Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

550 Millionen Jahre Erdgeschichte

Das Urweltmuseum Neiderhell
27.08.2010 18:51:56 eingesandt von Alexander Knoerr für OnlineZeitung 24.de

Die Entwicklung des Lebens auf unserer Erde ist ein spannendes, und aufregendes Thema.

Aufregend auch deshalb, weil viele für den Laien präsentierte, scheinbare Fakten jeglicher wissenschaftlich falsifizierbarer Grundlage entbehren. Diese bekommt man dann im Fernsehen so präsentiert, als wären sie der Weisheit letzter Schluss.

Da sieht man dann beispielsweise wunderbar im Computer animierte Dinosaurier in Wäldern des Tertiär herumlaufen, hört, wie Raptoren untereinander sich mit Lauten verständigen. Man sieht, beinahe lebensecht inszeniert, wie mancher Saurier seinen Schuppenkamm aufstellt, und damit fürchterliche Geräusche macht, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Der interessierte Fernsehzuschauer erfährt allerlei über das Balzverhalten von Tyrannosaurus Rex und Co., über die Wanderungen von Urkrokodilen oder die Brutpflege von diversen Kleinsauriern.

Aber was der Fernsehzuschauer nicht erfährt - alle diese „Fakten“ sind reine Spekulation!

Niemand kann mit letzter Gewissheit behaupten, dass sich diese Szenarien auch wirklich so oder so ähnlich zugetragen haben. Denn wir wissen von diesen Tieren nur das, was wir anhand fossiler Funde im Gestein über die Jahrmillionen überliefert bekommen haben. Und das sind in den meisten Fällen nur Knochenreste. Natürlich hat man auch in ganz seltenen Fällen Brutgelege gefunden. Aber daraus kann man niemals mit Gewissheit Aussagen über das Brutverhalten tätigen!

Die Wissenschaftler, die jedoch die Urzeit erforschen, tun gerade so, als könnten sie die komplexesten Verhaltensstrukturen aus ein paar Knochenfragmenten herauslesen.

Aber was kann man nun wirklich aus Fossilien herauslesen? Was kann man von diesen versteinerten Überbleibseln längst vergangener Tage lernen und übernehmen?

Nun, man kann ganz grobe Muster in Verhalten, Auftreten und Verbreitung und etwaige Sippenaufkommen daraus erkennen. Man kann Datierungen vornehmen und herausfinden, was die Nahrung der einzelnen Arten war und wo sich diese besonders gerne aufhielten. Natürlich kann und darf man auch als Wissenschaftler spekulieren. Das muss man geradezu. Allerdings sollte ein jeder Forscher dies dann auch als Spekulation erkennbar darstellen und nicht den interessierten Laien praktisch an der Nase herumführen. Das Beste ist immer, wenn man sich selbst davon überzeugt, wie Fossilien aussehen und woher diese stammen. Die großen Naturkundemuseen bieten beeindruckende Möglichkeiten sich zu informieren.

Aber es gibt auch sehr viele Laien, die als Sammler dieser Raritäten unterwegs sind. Diese Sammlungen bieten sehr oft ebenso beeindruckende Fundstücke wie die der Museen. Allerdings bleiben private Sammlungen meist verschlossen. Es gibt aber Ausnahmen. Erfreulicherweise sind es Sammler wie die Familie Neiderhell aus Kleinholzhausen bei Rosenheim, die schon seit Generationen dieser Leidenschaft nachgehen und sich eine beachtliche Sammlung zugelegt haben, die seinesgleichen in Privatbesitz sucht.

Faszinierende Original-Urweltfunde aus 550 Millionen Jahren Erdgeschichte mit Fossilien vom Kambrium bis zur Eiszeit hat die Familie Neiderhell zusammengetragen. Die Räume in denen diese Schätze aufbewahrt werden, sind als kleines Museum für Jedermann zu besuchen. Saurier, Riesenfische, Haie, Seeskorpione, Seelilien, Urkrebse, Ammoniten, Ur-Delfine und Ur-Wale bevölkern die unterirdisch angelegte Museumshalle. Mehr als 2800 Funde von weltweiten Fundorten tummeln sich auf der 460 m2 umfassenden Ausstellungsfläche.

Selbst an einen Museumsshop hat die Unternehmerfamilie Neiderhell gedacht. Hier kann man vom Fachbuch über Gummi-Dinos und Repliken bis hin zu originalen Haifischzähnen des Urhais und Original-Fossilien einige schöne Stücke erstehen. Die Originale sind allesamt vom Hausherrn selbst präpariert worden. Wer sich also selbst einmal ein Bild von den Überbleibseln der Erdgeschichte machen und dieses spannende Forschungsgebiet hautnah erleben möchte, der sollte diese überwältigende Ausstellung besuchen.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr Samstag, Sonntag, und an Feiertagen von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr und nach Vereinbarung

Auch Nachtführungen sind möglich!

Adresse: Urweltmuseum Neiderhell, Steinbrucker Straße 4, 83064 Kleinholzhausen www.urweltmuseum.com