Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Politische Meinung

Der Frieden bricht nun aus!

Warum feiert eigentlich niemand den Rückzug aus dem Irak?

Garten Eden, das Paradies
Garten Eden, das Paradies
Ich bin sehr enttäuscht, wirklich. Eigentlich wäre das doch DIE Nachricht gewesen. Nun bricht der Frieden aus, auf der ganzen Welt, denn die USA ziehen sich aus dem Irak zurück. Im alten Mesopotamien, im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, in der Heimat unseres Urvaters Abraham, wird sozusagen der Garten Eden rekultiviert. Schwerter werden zu Pflugscharen umgeschmiedet, alle Utopien werden plötzlich wahr. – Weil die USA ihre Kampftruppen abziehen. Frieden, endlich!

So lange schon haben wir auf den Frieden gewartet! Auf den Weltfrieden! Es wäre doch nun zu erwarten gewesen, daß die Menschen in Deutschland, die ja als besonders friedensbewegt gelten, auf der Straße Freudentänze veranstalten, sich – einander abküssend, mit Tränen der Freude – um den Hals fallen, hupend in Autokorsos durch die Städte fahren; ich hätte angenommen, es würden überall (irakische) Fähnchen geschwenkt, Blumen gestreut, spontane Demonstrationen veranstaltet, reichlich Dank-Gottesdienste – selbstverständlich ökumenisch – in Wald, Feld und Flur gefeiert... – immerhin sind doch jetzt, auf einen Schlag, alle Probleme gelöst. Die USA haben es endlich eingesehen, und haben sich einsichtig gezeigt, etwas angeschlagen zwar, wie in Korea und Vietnam oder Libanon und Somalia, aber immerhin: sie gehen da endlich weg! Das muß man doch wirklich groß feiern! Aber was war? Nichts! Einfach nichts, gar nichts. Selbst in den Online-Nachrichten gab es nur kleine, eher verhaltene Meldungen.

Auf der Autobahn tobte die gleiche Schlacht wie immer, auch da hielt sich die Freude der ach so friedensbewegten Deutschen in Grenzen; aber vielleicht hatten die einfach noch nicht die frohe Botschaft gehört? Sonntags ließen wir daher auf der Autobahn die Kinder Fähnchen im Fond schwenken, um die Freude über den Frieden im Irak aller Welt kundzutun; mangels irakischer Fahnen schwenkten sie US-Fahnen und auch israelische, doch die Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer bestanden aus angestrengtem Wegsehen, indigniertem Kopfschütteln und bösen Blicken, auch ein paar Effenbergs waren zu sehen... Nur die in Süddeutschland häufiger anzutreffenden Fahrer und Insassen von Fahrzeugen mit US- und CDN-Zulassung winkten freundlich und dankbar zurück.

Vermutlich sind die Menschen so bedrückt wegen des vielen Wassers vom Himmel, nicht nur in Asien. Außerdem trauern sie darüber, daß der Sommer schon wieder mal vorbei ist. Aber immerhin, Kopf hoch! Bald wird die blödes Sommerzeit wieder umgestellt, dann kommt das Bürgergeld, 1.000 Euro für jeden, Frau Steinmeier kriegt ihre neue Niere und Frau Merkel hat schon ihren neuen Seibert. Es ist also alles in Butter. Afghanistan ist auch bald kein Thema mehr, den auch dort ziehen die ersten Truppen ab, und man schließt seinen Frieden mit den lieben Taliban. Der Iran hat nun Atomstrom, was natürlich ganz toll ist, denn nur deutsche Kernkraftwerke sind gefährlich, iranische dagegen sind etwas Gutes. Das wissen sogar deutsche Grüne und deutsche Linke. Das war schon in den 70ern so, kapitalistische AKW waren böse und gefährlich, und sozialistische Kernkraftwerke dienten dem Weltfrieden und sicherten den Fortschritt. Na ja, Tschernobyl gab's da noch nicht in den Medien...

Apropos Frieden:

Iran weiht unbemannten Bomber ein

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat am Sonntag den ersten unbemannten Langstreckenbomber heimischer Herstellung eingeweiht. Er nannte das vier Meter lange Flugzeug einen „Botschafter des Todes“.

Der Jet ist ebenso ein Botschafter des Todes für die Feinde der Menschheit wie er eine primäre Botschaft von Frieden und Freundschaft trägt“, sagte der iranische Präsident, der das Ziel des Bombers darin sieht, „den Feind paralysiert in seinen Stützpunkten festzuhalten“.

Übersetzung eines Auszuges aus der israelischen Zeitung Yedioth Ahronot, 23.08.2010

Genau. Die Botschaft von Frieden und Freundschaft wird vom Botschafter des Todes überbracht. Logisch.

  • Bildnachweis:
Region between the seas in the Middle East, where the geographical location of the mythological Garden of Eden is suspected. German labelling. Via Wikipedia, GNU-FDL und Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Irak | US | Garten Eden | Frieden | Krieg | Terror | Islamismus | Mohammed
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

353
am 25.08.2010 10:19:28 (178.1.31.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von Argusauge am 25.08.2010 10:47:19.
kommt123
am 25.08.2010 10:41:36 (92.230.248.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von Argusauge am 25.08.2010 10:47:27.
319
am 25.08.2010 22:57:12 (173.0.7.xxx) Link Kommentar melden
wahnsinnige story, das mit dem iranischen friedensbomber Sad
Hartmut Holz
am 26.08.2010 14:34:16 (217.80.221.xxx) Link Kommentar melden
Wie? Entweder Bomber - Dann also für den Krieg. Oder für den Frieden, dann darf man kein Bomber sein.

Also ein Friedensbomber gibt es natürlich nicht. Es sei dann, dass der Frieden wieder bewaffnet sein muss. Aber dieses hatten wieder ja schon einmal.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.06 Sekunden
39,862,054 eindeutige Besuche