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Politik: Recht & Co.

Prozess gegen Polizisten wird neu verhandelt

Hilflos von Polisten zurückgelassen wird ein Schüler tot gefahren

Es ist der 1. Dezember 2002 und der Schüler Robert Syrokowski wird von 2 Polizisten im betrunkenen Zustand aufgegriffen. Die Polizisten setzten den Jugendlichen wenig später außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches ab. In Folge dessen wurde der Gymnasiast von einem Auto überfahren und stirbt. Erst durch den massiven Einsatz der Eltern kam es zu dem Prozess und die Polizisten wurden zu jeweils 9 Monaten auf Bewährung verurteilt. Gegen diese Skandalurteil wehrten sich die Eltern, mit Erfolg.

Ohne diesen Vorfall würde Robert heute noch Leben. Auch ist der ganze Vorgang sicher auch eine Verkettung höchst unglücklicher Umstände, dennoch tragen die Polizisten die Schuld am Tot des Jugendlichen. Ja der junge Mann hatte an diesem Abend zuviel getrunken (später würde bei einem Alkoholtest fast 2 Promille Alkohol in seinem Blut festgestellt), dies kann jedoch nicht für das skandalöse Fehlverhalten der Polizisten verantwortlich gemacht werden.

Robert wollte, nachdem er den ganzen Tag seinen Eltern bei einem Umzug geholfen hatte, mit seinen Freunden in einer Diskothek ein wenig abfeiern. Im Laufe des Abends konsumierten Robert und seine Freunde größere Mengen an Alkohol. Die Stimmung unter den Jugendlichen war sehr ausgelassen. Gegen 3 Uhr morgens sagte Robert seinen Freunden er müsse zur Toilette.

Kurz darauf wird der Gymnasiast von zufällig an der Diskothek vorbeifahrenden Polizeibeamten bewusstlos auf der Straße liegend entdeckt. Sie riefen über Funk 2 Rettungssanitäter. Diese untersuchten Robert und sahen keine Notwendigkeit den jungen Mann mit ins Krankenhaus zu nehmen. Der Junge wird in seinem Zustand überlassen und Sanitäter und Polizisten ziehen von dannen. Nachdem er wieder zu sich gekommen war klingelte er an einem Haus in der Nähe und erklärt den Hausbewohnern, dass das Haus seine Eltern gekauft haben und er hier wohnt. Vom Gegenteil lässt sich Robert nicht überzeugen, in seinem Zustand schon nachzuvollziehen und als er versucht in das Haus einzudringen rufen die Hausbewohner die Polizei. Auch Robert wählt den Notruf, denn er wollte ja in das vermeintliche Elternhaus.

Die herbeigerufenen Polizisten Polizeihauptmeister Hans-Joachim G. und Polizei-Oberkommissar Alexander M. sind kurz nach den Anrufen an der besagten Stelle. Sie stellen sich dem Jungen als "Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika&" und "Micky Maus" vor. In ihren späteren Aussagen wollen die Polizisten nicht erkannt haben wie stark alkoholisiert Robert wirklich war. Sie erteilen einen Platzverweis. Als Robert diesem Verwies nicht folge leistet nimmt der Wahnsinn seinen lauf.

Was dann genau geschah wissen nur die 2 betroffenen Polizisten. Laut den Aussagen der Beamten wollten sie Robert zum Ausnüchtern in ihre Dienststelle nach Ratzeburg bringen. Sie fuhren aber in die völlig entgegen gesetzte Richtung. Und das gerade soweit das ihre Behörde nicht mehr örtlich zuständig war. Dann setzten sie den Robert nur mit T-Shirt bekleidet und barfuss ab. Zur Begründung für diese Handlung gaben die Polizisten zu Protokoll "sie wollten den ausgesprochenen Platzverweis durchsetzen und einen Störenfried loswerden". Aus meiner Sicht haben die Beamten aus Angst vor dem anstehenden Papierkram und aus Bequemlichkeit so gehandelt. Dieses Verhalten ist mit nichts zu entschuldigen.

Kurze Zeit später wird Robert mitten auf einer Straße sitzend überfahren und stirbt!

Wer jetzt denkt die Staatsanwalt wurde in diesem Fall aktiv irrt sich gewaltig. Sie musste mehr oder weniger dazu gezwungen werden ihre Ermittlungen aufzunehmen und Anklage gegen die beiden verantwortungslosen Polizisten zu erheben. Das vom Lübecker Landgericht ausgesprochen Urteil gegen die 2 Polizisten von 9 Monaten ist jedoch eine Schlag ins Gesicht für jeden Bürger und umso mehr für die Eltern. Sollen 2 Polizisten, die durch ihr Verhalten maßgeblich am Tot des Jungen verantwortlich sind, so mild bestraft werden?

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hob nun diese Verurteilung als zu milde auf. Der BGH stellte damit im Gegensatz zum Lübecker Landgericht fest, dass Robert sich in einer "hilflosen Lage" befunden habe und damit eine Verurteilung auf Grund des Tatbestandes der Aussetzung mit Todesfolge erfolgen müsse. Mindeststrafe für dieses Verbrechen ist 1 Jahr. In Folge dessen werden die Polizisten auch noch aus dem Polizeidienst entlassen.

Manchmal funktioniert der Rechtsstaat, wenn auch erst sehr spät!

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Schlüsselwörter: Robert Syrokowski | Urteil | Lübeck | Landgericht | Bundesgerichtshof | BGH
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Kommentare

Kabutoo
am 11.01.2008 11:57:48 (217.193.148.xxx) Link Kommentar melden
übel und nur wegem Papierkram... die Polizisten nahmen ihren Job garnicht ernst. Und dann stirbt jemand. Ich hoffe doch, die 2 können eine lange Zeit hinter Gitter darüber nachdenken.
Meier
am 23.03.2009 00:41:27 (84.75.141.xxx) Link Kommentar melden
wie kann ich mich vor verdeckt arbeitenden "provokativen" Ermittlern oder Leuten schützen, welche vortäuschen oder den Eindruck erwecken, solche zu sein?

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