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Politik: Welt

Der Irak-Krieg: The Day After: - Ein Kommentar

Erstveröffentlichung: www.readers-editon.de Autor: Georg Erber

Seitdem sich ein Ende der Besatzungszeit der US-Truppen sowie ihrer Koalitionäre abzeichnet, haben sich die Perspektiven für die Iraker und die Anrainerstaaten drastisch gewandelt.War bisher die Klage über das US-Besatzungsregime das zentrale Thema der öffentliche Debatte .

Die Angst vor dem Horror vacui

Dies eröffnet den USA eine Chance, eine Übergangslösung zu entwickeln, die nicht mehr wie bisher auf eine offene oder verdeckte Opposition der arabischen Anrainerländer sowie der irakischen Bevölkerung stößt. Alle müssen nun nach einem Modus vivendi suchen, der ohne die militärische Präsenz der USA die politischen und militärischen Verhältnisse neu organisiert.

Dies eröffnet der amerikanischen Außenpolitik neue Chancen, auf die Entwicklung noch maßgeblichen Einfluss zu nehmen. Denn die bisherige Koalition seiner Gegner zerbricht rasch, wenn ihr der gemeinsame Feind abhanden kommt. Der Kampf um die zukünftigen Machtverhältnisse im Irak hat damit bereits begonnen. Alle Beteiligten bewegen sich dabei auf einem schmalen Grat, der Kompromisse zumindest bis zum endgültigen Abzug der US-Truppen leichter macht. Jeder andere Akteur in diesem Machtspiel wird seine Doppelstrategie eines Übergangskompromisses bis zum Abzug der USA und seine Pläne für die Zeit danach haben. Welche neuen Machtkonstellationen sich letztendlich daraus ergeben, ist derzeit noch schwer vorhersehbar. Zwar werden die Schiiten, Sunniten sowie die Kurden entsprechend ihren Machtansprüchen, den Ganzen oder Teile des Irak beherrschen zu wollen, offiziell einen Friedenskompromiss für einen zukünftigen Irak zur Beendigung der US-Besatzung annehmen, aber eine friedliche Koexistenz der drei Hauptgruppen ist derzeit danach unwahrscheinlich. Die arabische Welt und damit entsprechend Iraks Anrainerstaaten sind in die sunnitische und schiitische Glaubensrichtung gespalten, so dass der Irak nach dem US-Truppenabzug zum Schlachtfeld eines Glaubenskrieges werden kann. Die Ironie der Geschichte bestünde darin, dass der Jihad gegen die Ungläubigen insbesondere Christen zu einem Glaubenskrieg innerhalb der Umma, d.h. der verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen mutiert.

Das Kurdenproblem wird darüber hinaus zwischen Autonomiebestrebungen der Kurden selbst nach einer eigenen Staatlichkeit einerseits und den Bestrebungen der Staaten Türkei, Iran und Irak, diese zu unterdrücken und die bisherige Spaltung von Kurdistan aufrecht zu erhalten, andererseits einer vorläufigen Lösung im Wege stehen. Ein nachhaltiger Konsens zwischen allen Stakeholdern ist kaum absehbar. Käme es zu einer Dreiteilung des Irak, dann könnten Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen von Flüchtlingen, ähnlich wie bei der Unabhängigkeit Indiens zwischen den Landesteilen ihre Heimat verlieren. Ethnic cleansing, wie das bereits auch im ehemaligen Jugoslawien an der Tagesordnung war, könnte auch im Irak um sich greifen.

Der Sieg des Kampfes gegen die US-Besetzung des Irak würde sich so rasch als Phyrrussieg der bisherigen Gegner der USA erweisen. Eine friedliche Entwicklung des Irak ist jedoch zunächst in weite Ferne entrückt.

http://www.foreig...ecial/iraq

http://www.spiege...83,00.html

http://de.wikiped...rror_vacui

http://www.focus....did=331500

http://de.wikiped...us_vivendi

http://en.wikiped...wiki/Jihad

http://en.wikiped..._cleansing

http://de.wikiped...yrrhussieg

Erstveröffentlichung bei "Readers Edition" Autor Georg Erber Grundlage für Zweitveröffentlichung Creative Commons-Lizenz

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Schlüsselwörter: Irak | Krieg | Irak-Krieg | Irakkrieg | USA
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