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Technik: Automobil

Verwirrspiel Hybrid

Toyota Prius Cockpit
Toyota Prius Cockpit
Das es in Zukunft in der Autoindustrie einen Umschwung geben wird ist wohl unumstritten und auch notwendig. Das haben die Fahrzeughersteller auch selber gemerkt und diese bieten in letzter Zeit immer öfter Fahrzeuge an, die wesentlich effizienter mit den fossilen Brennstoffen umgehen als bisher. Jede Automarke die etwas auf sich hält, hat Fahrzeuge im Programm die mit Spritspartechnologien aufwarten und um die Gunst der sparwütigen Käufer buhlen.

In den Marketingstrategien der Autokonzerne werden dann solch klangvolle Zusatzbezeichnungen wie „eco dynamics“, „blue efficiency“ oder „efficient dynamics“ erfunden um die Umweltverträglichkeit dieser Modelle sofort ersichtlich zu machen. Hierbei handelt es sich im Regelfall um Kraftfahrzeuge in denen Komponenten verbaut sind die zum Spritsparen geeignet sind, wie zum Beispiel eine Start-Stopp-Automatik, Leichtlaufreifen, spezielle Getriebe etc..

Ein weiteres Schlagwort der Branche ist das Hybridauto. Hier geistern jedoch so viele verschiedene Begriffe wie Mikrohybrid, Mildhybrid, Vollhybrid und Plug-in-Hybrid durch die Medien, das dem normalen Verbraucher nicht sofort klar ist, welche Technologie sich hinter welcher Bezeichnung verbirgt.

Als Hybridfahrzeug bezeichnet man heutzutage ein Fahrzeug in dem ein Elektromotor mit Energiespeicher in Verbindung mit einem normalen Verbrennungsmotor zusammenarbeitet. Verallgemeinert hat das die UNO in ihrer Begriffsdefinition von 2003 wie folgt: „Als Hybridfahrzeug bezeichnet ein Fahrzeug, das mindestens zwei Energieumwandler und zwei Energiespeichersysteme im Fahrzeug eingebaut hat, um es anzutreiben.“

Leider ist das Thema damit nicht abgeschlossen, denn es gibt verschiedene Formen des Hybridantriebes die momentan eingesetzt werden.

Smart MHD
Smart MHD
Da wäre als erstes der Begriff Mikrohybrid. Allein der Begriff ist schon eine Irreführung, da es sich beim Mikrohybrid gar nicht um ein Hybridauto im Sinne der Definition handelt. Wie zuvor erwähnt, müssen bei einem Hybridauto 2 unterschiedliche Antriebsquellen (im Regelfall ein Elektromotor und ein Verbrennungsmotor) vorhanden sein, die zum Antrieb des Fahrzeuges genutzt werden. Bei den Mikrohybridautos wird zwar ein Verbrennungsmotor verbaut, jedoch kein Elektromotor der dem Antrieb des Fahrzeuges dient. Diese Fahrzeuge verfügen über eine Start-Stopp-Automatik, das heißt das Fahrzeug schaltet z.B. bei Ampelstopps den Motor aus und startet diesen bei Bedarf wieder. Der zum Starten notwendige Strom wird bei diesen Fahrzeigen über ein Bremsenergierückgewinnungssystem in einem extra Akku gespeichert. Ein Beispiel dieser Fahrzeugkategorie ist der Smart Fortwo Micro Hybrid Drive. Wer also einen echten Hybrid kaufen will sollte nicht zu einem Mikrohybrid greifen.

Der nächste Begriff mit dem man konfrontiert werden kann ist der Mildhybrid. Im Gegensatz zum Mikrohybrid handelt es sich bei dem Mildhybrid um ein echtes Hybridfahrzeug im Sinne der weiter oben genannten Definition. Hier kommt neben dem Verbrennungsmotor ein Elektromotor zum Einsatz, der zum Antrieb des Fahrzeuges genutzt wird. Der Elektromotor wird dabei als Unterstützung für den Verbrennungsmotor eingesetzt. Hauptsächlich erfolgt diese Unterstützung bei kraftstoffintensiven Fahrmanövern, wie z.B. beim Beschleunigen oder Anfahren. Auch diese Fahrzeuge verfügen über eine Bremsenergierückgewinnung bei der der Akku des Elektromotors geladen wird. Mit Mildhybridfahrzeugen ist eine rein elektrische Fortbewegung nicht möglich.

Toyota Prius
Toyota Prius
Anders sieht das beim Vollhybrid aus. Mit diesem ist eine rein elektrische Fortbewegung, wenn auch nur für kurze Strecken möglich. Diese Möglichkeit ist auch das entscheidende Merkmal eines Vollhybriden. Mildhybrid und Vollhybrid unterscheiden sich im Wesentlichen nur in diesem Punkt. Wer wirklich ein Hybridauto kaufen will, ist mit einem Vollhybrid am besten beraten. Bekanntester Vertreter ist der Toyota Prius der seit 1997 gebaut und mittlerweile in der 3. Generation erhältlich ist.

Eine Erweiterung der Hybridantriebe stellen die Plug-in-Hybride dar. Diese Fahrzeuge sind so konstruiert, das die Aufladung des Akkus nicht ausschließlich über den Verbrennungsmotor erfolgt. Sie bieten die Möglichkeit den Akku z.B. in der heimischen Garage über das Hausstromnetz zu laden. Damit wird die Effizienz weiter erhöht.

Abschließend bleibt aber festzustellen, dass die sehr hohen Anschaffungskosten eines Mildhybrids oder Vollhybrids gegen eine Anschaffung aus Kostenersparnis sprechen. Bevor der Mehrpreis im Vergleich zu einem herkömmlichen Modell erwirtschaftet ist vergehen Jahre. Momentan sind diese Fahrzeuge nur für Idealisten und Technikfreaks geeignet. Geht die Entwicklung aber so weiter wie in den letzten Jahren, sind die Zeiten in denen sich die Anschaffung eines solchen Autos wirklich lohnt nicht mehr weit entfernt. Eines ist aber sicher die Hybridtechnologie kann nur als Brückentechnologie zum reinem Elektroauto angesehen werden.

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Schlüsselwörter: Hybrid | Mikrohybrid | Mildhybrid | Vollhybrid | Plug-in-Hybrid
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Kommentare

286
am 31.08.2010 11:46:28 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Hybridautos sind ja nur eine Überbrückungstechnologie, ich will mein Atomauto! Von mir aus auch eins mit Brennstoffzellen Smile

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