Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Welt

Hiroshima und Nagasaki

Lernen Menschen aus der Geschichte?

Paul W. Tibbets Jr. vor dem Abflug
Paul W. Tibbets Jr. vor dem Abflug
War es falsch? War es vielleicht doch richtig? War es möglicherweise sogar geboten? – Militärisch gesehen scheint die Antwort klar: ja, es war richtig und sinnvoll. Denn es rettete mindestens 300.000 alliierten Soldaten das Leben; man darf nicht vergessen, daß die USA im Ersten Weltkrieg 125.000 Soldaten und im Zweiten Weltkrieg bis zum 6.8.1945 bereits über 200.000 Soldaten verloren hatten. Allein bei der Eroberung der japanischen Insel Okinawa im Juli 1945 starben etwa 12.500 US-Soldaten; insgesamt waren bis dahin etwa 70.000 US-Soldaten im Pazifikkrieg gefallen. Mehr Menschen wollten und durften die USA also nicht weiter opfern.

Soviel zur Erinnerung und als Vorüberlegung zur militärischen Situation der Amerikaner im Pazifik; auch an den Überfall der Japaner auf Pearl Harbor sollte man gelegentlich in diesem Zusammenhang denken.

Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vom 6. und 9. August 1945 wurden von US-Präsident Harry S. Truman am 16. Juli 1945 – unmittelbar nach Bekanntwerden des erfolgreichen Trinity-Tests, des ersten Atomtests – beschlossen und am 25. Juli angeordnet. Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt etwa 92.000 Menschen sofort. Weitere 130.000 Menschen starben bis Jahresende an den Folgen des Angriffs, zahlreiche weitere an Folgeschäden in den Jahren danach.

Quelle: Wikipedia

Mag die militärische Grundlage der damaligen Entscheidung auch klar und nachvollziehbar sein, die moralische Bewertung der beiden einzigen bisher gegen Menschen eingesetzten Atombomben dagegen ist auch heute, 65 Jahre danach, keineswegs einheitlich und geschlossen. Die Gegner argumentieren mit den schrecklichen Verletzungen und Verwüstungen, die Befürworter mit der dadurch erreichten sofortigen Beendigung des Zweiten Weltkrieges. Im Prinzip ist es jedoch völlig müßig und vor allem unhistorisch, geschichtliche Ereignisse oder militärische Entscheidungen nach unseren heutigen Maßstäben, die ja erst unter dem Eindruck dieser historischen Ereignisse gebildet wurden, beurteilen zu wollen.

Erstaunlich ist allerdings, daß in Europa zumeist die Japaner als unschuldige Opfer hingestellt werden – aus naheliegenden Gründen natürlich besonders gerne in Deutschland, wo man sich selbst ja hinsichtlich der beiden Weltkriege auch gern als „unschuldig“ und als Opfer hinstellt – und die Greueltaten der Japaner im Pazifik und in China dabei übersehen, vergessen, verdrängt oder relativiert werden. Ebenso wie der Faschismus und der Rassismus der Japaner gern vergessen werden, jener Japaner, die im Pazifik ähnlich barbarisch gehaust haben wie Hitlers Helfer in Europa, weil sie sich – gleich den Deutschen – als „Herrenrasse“ fühlten. Insofern kamen die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki also nicht von ungefähr, ebensowenig wie die Bomben auf Hamburg und Mannheim, Pforzheim und Dresden. Alle diese Bomben waren – nach damaligen militärischen Gesichtspunkten! - sinnvoll und hilfreich, friedensstiftend und somit moralisch gut. Sie trugen dazu bei, den rassistischen Wahn der Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan zu beenden.

Die beiden Daten 6. August und 9. August markieren einen Einschnitt in der Geschichte der Menschheit... – das Feuer der Sonne wurde auf die Erde gebracht. Am Dienstag, dem 7. August 1945 um 0:15 Uhr, berichtete US-präsident Harry S. Truman auf dem Heimweg in die Vereinigten Staaten vom Kreuzer USS Augusta der Welt erstmals vom Einsatz der Atombombe: „Die Kraft, aus der die Sonne ihre Macht bezieht, ist auf diejenigen losgelassen worden, die dem Fernen Osten Krieg brachten.“ Der US-Präsident forderte die Japaner erneut zur Kapitulation auf und drohte: „Wenn sie unsere Bedingungen nicht akzeptieren, dann mögen sie einen Regen der Zerstörung aus der Luft erwarten, wie er noch nie auf der Erde gesehen worden ist.

Diese Bomben wurden übrigens – eine Ironie der Geschichte – ausgerechnet mit deutschem Uran angefertigt, das die US-Army in der zweiten Aprilhälfte 1945 im „Außenlager“ des KZ Buchenwald in Staßfurt sichergestellt hatten; von den dort unter unmenschlichen Bedingungen geschundenen 459 polnischen und französischen KZ-Häftlingen überlebten nur etwa 80 – 100 Menschen; die deutschen Nazis hatten bekanntlich ebenso wie die Japaner längst an der Atombombe gebastelt und die dafür notwendigen Arbeiten von KZ-Häftlingen ausführen lassen, da man bei diesen ja weder auf Arbeits- noch auf Strahlenschutz achten mußte. Aus den etwa 1.100 Tonnen Uranerz und Uranoxid, die in Staßfurt sichergestellt worden waren, stammte ein Großteil jener 64 Kilogramm Uran, die – angereichert auf etwa 80% U235 – am 6. August über Hiroshima mit der Atombombe „Little Boy“ zur Explosion gebracht wurden.

„Fat Man“, die H-Bombe für Nagasaki
„Fat Man“, die H-Bombe für Nagasaki

Angesichts der aktuellen und ganz realen Bedrohungen aus Nordkorea und dem Iran, die – im Gegensatz zu den beiden Bomben auf Hiroshima und Nagasaki – nicht die geringste militärische und moralische Berechtigung haben, scheint der Jahrestag geeignet, über Gefahren und Notwendigkeiten nachzudenken und sich zu besinnen:

Möchte man wirklich warten, bis es zu spät ist? Möchte man Bilder wie die aus Hiroshima und Nagasaki aus Tel Aviv und aus Seoul sehen? Oder sollte man vorher mit allen – also auch mit militärischen Mitteln – versuchen, die kriminellen Bestrebungen in Teheran und Pjöngjang zu verhindern?

Aus ethischer Sicht dürfte die Antwort klar sein, und auch die Spieltheorie zeigt den richtigen Weg: destruktives Verhalten sanktionieren. Hart, berechenbar, und vor allem zeitnah. Für das letzte der genannten Kriterien ist es noch nicht ganz zu spät. – Für Verhandlungen gibt es weder Spielraum noch Anlaß; alles hat seine Zeit. Die des Redens und Wartens ist vorbei.

************

Zitate Mahmud Ahmadinedschad (überprüft, Quellenangaben siehe dort unter Wikiquote):

  • "Die Europäer sind wie kläffende Hunde. Gibst Du ihnen einen Fußtritt, laufen sie davon." - auf dem Weg zur UN-Vollversammlung, 17. September 2005, faz.net
  • "Die islamische Welt wird ihren historischen Feind nicht in ihrer Mitte leben lassen. Wir werden Israel in Blut tauchen! Ein Brandmal wird sie auslöschen." - Rede am 26. Oktober 2005 auf der Konferenz "Die Welt ohne Zionismus" in Teheran. Quelle: "Iran - Sprengstoff für Europa" von Bruno Schirra, S. 151 ff.
  • "Jeder, der Israel anerkennt, wird im Zornesfeuer der islamischen Nation verbrennen." - Rede am 26. Oktober 2005 auf der Konferenz "Die Welt ohne Zionismus" in Teheran, welt.de, edition-cnn.com

  • Bildnachweis:
  • "Colonel Paul Tibbets, pilot of the Enola Gay, waving from its cockpit." Photograph taken by the United States Army Air Forces (now the United States Air Force) in August, 1945 and now in custody of the US's National Archives and Records Administration. The image is in the public domain, as with most US federal government documents. Via Wikipedia.
  • "The polar cap of the Fat Man weapon being sprayed with plastic spray paint in front of Assembly Building Number 2." (Photo from U.S. National Archives, RG 77-BT). This image is a work of a U.S. military or Department of Defense employee, taken or made during the course of an employee's official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain. Via Wikipedia.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Iran | atomare Bedrohung | Raketen | Antisemitismus | Antizionismus | Judenhaß | Strategie | Osirak | Israel | Shoah | Holocaustleugner
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

286
am 05.08.2010 22:11:09 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Wenn man sich die Bilder ansieht, wie die Deutschen in Polen gehaust haben, wie sie Warszawa ausradiert haben, dann verlieren die Bilder oder Schauermärchen aus Dresden usw. ihre Bedeutung.

Angry Wer Wind sät, wird Sturm ernten!
Hartmut Holz
am 06.08.2010 15:41:49 (217.80.221.xxx) Link Kommentar melden
Also ich finde, dass die angeblichen Schauermärchen aus Dresden oder auch aus Hamburg ihre Bedeutung nicht verloren haben. Denn es sind keine Schauer-
märchen.

Dort sind unschuldige Menschen durch die Bombenangriffe gestorben. Ganz zu schweigen von den Opfern der sinnlosen Vertreibung der deutschen Bevölkerung Hinterpommern, Schlesien oder Ostpreußen.

Hitler und Stalin waren die größten Verbrecher die je auf dieser Erde gelebt haben. Sie haben Millionen von unschuldigen Menschen durch die SS oder der russischen Geheimpolizei umbringen lassen.

Und deshalb müssen heute aufpassen, dass solche Verbrecher nie mehr die Herrschaft über Deutschland oder Russland bekommen.
286
am 07.08.2010 07:39:17 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Also ich finde, dass die angeblichen Schauermärchen aus Dresden oder auch aus Hamburg ihre Bedeutung nicht verloren haben. Denn es sind keine Schauer-
märchen.

Du musst halt lesen, was da steht. Denn ich hatte doch klar geschrieben:

"Wenn man sich die Bilder ansieht, wie die Deutschen in Polen gehaust haben, wie sie Warszawa ausradiert haben, dann verlieren die Bilder oder Schauermärchen aus Dresden usw. ihre Bedeutung."

Wenn - dann...

Ein Konditionalsatz mit einer Schlussfolgerung. Falls Du es immer noch nicht verstehst, dann lies das: http://www.online...ticle/3586

Dass die Deutschen über Dresden heulen ist doch lächerlich. Erst die Welt zweimal abfackeln, dann aber rumjammern, wenn man die Quittung bekommt. Sad
353
am 25.08.2010 10:45:58 (178.1.31.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von Argusauge am 25.08.2010 10:51:04.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.19 Sekunden
39,918,505 eindeutige Besuche