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Medien: Witziges & Skurriles

„...nur für Irre...!“

Wenn Aggression und Dummheit sich verteufelt küssen...

Dafür studiert man also Französisch? Wow!
Dafür studiert man also Französisch? Wow!
Wenn von sich selbst zutiefst überzeugte Moralisten aggressiv werden, dann hat das nicht nur seinen Grund (der meist in ihnen selbst liegt), sondern es ist auch – in gewisser Weise – lustig. Wenn diese Aggression dann aber noch fäkal und beleidigend formuliert wird, dann sollte man schon einmal genauer hinschauen, bei Frédéric Valin zum Beispiel.

Auch dieser Endzwanziger Frédéric Valin gehört ganz offenbar zu jenen Menschen, die man wirklich nicht kennen muß, die ich zum Beispiel auch gar nicht kennenlernen möchte, beschreibt er doch das für ihn wesentliche seiner dürftigen Existenz so: „Geboren 1982 in Wangen im Allgäu, Jugend zwischen zugeschissenen Hügeln und Kirchenglocken, über Umwege 2003 nach Berlin gekommen und nie wieder rausgefunden. Aus Verzweiflung Deutsche Literatur und Französisch studiert, Übersetzungen gemacht, Texterkram gemacht, Französisch unterrichtet, Kunstkram und Festivals organisiert, geraucht, die Lesebühne Read on, my dear organisiert und Sachen aufgeschrieben...

Ja, er hat's halt mit dem Fäkalen, Freud läßt grüßen; da gab es vielleicht Probleme in der Kindheit, während der analen Phase, siehe oben: „...Jugend zwischen zugeschissenen Hügeln und Kirchenglocken...“ . Auch die Vermeidung des Personalpronomens „ich“ läßt durchaus gewisse Schlüsse zu... – ansonsten ein offenbar zielloses Leben, von der Hand in den Mund. Doch auch dies macht noch keinen Existentalisten aus. Nach einer bemühten halben Stunde mit Frédéric Valins Texten war mir klar, daß das mit uns beiden nie etwas würde, ich mag nämlich keine wirren Köpfe; das nicht abgeschlossene Studium von etwas Deutscher Literaturgeschichte mit ein bißchen Französisch macht eben auch noch keinen Literaten aus. Und wer vor drei Jahren (2007 war ja wohl etwa das siebte Semester dieses verhinderten Künstlers) ein seltsames Referat nicht nur recht lustlos geschrieben, sondern überflüssigerweise auch noch veröffentlicht hat... – na ja; decken wir es barmherzig mit dem Mantel des Schweigens zu. Wangen im Allgäu kenne ich recht gut, ich war da oft, in meiner – allerdings im Gegensatz zu der Frédéric Valins – sehr glücklichen Kindheit und Jugend. Wer sich auf Kuhweiden fortbewegen möchte, muß den Blick gesenkt halten. Wir Kinder hatten dabei eine Menge Spaß, denn der Kuhdung begünstigte das Wachstum von Bovisten, die wir damals als Handgranaten genommen haben, die Sporen staubten beim Auftreffen der Fruchtkörper so herrlich. Ein Vorläufer des paintballs.

Darf man so einen Schreiberlehrling überhaupt als Moralisten bezeichnen? Ja, natürlich, denn er haut seine moralinsaure Kleingeistigkeit anderen um die Ohren, nämlich dann, wenn er von anderen verlangt, sie sollten begründen, warum sie nicht für Pakistan spenden wollen. Nachlesen kann man das online bei dem Blättchen „spreeblick“... – doch es geht eigentlich um etwas anderes, das in jener Brandrede zu Pakistan zwischen den Zeilen stand, klein, unscheinbar, im Nebensatz mal eben ausgespuckt, sozusagen hingerotzt, um die Sprache des Autors zu imitieren.

Der Satz von Frédéric Valin, der mich mehr aufhorchen als zusammenzucken ließ, war dieser, ganz offensichtlich von sehr viel Unwissen und noch mehr Haß geprägte:

Das lernt man in Literaturwissenschaft?
Das lernt man in Literaturwissenschaft?
@Procul Harum (74): Wenn ich Dich und deinen Sarkasmus so höre, dann besinne ich mich immer sofort auf die christlichen Wurzeln dieses fantastischen Kontinents, jene christlichen Wurzeln, die uns jahrhunderlang geprägt haben und die noch immer unsere Moral beeinflussen, schlage die Bibel auf (neues Testament, natürlich, das alte ist ja nur für Irre)...

(Bild) vergrößert als screenshot, Detail)

Ist das nicht „irre“? Das also ist das Statement eines Möchtegern-Schriftstellers und abgebrochenen Studenten zu einem Werk der Weltliteratur? Der damit alle Juden und Christen gleichermaßen mal eben so als „Irre“ verunglimpft? Sagenhaft... – aber von wenig Sachkenntnis geprägt. Schenken wir mal dem unsachlichen Hetzer Frédéric Valin, der in Germanistik vielleicht doch einige Male gefehlt hat, die Kleinigkeiten: es heißt natürlich „Altes Testament“ und „Neues Testament“ in Großschreibung. Konzentrieren wir uns auf das Wichtige in der Sache: das sogenannte „Alte Testament“ gehört ausschließlich den Christen, der Begriff ist nämlich vom christlichen Missionar Paulus erfunden worden (palaia diatheke, 2.Kor 3,14) und ergibt nur für Christen Sinn; dieses Wort ist übrigens die Wurzel der unseligen Enterbungstheologie, der Kern des christlichen Antijudaismus als Wegbereiter für den rassistischen Antisemitismus.

Wissenschaft: Forschung

Christ, Priester, Bibelwissenschaftler, Freund des Volkes Israel

Ein Nachruf auf Prof. Dr. Erich Zenger, Münster/W.

Für Juden heißt dieses Buch „Tanach“, das ist ein Akronym aus Tora („Weisung“), Nevi'im („Propheten“) und Ketuvim („Schriften“). – Die Tora ist mir als Juden zum Beispiel heilig, und das lasse ich mir auch nicht dadurch vergällen, daß ein freakiger Dummschwätzer mich deswegen für irre hält. Die Propheten kann man ebenfalls mit Gewinn lesen, auch die Psalmen... – und die kann man sogar singen.

Auch aus Abfall läßt sich etwas gewinnen...
Auch aus Abfall läßt sich etwas gewinnen...
Man sieht: selbst das Schlechteste und Mieseste, sogar Haß und Dummheit können positiv wirken: als abschreckendes Beispiel, zur Belehrung und zur Erheiterung. Und manche Vorlagen anderer Spieler sind eben so grottenschlecht, die muß man einfach zum Tor verwandeln. Es wäre jetzt natürlich noch spannend, einmal zu hören, wie der – religionswissenschaftlich gesehen – bildungsferne Dilettant Frédéric Valin dann eigentlich den „Koran“ beschreibt, wenn er schon das „Alte Testament“ der Christen so sehr schmäht. Denn der „Koran“, jenes fragwürdige Buch der – laut Michel Houellebecq – „dümmsten Religion“, ist ja nichts weiter als eine schlecht abgeschriebene und verfälschte Kopie der Heiligen Bücher der Juden und Christen. Also gestohlen und für die damalige bildungsferne Gruppe in Mekka in mundgerechte Happen zubereitet und in BILD-Zeitungs-Sprache gegossen. – So, damit habe ich ja sogar noch die Kurve zu Pakistan noch gekriegt...

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Schlüsselwörter: Antisemitismus | Dummheit | Frédéric Valin | Spreeblick | Pakistan
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Kommentare

Kindergaertner
am 20.08.2010 12:09:30 (80.136.250.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 20.08.2010 13:26:13.
Hartmut Holz
am 20.08.2010 14:27:56 (217.80.218.xxx) Link Kommentar melden
Dieser Artikel verstößt sogar schon gegen die Menschenrechte.

Man sollte diese Leute, diese solche Artikel schreiben, stoppen. Und zwar ganz schnell.
Kindergaertner
am 20.08.2010 16:15:30 (80.136.250.xxx) Link Kommentar melden
Chaim, Du hast die Möglichkeit in der entsprechenden Kommentarleiste unter dem Artikel mit dem Autor zu diskutieren (Kleines Bonmot am Rande: Ich habe dort vor Tagen auch schon einen Kommentar hinterlassen).
Anscheinend hast Du es auch versucht, wurdest dort aber soweit es aussieht abgebügelt. Andere Meinungen muss man aushalten können, ohne den anderen sofort in Mißkredit zu bringen. Es macht in der Sache keinen Unterschied, was jemand studiert und ob er lakonisch über seine Herkunft spricht. (Falls Du es nicht gemerkt hast, es ist einfach der etwas freche der Stil der Jugend, da muss man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen).

Die Zitate sind zudem aus dem Zusammenhang gerissen, ohne den notwendigen Kontext, der einige Dinge im anderen Licht erscheinen lassen würde.
266
am 21.08.2010 12:26:07 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Na, der Spreeblick ist doch wirklich nicht näherer Betrachtung wert. Solche unausgegorenen Sachen gibt es zuhauf. Einfach ignorieren und sich auf das Positive konzentrieren! Smile

Der Text dort über Pakistan und die meisten Kommentare sind wirklich widerlich aggressiv. Das Publikum dort sind wohl 20jährige Mittelschüler und 30jährige nie fertigwerdende Dauerstudenten.
317
am 21.08.2010 13:34:51 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Wieso sollte man sich rechtfertigen müssen, wenn man für etwas oder jemanden nicht spendet? Wenn ich nicht spende, sehe ich mich nicht in der Pflicht, das zu rechtfertigen. Es geht doch niemanden etwas an.

Der zitierte Kommentar über das "Alte Testament" ist unmöglich; ich bin sicher nicht fromm, doch da stehen sehr schöne Texte drin und auch lustige Geschichten. Man sollte nicht nur die Berichte von Kriegen und menschlichen Verfehlungen lesen. Auch das Buch Esther ist historisch sehr interessant, weil es die perfekte Integration der Juden in Persien zeigt, trotz derer sie dann dort wieder verfolgt wurden.
286
am 21.08.2010 20:19:40 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Wieso sollte man sich rechtfertigen müssen, wenn man für etwas oder jemanden nicht spendet? Wenn ich nicht spende, sehe ich mich nicht in der Pflicht, das zu rechtfertigen. Es geht doch niemanden etwas an.
Genau! Deswegen sprach Chaim ja auch von Nötigung und Vergewaltigung. Steht dort noch im Kommentar auf dieser Kindergartenseite von abgebrochenen Germanistikstudenten.
300
am 21.08.2010 21:37:28 (62.2.182.xxx) Link Kommentar melden
Wer so gegen andere Religionen hetzt wie dieser komische Kauz in Berlin, der sollte sein Maul als Moralapostel nicht so weit aufreißen... Sad

Den Artikel unter demselben Titel fand ich überzeugender in der Argumentation, und er lässt mir Raum, mich selbst zu entscheiden, er beschimpft mich nicht, wenn ich es anders sehe...

Außerdem ist er besser geschrieben als das Hass-Pamphlet im Spreeblick.
Kindergaertner
am 21.08.2010 23:38:06 (217.224.41.xxx) Link Kommentar melden
Ganz ehrlich? Ich finde den Text auch sehr selbstgerecht! Allerdings sind die Argumente eine Selbstverständlichkeit in einem westlichen Wertekanon, oder nicht? Ich fand den Text einfach überflüssig, weil ich den Augenöffner nicht brauche. Wenn irgendwo ein Baby an Cholera stirbt, dann ist doch die Nationalität egal, oder?
353
am 25.08.2010 10:46:34 (178.1.31.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von Argusauge am 25.08.2010 10:56:03.

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