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Wissenschaft: Sonstiges

Gefühle

Es gibt keine „guten“ oder „schlechten“ Gefühle... – Gefühle sind so, wie sie sind

Emotionales Management
Emotionales Management
Gelegentlich wird man angeregt oder genötigt, selbstkritisch zu sein. Manchmal ist man es natürlich auch aus eigenem Antrieb, das ist letztlich ja eine Frage der psychischen Reife und der je eigenen Reflexionstiefe...

Und so fragte ich mich vor kurzem, ob ich hasse. Ja, es geht um HASS. – Also, mal im Ernst, habe ich solche (angeblich) niedrigen Gefühle wie Haß? – Ja, natürlich habe ich das. Aber nicht – wie mir immer wieder unterstellt wird von irgendwelchen hobby-psychologisch dilettierenden Flachhirnen – Haß gegen „Araber“, „Türken“ oder „Mohammedaner“, nein, nicht einmal gegen Nazis oder Antisemiten. Bei denen habe ich ganz andere Gefühle, die hier jedoch einmal nicht das Thema sein sollen...

So viele Grundgefühle gibt es übrigens auch gar nicht, da sind Liebe, Lust, Freude, Stolz, Macht, Neugier, aber auch Schmerz, Neid, Eifersucht, Enttäuschung, Mitleid, Ärger, Wut, Haß, Furcht, Angst, Ekel, Traurigkeit, Leere, Langeweile, Scham und Schuld...). Davon lassen sich Oberbegriffe bestimmen oder Untergruppen ableiten: Hunger und Durst sind zum Beispiel Schmerzgefühle.

Grundgefühl

Als Grundgefühl, Primäraffekt oder Basisemotion werden jene Gefühle und Affekte bezeichnet, die als wesentlicher Bestandteil jeder menschlichen Existenz angesehen werden. Beispiele für Basisemotionen sind Freude, Angst, Liebe oder Hass. Sie sind in allen Kulturen gleichermaßen anzutreffen.

Quelle: Wikipedia

Interessant ist übrigens die abendländische Auffassung der Gefühle, bereits im 4. Jh. v. Chr. unterschieden die Kyrenaiker, also die Anhänger und Mitglieder der Schule um den Aristippos von Kyrene, lediglich zwei Affekte (pathê): Unlust (ponos) und Lust (hêdonê). Das war naheliegend, handelte es sich doch um eine hedonistische Schule. – Mit dieser dichothomischen Sichtweise formulierten sie eine tiefe Weisheit: subjektiv wissen wir immer recht genau, ob ein Gefühl „positiv“ oder „negativ“ ist in unserer eigenen Wahrnehmung; wohlgemerkt: in unserer Selbstwahrnehmung, nicht hinsichtlich der Auswirkung auf andere Menschen. Denn wir können zum Beispiel lustvoll unseren Haß wahrnehmen und genußvoll zelebrieren, obwohl er negative Auswirkungen auf andere hat, ähnliches kann für die Lust eines stalkers oder mobbers gelten, der anderen Leiden zufügt. Andererseits kann die (übertriebene) Mutterliebe einen Menschen daran hindern, reif und erwachsen zu werden, wirkt also negativ oder destruktiv. Es kommt eben immer drauf an.

Mit dieser einfachen Gut-schlecht-Zweiteilung seiner Vorgänger verbindet Aristoteles (384–322 v. Chr.) dann die folgenden psychischen Ereignisse:

  • Begierde (epithymia),
  • Zorn (orgê),
  • Furcht (phobos),
  • Mut (thrasos),
  • Neid (phthonos),
  • Freude (chara),
  • Freundschaft (philia),
  • Haß (misos),
  • Sehnsucht (pothos),
  • Eifer (zêlos) und
  • Mitleid (eleos).

Manche dieser Wörte kennen wir von einigen Fremdwörtern: von der Philosophie, der Liebe zur Weisheit, von der Misogynie, dem Haß auf Frauen, von den Zeloten, einer jüdischen Widerstandsgruppe aus biblischen Zeiten, nämlich gegen die Römer, von der Islamophobie, der Furcht vor der mohammedanischen Religion. – Soweit die griechische Klassik.

Descartes beschreibt dann im Jahr 1649 sechs primäre „Leidenschaften“: Freude, Traurigkeit Verwunderung, Liebe, Haß und Begehren. Der jüdische Philosoph Spinoza reduziert diese dann wenige Jahre danach auf drei Grundgefühle: Begierde, Freude und Haß. Man sieht also: es gab keine Übereinstimmung in dieser Frage. – Charles Darwin veröffentlichte dann 1872 „The expression of the emotions in man and animals“ (deutsch: „Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren“), eine eher ethologische Betrachtung, im Gegensatz zu den vorgenannten philosophischen.

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: ja, ich hasse so einiges. Zum Beispiel Dummheit, aber auch solche Entgleisungen wie Rap-Musik. Das ist eigentlich gar keine Musik, das ist ein dümmlich-abgehackter Sprechgesang. in der Regel Ausdruck einer gewissen Bildungsferne, weswegen dieser Stil gerade in bestimmten Gruppen ja so überaus beliebt ist. Auch Ekel kenne ich, dieses Gefühl wird durch den Geruch von gebratenem Speck oder von frittierten Muscheln ausgelöst. Auch kalter Zigarrenrauch ist nicht der olfaktorische Hit.

So hat eben jeder seine eigenen Themen... – von Bedeutung ist übrigens nicht so sehr, ob man nun dieses oder jenes Gefühl hat oder nicht hat, von Bedeutung ist, ob man sich seiner Gefühle bewußt ist. Ob man zu ihnen steht, anstatt sie zu verdrängen oder zu rationalisieren. Ob man mit ihnen umgehen gelernt hat, ob man sie sozial und situativ passend zum Ausdruck bringen kann. Genau das nennt man dann Gefühls-Management.

Flachsinnig und primitiv... – mein ganz persönliches Haßobjekt Rap:

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Schlüsselwörter: Gefühle | Emotionen | Gefühlsmanagement | sozial | reflektiert | Bewußtsein | Reife
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Kommentare

kommt123
am 05.08.2010 19:10:23 (78.54.14.xxx) Link Kommentar melden
Gefühle, daraus entstehen Emotionen, Emotionen die dann sichtbar sichtbar für jeden sind.
Es können Hassgefühle sein, Gefühle der Trauer und der Freude , Gefühle des Wohlbehagens
Das sind nur 3 Beispiele, ich denke aber, die häufigsten Gefühle bei einem Menschen.

Die Emotionen, die dann jeder Mensch nach außen trägt, die sind sehr verschieden.

Wenn wir ein Gefühl erleben, so entscheiden wir uns in Sekunden welche Emotionen daraus nach außen sichtbar sind für jeden.

Ich denke, dass man Emotionen nicht beeinflussen kann, wohl aber lernen mit Gefühlen umzugehen, um daraus dann wiederum andere Emotionen hervorzurufen.
331
am 05.08.2010 21:22:30 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Schokolade macht glücklich, das wussten schon die Azteken Wink
kommt123
am 05.08.2010 21:48:57 (92.224.145.xxx) Link Kommentar melden
@ Chaim

Ich habe diesen Artikel gelesen, da kommt es mit meinem Kommentar schon hin.
http://www.wieobe..._empf.html

Das ganze WWW ist voll davon, der eine schreibt so, der andere wieder so.

Wichtig ist doch, dass man Gefühle zeigen kann.
286
am 05.08.2010 21:58:17 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Grin

Gab es da nicht einen französischen Philosophen, der den Islam gerichtlich bestätigt und erlaubt als "dümmste Religion" bezeichnen durfte?


...ich hasse so einiges. Zum Beispiel Dummheit...
Da fällt mir jetzt spontan was ein, aber ich will die admins nicht zu einer Löschung zwingen Wink
kommt123
am 05.08.2010 22:11:10 (92.224.145.xxx) Link Kommentar melden
Dorota schrieb:
Da fällt mir jetzt spontan was ein, aber ich will die admins nicht zu einer Löschung zwingen


Die kommen sonst aber aus der Übung, in letzter Zeit war wenig zu löschen.
Grin
286
am 05.08.2010 22:14:44 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Wink Willst Du mich jetzt provozieren, die M-Religion als DUMM zu bezeichnen? So etwas würde ich niemals öffentlich schreiben.

Aber die Gedanken sind natürlich frei!
kommt123
am 05.08.2010 22:38:40 (92.224.145.xxx) Link Kommentar melden
Das geht doch unter Meinungsfreiheit durch, ich persönlich bezeichne sie als Schwachsinn.

Habe ich kein Problem mit.Grin
Hartmut Holz
am 06.08.2010 15:24:29 (217.80.221.xxx) Link Kommentar melden
Hass gegen Araber und Türken? Warum? Gott kennt keine Rassen und wir Menschen sollten es tunlichst unterlassen Andre zu hassen, nur weil sie keine
Deutschen sind.

Natürlich kann da einem schon der Hut hochgehen, wenn sich einige Herrschaften, mit Migrationshintergrund, einfach nicht, in Deutschland, anpassen wollen.

Aber hier ist der Gesetzgeber gefragt. Und so manchen deutschen Jugendlichen könnte man auch zum Mond schicken und das ohne Rückfahrkarte.

So mancher hasst ja noch immer ehemalige Stasi Leute oder die mit der DDR zu tun gehabt haben. Wie ist es denn mit verzeihen? Damit lebt es sich doch leichter oder nicht?

Nein, Hass oder dauerhafte Rachegefühle machen auf Dauer krank und man sollte sie auch nicht haben.
286
am 07.08.2010 07:23:02 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Hartmut holf fragte:
Hass gegen Araber und Türken? Warum?


Keine Ahnung, warum die beiden Gruppen sich nicht ausstehen können. Aber Araber hassen Türken, und Türken verachten Araber. So ist das nun mal in den meisten Fällen.

Verstehen kann ich beides. Grin
349
am 07.08.2010 22:02:22 (76.76.104.xxx) Link Kommentar melden
@kommt123, diese Seite scheint mir etwas esoterisch angehaucht zu sein. "Empfindungen" sind in der deutschen Sprache doppeldeutig, ich kann etwas in mir "empfinden", dann ist das aber nichts anderes als ein Gefühl, oder es kann die sensorische Wahrnehmung von etwas Äußerem gemeint sein: ich fühle einen kühlen Windhauch oder eine heiße Herdplatte.

Hier zwischen Empfindungen, Gefühlen und Emotionen unterscheiden zu wollen erscheint mir als Haarspalterei.


@Chaim, die kurze Zusammenfassung der philosophischen Standpunkte und Theorien fand ich interessant, sie zeigt, wie willkürlich all diese Einteilungen sind. Tatsächlich sollten wir wirklich etwas mehr unsere eigenen Gefühle besser spüren lernen und auch reflektieren.


@Hartmut Holz, gibt es irgendwo eine seriöse überzeugende Theorie zu dieser Behauptung? Wie sollen bestimmte Gefühle krank machen? Doch wohl höchstens, wenn sie nicht ausgelebt werden, oder? Und warum soll man bestimmte Gefühle nicht haben, wenn doch offenbar alle Gefühle zum menschen dazugehören? Wer entscheidet denn, welche "erlaubt" sind?
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