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Medien: Buch

„Judentum verstehen“ – Informationen über eine lebendige Religion und Kultur

Aus der Reihe „SympathieMagazine“ ein entschlossenes Plädoyer für Toleranz

SympathieMagazin „Judentum“
SympathieMagazin „Judentum“
Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V. im bayerischen Tutzing am Starnberger See hat mit seiner Reihe SympathieMagazin etliche Länder der Welt dargestellt; ebenso gibt es auch spezielle Hefte zu den fünf großen Weltreligionen Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum. Ferner sind jeweils auch eigene Hefte zu den Komplexen Europa, Entwicklung, Globalisierung, Kinderrechte, Tourismus und Umwelt im Angebot. Alle diese Hefte zeichnen sich durch kurze, leicht verständliche und klar gegliederte Texte aus, die geeignet sind, einen ersten Schritt in ein (vielleicht) unbekanntes Thema zu ermöglichen. Die darüberhinaus auch noch auf weitere und vor allem tiefere Informationen Lust machen.

Auch im Schulunterricht oder zur Begleitung einzelner Unterrichtseinheiten lassen sie sich daher hervorragend als Lernmaterial einsetzen. Zu all diesen Vorzügen kommt ein erfreulich geringer Preis hinzu, der sich durch Paketangebote (wie „5 zum Preis von 4!“) nochmals erheblich reduziert. Die jeweils sachkundigen Autoren und die gelungene Redaktion der Hefte sind ebenfalls positiv zu erwähnen.

Im Mittelpunkt: Menschen und ihr Alltag

Das erste Heft dieser Reihe erschien bereits 1974 auf Initiative und mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unter dem Titel SympathieMagazin „Kenya verstehen“. Inzwischen umfaßt die Reihe 56 Länder- sowie zwölf Themen-Magazine. – Von der Zielsetzung dachten die Herausgeber weniger an einen klassischen Reiseführer, sondern es sollten kleine Hefte sein, die den Reisenden oder Bildungshungrigen einen besonderen Blick auf die jeweiligen Länder ermöglichen sollten. „Die sich nicht vornehmlich auf Landschaft, Flora und Fauna konzentrieren sollten, sondern die Menschen, ihre Kultur und ihren Alltag in den Mittelpunkt stellen wollten. Keine unkritischen Hochglanzseiten, sondern unterhaltsame Länderinformationen, die von echtem Interesse und Respekt getragen sind“ (so die Selbstbeschreibung des Verlages).

Religion, Volk, Land – über 3000 Jahre Geschichte

Aus dieser Vielfalt des Angebots der SympathieMagazine sei hier ein besonders gut gelungenes Heft exemplarisch herausgegriffen, nämlich das SympathieMagazin „Judentum verstehen“. Ein kleiner Auszug aus dem Vorwort von Armin Vielhaber mag die Sprache, das Konzept und die Zielsetzung erläutern:

Vorwort "Judentum verstehen"

Das Judentum ist die älteste der drei »Buchreligionen« unseres Kulturkreises. Wer sich mit ihm beschäftigt – zu Hause oder auf Reisen – stößt bald auf eigene Wurzeln – wie unbekannt, vergessen oder verdrängt sie auch sein mögen. Zwischen Judentum, Christentum und Islam gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Genaueres dürften nur wenige wissen.

Anders als Christentum und Islam ist das Judentum nicht nur Religion: Judentum bedeutet auch Volk und Land – mit einer mehr als 3000-jährigen Geschichte. (...) Viele Deutsche kennen Juden nur aus dem Geschichtsunterricht (...) Wer kennt schon in Deutschland lebende Juden persönlich?

Judentum ist aber etwas sehr Lebendiges – und Sympathisches: eine Religion, die sich zum Beispiel jede Woche am Schabbat den Luxus leistet, so zu tun, als ob die Welt vollkommen sei, als ob die einzige Aufgabe darin bestünde, es sich gut gehen zu lassen – nicht nur einmal im Jahr bei einem Traumurlaub, sondern einmal die Woche, mitten im Alltag.

Über diese und andere Innenansichten berichten die Autoren von »Judentum verstehen«. Sie erzählen von einer Religion, die näher kennen zu lernen sich lohnt. Vielleicht führt das zu einem Dialog, bei dem man offen zuhört und das Schöne in der anderen Religion wahrnimmt ohne von der eigenen überzeugen zu wollen.

Wenn der Dialog zwischen den Menschen verschiedener Kulturen und Religionen doch nur immer von diesem Leitsatz her bestimmt wäre! Es wäre vieles einfacher, wenn es jenen unseligen Drang zur Missionierung des Andersgläubigen nicht gäbe... – man könnte sich zwanglos und interessiert austauschen und sich gegenseitig fragen, wie dies oder jenes aus der Perspektive des Gesprächspartners gedacht oder geglaubt, getan oder bewertet wird.

Übersichtlich gegliedert, sachlich und informativ

Bereits der Blick in das Inhaltsverzeichnis macht neugierig, insbesondere die folgenden Themen dürften den Einsteiger, der sich dem Thema Judentum ohne tiefere Vorkenntnisse erst nähert, wertvolle Hinweise geben (Auszug):

  • »Es ist Freitagabend« – Schabbat: Gelebte Utopie
  • Jiddisch, Jinglisch und Ladino
  • Sefarad und Aschkenas
  • Religiöser Pluralismus heute – Religiöse Praxis
  • Lernen als Lebenszweck
  • Öko-Koscher
  • Feiern des Lebens
  • Die Synagoge – Das jüdische Jahr
  • Christentum und Islam aus jüdischer Sicht – Das jüdisch-christliche Gespräch
  • Jüdisches Leben in Deutschland heute – Neue Perspektiven im 21. Jahrhundert

Fragen führt zum Verstehen

Mit diesen kleinen, überschaubaren Häppchen wird das Gehirn jedes unvoreingenommen Neugierigen in positiver Weise angeregt zu neuen Verknüpfungen und zu weiteren Fragen. Vor allem die Besonderheiten der jüdischen Religion und Kultur, wie zum Beispiel die gelebte Utopie des Schabbat oder das Fehlen eines Tempeldienstes sowie eines Priesteramts werden hier leicht nachvollziehbar dargestellt und die Konsequenzen dieser Besonderheiten für den im Alltag gelebten Glauben deutlich gemacht.

„SympathieMagazine“ – eine Reihe, die man ganz ohne Frage empfehlen kann. Besonders dieses Heft „Judentum verstehen“ hält wirklich, was die Macher vom Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V. versprechen.

Rabbinerin Gesa S. Ederberg

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Schlüsselwörter: Judentum | Information | SympathieMagazin | Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V. | Gesa Ederberg
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Kommentare

349
am 03.02.2011 11:22:40 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Es wäre vieles einfacher, wenn es jenen unseligen Drang zur Missionierung des Andersgläubigen nicht gäbe... – man könnte sich zwanglos und interessiert austauschen und sich gegenseitig fragen, wie dies oder jenes aus der Perspektive des Gesprächspartners gedacht oder geglaubt, getan oder bewertet wird.
Ein schöner Gedanke, der jedoch dem "inneren" Missionsauftrag einiger Religionen zuwiderläuft und daher utopisch bleiben wird, leider.
266
am 04.02.2011 12:59:49 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Kompliment für diesen sachlichen und anregenden Artikel!

Offenbar sogar wirklich SEO in Reinkultur: Google Search Judentum verstehen
OZ24
am 04.02.2011 14:07:59 (93.222.4.xxx) Link Kommentar melden
Offenbar sogar wirklich SEO in Reinkultur: Judentum verstehen


Wink Schön zu sehen, dass die Anregungen umgesetzt werden und es Wirkung zeigt.
266
am 04.02.2011 14:14:23 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Ehrlich gesagt bin ich davon auch überrascht, nach einem Tag Rang 6 auf Google, obwohl die Suchwort-Kombination natürlich sehr "eng" ist. Immerhin, OZ24 ist da auf einem äußerst guten Weg, mein Kompliment für die neue Marketing-Strategie!
286
am 07.02.2011 23:41:05 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Ist aber doch erfreulich, so oder so...
kommt123
am 08.02.2011 19:47:01 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
Offenbar sogar wirklich SEO in Reinkultur:


Hier ist noch ein Beispiel...
http://www.online...ticle/4088
Gibt man die Überschrift ein :
Möhren - Rüben - Äpfel

Dann...Grin

(Ausnahmsweise mal OT)
300
am 09.02.2011 23:25:24 (178.33.255.xxx) Link Kommentar melden
Ob man vertieft sucht oder wenn man auch nur so sucht, findet man genug. Wonach suchst Du, Amschel? Solche Menschen und Texte, die eine Vorurteile bestätigen? D
300
am 11.02.2011 08:38:52 (178.33.255.xxx) Link Kommentar melden
Auch solche Seiten sind in Deutschland ohne weiteres aufzurufen, der ganze Krempel der Revisionisten, Holocaustleugner, Mahler-Unterstützer, Zündelfans, Fred-Leuchter-Armleuchter usw.

Werden hier doch auch immer wieder mal angeschleppt und versteckt "zitiert" (...) Da kann man, wenn man das möchte, die ganze Hetze gegen Juden nachlesen.
Man kann auch unter Revisionismus googeln. Die Interviews mit Mahler ansehen oder lesen. Eigentlich sind es immer dieselben Namen, denen man dabei begegnet. Jürgen Elsässer oder Wolfgang Eggert sind dabei, der Muslimmarkt natürlich auch.

286
am 17.02.2011 18:15:44 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Informationszeitalter heißt: jeder kann das lesen, was er will. Auch wenn es Rassismus, Sexismus, Antisemitismus oder sonstiger Dreck ist.

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