz einer Zahlung von rund 3,2 Millionen Euro, bleibt Ackermann ohne jeden Makel, im strafrechtlichen Sinne gesehen.

Mit versteinerter Mine verlies Ex-Mannesmannchef Esser den Gerichtssaal. Er hatte es mit seinem neuen Verteidiger auf einen Freispruch angelegt. Jetzt muss auch er 1,5 Millionen Euro zahlen. Auch wenn er dieses Ziel letztendlich nicht erreicht hat, kann auch er mit dem Ausgang des Verfahrens letztendlich zufrieden sein.

Bei den übrigen angeklagten war die Erleichterung spürbar, nicht noch weitere Monate wöchentlich 1-2-mal vor Gericht erscheinen zu müssen.

Für die Staatsanwaltschaft ist mit den Auflagen dem recht genüge getan. Staatsanwalt Lichtenberg teilte mit, dass er mit der Entscheidung des Gerichtes zufrieden sei.

Recht scharf sind dagegen die Reaktionen der Öffentlichkeit auf das Urteil. Als unwürdigen Handel mit der Gerechtigkeit bezeichnete der rechtspolitsche Sprecher der Linken den Ausgang des Verfahrens.

Ich persönlich habe mit einem solchen Ausgang gerechnet und bin damit nicht einverstanden. Mir drängt sich der Vergleich mit einem Ladendieb auf der 100,- Euro stiehlt und vor Gericht dann 10,- Euro Geldstrafe zahlen muss. Aber wer hat ernsthaft auf ein anderes Urteil gehofft? Das dürften doch nur die allerwenigsten gewesen. Wie sagte mein Großvater schon immer „Eine Krähe hackt der anderen Krähe kein Auge aus“. Leider!

Um auf die Ausgangsfrage des Artikels zurückzukommen. Haben sich die Mannesmann-Manager freigekauft? Von mir ein klares JA!

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Schlüsselwörter: Mannesmann | Manager | Wirtschaft | Strafverfahren | Ackermann
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