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1.000 Euro für jeden? (Teil II)

Milliardär und Herz-Jesu-Sozialist Götz Werner: Träumer, Visionär und Revolutionär?

Götz Werner (2007)
Götz Werner (2007)
Über Götz Wolfgang Werner, den man bisher wohl vor allem in Kreisen der Wirtschaft und der Wissenschaft wahrgenommen hat, ereifert sich mittlerweile die Politik und jeder Stammtisch. Naturgemäß spaltet Götz W. Werner das Volk fast ebenso stark wie der Bestseller-Autor Dr. Thilo Sarrazin. Das Volk? – Nein, Götz W. Werner trennt lediglich die gesellschaftlichen Gruppen, die Hartz-IV-Genießer von den denen, die Hartz-IV oder BGE erwirtschaften. Die Armen von den Reichen, die Faulen von den Fleißigen. Unser Protagonist und Pseudo-Messias Götz W. Werner macht zunächst nichts anderes, als was vor ihm seit Hunderten von Jahren Hunderte von anderen Sozialreformern gemacht haben: Versprechungen. Nämlich leere...

Leider jedoch bleibt er – wie auch alle anderen Propheten des Paradieses auf Erden vor ihm – den Nachweis schuldig, daß sein Modell stimmig sei, daß es funktioniere, und vor allem: daß es gerecht sei.

Hartz IV und BGE, die heißen Herbst-Themen in Deutschland? Katja Kipping M.A. (Slavistin, MdB „DIE LINKE“) ist dafür, natürlich, wen wundert's. Und Dr. jur. Michel Friedman (Journalist und Rechtsanwalt) ist dagegen, auch das ist klar. Es gibt unzählige Portale, Blogs und Youtube-Videos zum Thema BGE, es gibt sie als PRO-Bekenntnis und als CONTRA-Auftritt selbstverständlich. Ebenso auch bei twitter, facebook, Xing usw. usf.; alle „Experten“, die keine sind, dürfen mitreden, nach dem bewährten schlichten Stammtisch-Motto „wenn die Banker dauernd die Milliarden verbraten, dann können wir das doch auch...“. Jeder ist sein eigener Volkswirtschaftler, jeder brilliert als Währungsexperte, jeder kennt einfache Lösungen für komplexe Themen... – im Zeitalter der Baumärkte und des do-it-yourself eine konsequente Entwicklung. Wenn manche Handwerker Pfusch machen, kann man das doch genauso gut selber, welch bestechende Logik!

Besonders berufen fühlen sich hier ganz selbstverständlich die wahren Experten, die sich aus zwei Gruppen rekrutieren: zum einen aus den real existierenden Hartz-IV-Genießern, zum anderen aus den Leichenfledderern des real existiert habenden Sozialismus in Gestalt jener Chamäleon-Partei, die einst die SED war, dann als PDS firmierte, und sich jetzt eben „die LINKE“ schimpft. – Fürwahr gewaltige Koryphäen der Volkswirtschaft, wie sicher jedem erinnerlich ist, der die DDR kennenlernen durfte. Experten des bedingungslosen Grundeinkommens, das der rote stalinistische Sozialismus der DDR für seine niemals arbeitslosen Genossen ja bereits hatte, so wie vor ihm der braune Nationalsozialismus seine Volksgenossen mit Kraft-durch-Freude und Winterhilfswerk, mit Organisation Todt und mit der Kinderlandverschickung glücklich zu machen versuchte, zum Volkswagen für alle ist es ja dann nicht mehr gekommen... – die Farben und die Begriffe wechseln, doch das marode Denken bleibt dasselbe.

Nun kommt also Götz W. Werner und behauptet, er habe den Stein der Weisen gefunden. Bei näherem Hinsehen entdeckt man jedoch, daß hier etliche Axiome vorausgesetzt werden, unbewiesene und unbeweisbare Glaubenssätze. Daher ist es legitim, die vermeintlich politische Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen mit den Augen des vergleichenden Religionswissenschaftlers anzusehen und sie als eine Art Ersatzreligion zu betrachten. Dies ist allein daher sinnvoll, weil es nicht nur Glaubenssätze gibt, sondern auch den durch diese Ersatzreligion BGE herbeigeführte Erlösung für die Gläubigen. Propheten der BGE-Religion gibt es mehrere, Götz W. Werner ist nur einer davon, wir finden auch Priester und Weihedirnen in dieser Ersatzreligion in reicher Zahl vor... Betrachten wir die Glaubenssätze, so werden zunächst drei genannt:

  1. Es wird immer weniger Arbeit geben!
  2. Menschen werden weiterarbeiten, weil Menschen sich in der Arbeit selbst verwirklichen wollen!
  3. Das alles kostet nichts, das BGE finanziert sich selbst!

Hört sich alles gut an, allein, mir fehlt der Glaube! Doch der zweite Punkt der Argumentation spricht immerhin eindeutig für die Rente mit 73, oder?

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Schlüsselwörter: René Hähnlein | BGE | bedingungsloses Grundeinkommen | Bürgergeld | Transfer | die LINKE | Sozialismus
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Kommentare

Redaktion Tierschutz
am 23.11.2010 11:44:22 (90.168.241.xxx) Link Kommentar melden
Besonders berufen fühlen sich hier ganz selbstverständlich die wahren Experten, die sich aus zwei Gruppen rekrutieren: zum einen aus den real existierenden Hartz-IV-Genießern

da sag Du nochmal, Hartz4 Empfänger wären nicht leistungsbereit...Grin
Bei all den Argumenten, die es gegen Hartz4 oder BGE geben mag, ist jedoch ein Umstand, der mir immer mal auffällt: das gezahlte Geld aus sozialen Töpfen fliesst ja letzlich wieder in die deutsche Wirtschaft ein. Wie würdest du den Rückgang der Kaufkraft von all den Sozialleistungsempfängern kompensieren, wenn die Sozialleistungen wegfielen?
Kindergaertner
am 23.11.2010 13:16:37 (217.224.42.xxx) Link Kommentar melden
Ich hätte da noch interessante Ergänzungen:
Die Idee des BGE ist parteiübergreifend. Mit Althaus findet sich z.B. ein Befürworter aus der CDU. Soweit ich weiss lehnt die Spitze der LINKEN bis auf Kipping, die Idee des BGE ab.

Zur Person Götz Werner:
Er ist einer der erfolgreichsten Unternehmer in diesem Land. Er hat die Drogeriekette DM aufgebaut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so jemand nicht rechnen kann bzw. keine profunden Kenntnisse in der Volkswirtschaft und von der Arbeitswelt hat.

Wer dem Glaubenssatz anghängt:
Jeder muss arbeiten um sich selbst zu ernähren

kann nicht offen sein für nötige Reformen. Es geht hier nicht um Sozialismus, sondern m.E. um eine logische gesellschaftliche Entwicklung.
Redaktion Tierschutz
am 23.11.2010 13:32:33 (90.168.241.xxx) Link Kommentar melden
Chaim träumt am 23.11.2010 12:00:03 von

nur würden sie dafür arbeiten.


zunächst müssten wir der Korrektheit halber zwischen Arbeitslosen und Erwerbslosen unterscheiden.

Die Erwerbslosenzahl des Statistischen Bundesamtes liegt zumeist rund eine Million unter der von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitslosenzahl (Erwerbslose im Januar 2005: 3,99 Millionen, Arbeitslose 5,04 Millionen).

Wenn wir also nun von rund 4 Mio Menschen sprechen, die bei Wegfall der Hilfen sofort irgendwoher Geld erzielen müssen, dann möchte ich unter Zugrundelegung deiner These, dass diese Menschen dann ihren eigenen Lebensunterhalt erwirtschaften werden, wissen, wo und wie du 4 Mio Stellen schaffen willst.
Und das ad hoc.
Wenn du dazu einen realistischen Vorschlag hast, würde mich das brennend interessieren.
Redaktion Tierschutz
am 23.11.2010 14:02:32 (90.168.241.xxx) Link Kommentar melden
Die Zahl an sich ist eigentlich peripher wichtig. Unter Erwerbslose hat das stat. Bundesamt all diejenigen vermerkt, die arbeitswillig unter Hartz4-Bezug stehen (die also bereits arbeiten, aber zuwenig verdienen, um ohne Unterstüztung auszukommen.) Andere Zahlen habe ich nicht vorliegen.
Wichtiger ist mir, den Zusammenhang zwischen Armut und Anstieg der Kriminalität herzustellen:


http://www.tagess...50208.html

Thomas Krüger, der frühere Jugendsenator und Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, zeichnete ein düsteres Bild. 2006 habe es in Berlin 149 000 Kinder gegeben, die auf Sozialleistungen angewiesen waren. Das waren 6,4 Prozent mehr als 2005. Die Gesundheitsvorsorge bei armen Kindern sei deutlich schlechter, sie nähmen Freizeitangebote selten wahr, seien wenig mobil, ihnen fehle Sprachkompetenz und sie hätten deutlich weniger Bildungschancen. Die eigentliche Ursache für Armut in den Familien sieht Krüger im deutschen Sozial- und Steuerrecht. „Kindererziehung ist Privatsache, da gibt es keinen Generationenvertrag“, sagte er.

Für Berlin forderte Krüger neben kostenlosen Kitas und einer Sprachförderung ab 4 Jahren eine spezielle Fortbildung der Lehrer, um mit dem Armutsproblem umgehen zu können. Er problematisierte die „personelle Besetzung der Jugendämter“ und regte an, arme Kinder kostenlos in Bäder und andere Freizeiteinrichtungen zu lassen. In der anschließenden Diskussion machten die Abgeordneten weitere Vorschläge, zum Beispiel neue, junge Lehrer in Problemgebieten einzusetzen, im Tausch mit älteren Kollegen. Als Finanzsenator Thilo Sarrazin bezweifelte, dass es einen Zusammenhang zwischen Einkommen, Bildungsproblemen und sozialer Beteiligung gibt, bekam er kräftigen Gegenwind. Krüger erwiderte: „Es ist zynisch zu sagen, Armut habe nichts mit Geld zu tun.“Ulrich Zawatka-Gerlach


http://www.grin.c...eutschland

Letzlich muss man sich klar darüber sein, dass der Wegfall der Sozialunterstützung einen signifikanten Anstieg der Kriminalität zur Folge hätte.
Wie soll man das verhindern?[/quote]
Redaktion Tierschutz
am 23.11.2010 14:04:35 (90.168.241.xxx) Link Kommentar melden
http://de.wikiped...rwerbslose

Als erwerbslos im Sinne der ILO-Statistik gilt, wer weniger als eine Stunde arbeitet, aber mehr arbeiten will. Die Gesamtzahl der Erwerbslosen wird anhand einer Stichprobe hochgerechnet. Damit ist die stille Reserve automatisch erfasst, hingegen fallen geringfügig Beschäftigte heraus. Ebenso Arbeitsunwillige, die sich allein zum Bezug von Arbeitslosengeld arbeitslos gemeldet haben.

Hier hab ich die knapp 4 Mio entnommen.
Kindergaertner
am 23.11.2010 14:32:36 (80.136.226.xxx) Link Kommentar melden
Man könnte nso viele Arbeitsplätze wegrationalisieren. Aber nein, Leute sollen ja arbiten gehen, damit sie bitte schön sich selbst legitimieren. Wie gesagt mein Credo lautet: Sozial ist was arbeitslos macht.
Hartmut Holz
am 23.11.2010 15:44:28 (217.80.207.xxx) Link Kommentar melden
Da muss ich der Redaktion Tierschutz völlig recht geben. Denn die Menschen, die ALG II - Hartz IV beziehen, sind ja auch Konsumenten. Das heißt, dass das Geld, das sie bekommen auch wieder in der Kaufhalle - Supermarkt oder auch für Kleidung wieder ausgeben.

Und je mehr ihnen gezahlt wird, desto mehr können diese Menschen ausgeben.
Das kommt ja auch der Binnenkonjunktur zu gute.

Außerdem ist das Geld, für diese Sozialausgaben, ja auch vorhanden. Man muss nur bedenken wieviel Geld für die maroden Banken, in Deutschland, sinnlos verprasst worden ist. Und jetzt dürfen wir Deutschen dann auch die maroden
Banken, in Irland, unterstützen.

Na Bravo. Denn die deutsche Bevölkerung - sprich der Staat hat auch soviel Geld.
Kindergaertner
am 23.11.2010 15:58:25 (80.136.254.xxx) Link Kommentar melden
Ich denke man darf auch nicht die Zahl derer vergessen, die sich aus Scham nicht arbeitslos melden. Und dann noch die vielen Menschen, die in irgendwelchen Maßnahmen stecken, nur um die Statistiken zu schönen.

Arbeit ist ein Luxusgut geworden, wer arbeitet sollte demnach für diesen Luxus auch bezahlen.
Redaktion Tierschutz
am 23.11.2010 17:35:52 (90.168.241.xxx) Link Kommentar melden

Ne tolle Diskussion, erst mit Zahlen um sich werfen und sie dann für weniger wichtig erklären.

Wie geil ist das denn?! Smile

Ganz einfach:
wenn jemand nicht fähig ist, für 1000 Leute Arbeitsplätze zu schaffen, dann ist es periphär wichtig, ob wir darüber diskutieren, ob nun 1 oder 2 Mio. Arbeitslose keinen Job finden. Da die Diskrepanz zwischen Arbeitsangebot im Niedriglohnsektor und dem, was benötigt werden würde bei deinem Szenario, so eminent ist, ist es also vollkommen unwichtig, ob du mir nun erklärst, wie du fúr 3 Mio oder für 5 Mio sofort Arbeit beschaffst - es werden nicht mal 1000 Arbeitsplätze mehr sein als heute, weil nichts entstehen kann, wo kein Bedarf ist.
Alter Lehrsatz us der Betriebswirtschaft. Aber das weisst du ohnehin, Chaim, dessen bin ich mir bewusst. Ich erklär das nur mal publikumswirksam, damit auch die Uninformierten verstehen, worum es geht.
Redaktion Tierschutz
am 23.11.2010 17:48:05 (90.168.241.xxx) Link Kommentar melden
Ich bin, um das klar zu sagen, kein Befürworter immer höherer sozialer Hilfen. Ich bin aber dagegen, die Leute einfach in der Luft hängen zu lassen, und die derzeitige Hartz4-Tragödie (für alle) müsste nicht sein, wenn man
1. Hartz4 bei arbeitsfähigen zeitlich begrenzen würde 2 Jahre für alleinstehende, 5 Jahre für Alleinerziehende)
2. Einwanderung ausschliesslich dann, wenn jemand seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann (bei Eheschliessung mit einem Ausländer eben der Partner)
3. Die gemachten Rentenversprechen gegenüber der ehem. DDR revidieren und auf ein angemessenes Mass im Rahmen der Sozialhilfe ändern (ja, ich weissm nun kommt der Aufschrei, aber es wurde ja in die Rentenversicherung des Westens nichts eingezahlt, weshalb und mit welchem Recht werden dann Renten daraus bezogen?)
4. Müttern eine Kindererziehungszeit bezahlen oder Fördermittel für Kinderbetreuung bereitstellen, damit qualifizierte Frauen nicht den beruflichen Zug verpassen
5. Fördermittel für ausländische Projekte nur noch dann, wenn die Firmen in Deutschland versteuern und unter Begrenzung der Investition auf die Höhe der gezahlten Steuern der letzten 10 Jahre
etc.
Grossunternehmen zahlen nämlich jahrzehntelang aufgrund der Abschreibungen keinen Cent an Gewerbesteuern, kassieren aber fett ab und schliessen dann, kaum ist der Förderzeitrahmen abgelaufen, das Werk (siehe Nokia).
DAS nenne ich Abzocken, und DEM sollte man gegensteuern, ebenso dem Sozialmissbrauch, wenn Ausländer meinen, Deutschland würde ihnen lebenslang das Nichtstun finanzieren.

Dieser Ideenkatalog unterliegt dem Urheberrecht von Redaktion Tierschutz und darf gegen ein entsprechendes Honorar seitens des Staates umgesetzt werden.Grin
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