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Der 9/11-Verschwörungswahn – Teil 2

Die Mär von den 4.000 Juden, die von den Anschlägen gewusst haben sollen

Der Davidsstern
Der Davidsstern
Vielen Anhängern und Gläubigen des Verschwörungswahns um den 11. September 2001 scheint nicht bewusst zu sein, dass diese „Wingdings-Übersetzung“ der real nicht existierenden Flugnummer „Q33 NY“ ganz bewusst und gezielt auf eine ganz bestimmte Gruppe als Täter hinauszielt, die dann vielleicht sogar von der Al Qaida als eigentliche Täter ablenken soll.

In Wingdings ergibt das „Y“ nämlich den jüdischen Davidstern. Dies ist eine perfide Andeutung auf Juden bzw. auch Israel als Auftraggeber der Attentate. Unterstützt wurde diese Anspielung bereits wenige Tage nach den Terroranschlägen durch eine weitere Massenspam-Email (ebenso von unbekanntem Absender) in englischer Sprache, deren Inhalt bereits kurz nach dem Versand als scheinbar seriöse Zeitungsmeldung die verschiedensten Newsgroups im Internet eroberte. Der Inhalt besagte, dass sich angeblich 4.000 jüdische Angestellte des World Trade Centers am 11.09.2001 frei genommen hätten.

Diese Darstellung um die ominöse Zahl 4.000 ist ganz bewusst falsch dargestellt. Die ursprüngliche Quelle der Zahl 4.000 ist die „Jerusalem Post“, die am 12. September 2001 berichtete, dass man in Israel zum Zeitpunkt der Anschläge von bis zu 4.000 möglicherweise betroffenen Israelis ausging, weil man zu diesem Zeitpunkt nicht wusste wo sie sich aufhalten. Bezogen war diese Zahl auf israelische Staatsbürger (nicht Juden), von denen man glaubte, dass sie sich möglicherweise in der Nähe des WTC oder des Pentagons aufgehalten haben könnten und noch keinen Kontakt mit ihren Familien aufgenommen hatten. Als Quelle bezog sich die „Jerusalem Post“ dabei auf das israelische Außenministerium und das „Armee-Radio“. Bereits zwei Tage später, am 14. September 2001, war die Zahl bereits deutlich unter 200 geschrumpft.

Der libanesische Sender „Al-Manar“ griff die Meldung aus der „Jerusalem Post“ kurz danach auf und benutzte sie für anti-israelische Propaganda. Wohl deshalb schrieb der „SPIEGEL“ später dem Sender „Al-Manar“ (fälschlicherweise?) die Rolle als Gerüchtequelle zu. Die tatsächliche Gerüchtequelle aber ist der offensichtlich bis heute unbekannte Erstversender der Spammail. Dieser hat aus den ursprünglich 4.000 Israelis, die sich eventuell in der Nähe des WTC oder Pentagon aufgehalten haben könnten kurzerhand 4.000 Juden gemacht, die im WTC gearbeitet haben sollen und sich für diesen Tag frei genommen hätten.

Damit wurde (und wird immer noch) suggeriert, dass diese Bescheid gewusst hätten. Somit, so suggeriert diese perfide Verschwörungsmail weiter, habe Israel von den Anschlägen im Voraus gewusst und seine Bürger gewarnt. Und daraus wird dann weiter resümiert, dass der israelische Geheimdienst Mossad dahinter stecke.

Die Richtung aus der dieses haltlose Gerücht stammt dürfte nun eigentlich jedem klar werden. Es soll den Hass auf Israel und die Juden schüren. Das traurige an der Sache ist nur, dass leichtgläubige Menschen diesen Unsinn immer und immer wieder weiterverbreiten und laufend neu aufkochen. Und leider fallen auch viele leichtgläubige Menschen immer wieder darauf herein.

Um auch einmal etwas klarzustellen: Ein Jude muss nicht zwangsläufig auch israelischer Staatsbürger sein. Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 kamen nach Angaben auf einer Website der israelischen Regierung fünf Israelis (= israelische Staatsbürger) ums Leben. Diese waren Alona Avraham, Leon Lebor, Shay Levinhar, Daniel Lewin und Haggai Sheffi. Zwei von ihnen befanden sich als Passagiere an Bord eines der Flugzeuge. Wie viele Juden (= Menschen jüdischen Glaubens) bei den Anschlägen ums Leben kamen ist nicht feststellbar, zumal in den USA die Konfession eines Bürgers nicht registriert wird. Die Bezeichnung „Jude“ ist lediglich der Hinweis auf eine Religionszugehörigkeit – genauso wie beispielsweise die Begriffe „Christ“ und „Buddhist“.

Fotolegende: Der Davidsstern - Ein oft missbrauchtes Symbol für zwielichtige Zwecke. Quelle: Wingdings-Symbol für den Buchstaben Y.

Hier geht es zu Teil 1.

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Schlüsselwörter: 9/11 | 11. September 2001 | Verschwörung | Anschläge | Terror
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