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Politik: Politische Meinung

Continuez, mon brave!

Das Gerangel um Thilo Sarrazin... – oder: Wie dumm dürfen Regierungschefs eigentlich sein?

Latex-Maske, leider ausverkauft!
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Kein Mensch hat je behauptet, daß deutsche Politiker eine positive Auswahl im Sinn einer Elite darstellen. Jeder weiß nämlich, daß genau das Gegenteil der Fall ist: wer nämlich wirklich qualifiziert ist, der geht in die akademische Lehre oder Forschung, wird Arzt oder Anwalt, macht sich selbständig oder nimmt eine Führungsaufgabe in einem Unternehmen wahr. Dort verdient er dann in aller Regel für anständige Arbeit anständig Geld, und so soll es ja nun auch sein. – Der Rest aber geht in die Mühle der Ortsvereine irgendeiner Partei, knechtet unter alten Männern der jeweiligen politischen Richtung und trägt ihnen die Aktentasche, malocht und macht den Buckel krumm: die sogenannte „Ochsentour“ der Parteiarbeit. Man beachte den Sinn des Wortes Ochse...!

Das alles funktioniert immer fein nach dem Motto:

...wer nichts wird, wird Wirt,

ist auch dieses nicht gelungen,

macht er in Versicherungen...

Das ist etwas für die, die immer in der zweiten oder dritten Reihe stehen, nicht umsonst nennt man sie dann „Hinterbänkler“ oder „Kanalarbeiter“ im Volksmund. Für Männer gibt es das Sich-Hochschlafen nun einmal nicht, normalerweise jedenfalls nicht, daher kommt hier eher die Strategie „Bückling“ in Betracht. Kanalarbeiter stehen eben nun mal bis zu den Knien in Schlamm aus Fäkalien. Klassische Figuren dieser Kategorie sind Rudolf Scharping, Ronald Pofalla oder Katja Kipping – okay, sie ist vermutlich kein Mann, aber man muß erst zweimal hinsehen, um da einigermaßen sicher zu sein. Man fragt sich unwillkürlich, welchen Schulabschluß solche Leute eigentlich geschafft haben. Und man darf sich sicher sein, sie würden in der freien Wirtschaft bei jedem Einstellungstest durchfallen. – Die Politiker der dritten Garnitur werden dann aber bei Mißerfolg oder Ablauf des Verfallsdatums wie Edmund Stoiber in Brüssel entsorgt, falls sie nicht – wie Rudolf Dreßler – als Botschafter in Israel eine letzte und überbezahlte Verwendung finden...

Es ist klar, daß in einem solchen, von Steuern reichlich alimentierten Biotop – übrigens ohne Zuchtauswahl im Darwinschen Sinn – die Dummheit ein besonders förderliches Biotop vorfindet. Grassierende Krankheiten wie rhetorische Inkontinenz, cerebrale Inkompetenz oder mentale Flatulenz sind die Folge. Die größte Dummheit der letzten Zeit leistete sich allerdings die stark rücktrittsgefährdete Angela Merkel, als sie ohne Not versuchte, Druck auf die Bundesbank auszuüben in Sachen Sarrazin. Das war dumm, das war peinlich, Frau Merkel! Eine echte Nullnummer, die letzte war ja die mit dem Bundespräsidenten, aber offenbar sind Sie da völlig schmerzfrei, weil erkenntnisresistent:

Kanzlerin bringt Bundesbank unter Zugzwang

Besonders die indirekte Aufforderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Bundesbank solle sich von Sarrazin trennen, hat die Notenbank unter Zugzwang gebracht. Etliche Notenbanker schütteln deshalb den Kopf über das Vorgehen der Bundesregierung: Öffentliche Ratschläge von Seiten der Politik sehen sie ohnehin als Angriff auf ihre Unabhängigkeit an. Vor allem aber dürfte Merkel gewusst haben, wie schwer es für die Bundesbank wird, Sarrazin zu entlassen, heißt es. Der Bundesverband der Arbeitsrichter hält einen Rauswurf für rechtlich nicht zulässig.

Letzte Meldung von 16:37 Uhr

„Die Bundeskanzlerin hat die unabhängige Entscheidung des Bundesbankvorstandes mit großem Respekt zur Kenntnis genommen.“ – Diesem Gesocks ist nichts peinlich, ganz offenbar.

Charles de Gaulle
Charles de Gaulle
Übrigens: vom früheren französischen Präsidenten Charles (André Joseph Marie) de Gaulle wird folgendes berichtet, möglicherweise ist das jedoch nur ein Witz:

Der General und Präsident schreitet eine Kompanie von Soldaten ab, die aus dem Kongo zurückgekommen waren; als er an einem Schwarzen vorbeikommt, stutzt er, bleibt stehen, wendet sich diesem zu und sagt nachdenklich: „Vous êtes noir!“ – Der Soldat antwortet, stolz wegen der unerwarteten Zuwendung, ganz schneidig: „Oui, mon général!“ – Darauf de Gaulle, ganz der joviale Landesvater, aufmunternd: „Continuez, mon brave!

Schön, schön, aber was hat das mit Herrn Sarrazin oder Frau Merkel zu tun? – Na, das ist doch klar! Thilo Sarrazin kann nur weitermachen, das entspricht seiner Natur und seiner Überzeugung; so, wie der schwarze Soldat seine – übrigens genetisch bedingte – Hautfarbe behält, behält Sarrazin seinen kritischen Geist und seine sympathische Störrischkeit. Er geht weiter auf seinem Weg, der zähe Hugenotten-Abkömmling, der typische Europäer, der perfekt integrierte Migrant. Er wird, wie sich das für einen tapferen Soldaten bei der Verteidigung des Abendlands gehört, nachladen und weiterfeuern. Munition hat er ja noch reichlich.

Es gibt übrigens auch vernünftige und bewunderungswürdige Regierungschefs in der Geschichte Europas. Ob nun aber ausgerechnet Angela M. dazugehört, das mag jeder selber beurteilen.

Dabei hat sie es viel leichter als andere:

Comment voulez-vous gouverner un pays qui a deux cent quarante-six variétés de fromage?

Quelle: Ernest Mignon: "Les Mots du Général", 1962

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Schlüsselwörter: Sarrazin | Merkel | Gleichschaltung | Mohammedaner | Charles de Gaulle | Houellebeq | Integration
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Kommentare

Johannes Reiser
am 03.09.2010 11:42:12 (94.218.246.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Chaim,

das mit der Ochsentour habe ich nicht ganz verstanden. Wer ist der Ochse, der altgediente Parteipolitiker oder der mit der Aktentasche?

Bekanntlich ist es doch so, der der vorne zieht ist der Ochse und das Gepäck wird von der Karre getragen.

Soweit ich dies aus der Landwirtschaft weis, ist es im Leben eines Ochsen so, dass mindestens einmal im Monat die Karre den Mist, den der Ochse Tag für Tag im Stall hinterlässt,
aufs Feld (unters Volk) zu tragen hat. Desweiteren hat auch die Karre täglich das Futter, das der Herr (ebenfalls das Volk) des Ochsen für den Ochsen auf Feld und Wiesen zu produzieren hat, in den Stall des Ochsen zu tragen.
Kindergaertner
am 03.09.2010 12:30:11 (78.52.132.xxx) Link Kommentar melden
Das ist natürlich köstlich. Du diskreditierst ausgerechnet die Personengruppe aus der Sarazzin selbst stammt. Und damit ist dann im Grunde schon alles gsagt. Köstlich, Chaim.
317
am 03.09.2010 12:36:32 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Die Ochsentour im Französischen hört sich auch gut an: „travail de Romain“. Der Witz über de Gaulle ist ja herrlich!
319
am 03.09.2010 22:34:26 (173.0.10.xxx) Link Kommentar melden
Grin sone maske hätte ich auch gern Smile
483
am 10.09.2010 07:08:08 (124.160.102.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 10.09.2010 08:35:30.
266
am 10.09.2010 08:40:04 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Continuez, mon brave!

Ja, dies wäre zu wünschen, daß er unbeiirt weitermacht. Als Politiker, als Autor, als Aufklärer. - Denn den Druck ist er ja nun auf elegante Weise losgeworden. Er gibt übrigens nicht auf, wie die Welt dummerweise titelte, sondern er konzentriert sich auf das Wesentliche und das Positive. Respekt!

Wer weiß, wie Vertragsauflösungen verhandelt werden, der weiß auch, in welcher Größenordnung die Abfindung gewesen sein wird. Denn die Prozesse hätte er sicher gewonnen.

http://www.focus....50026.html

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