Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Politische Meinung

Jeder von uns kann schon heute das nächste Opfer werden

Immer weniger Polizeibeamte auf der Straße, Straftatzeugen verweigern häufig Hilfestellung

Immer weniger Polizeibeamte auf der Straße, dafür aber mehr Menschen, von denen man bei subjektivem Empfinden annehmen könnte, dass diese in weniger angenehmen Situationen, plötzlich an einem akuten Versagen des Hör- und Sehvermögens leiden könnten. Begründet wird diese Aussage durch Ereignisse die sich ständig wiederholen. Gewalttäter gehen Mitmenschen an, und keiner sieht hin. Gelegentlich bitten die Opfer von Angriffen Passanten um Hilfe, aber diese wird strikt abgelehnt. Häufige Überfälle auf Geschäfte werden anscheinend nicht wahrgenommen.

Wenn in Mbabane Menschen zusammengeschlagen werden, und Banden Geschäfte überfallen, dann mag das daran liegen, dass die nächste Polizeistation unerreichbar, der einzige Streifenwagen verrostet, und der Dorfpolizist mit Fieber im Kindbett liegt. Im zivilisierten Deutschland, wirft der Sachverhalt vom beschlossenen Personalabbau bei der Polizei schon ein bedenkliches Licht auf die Verbindung von Sicherheit und Finanzierung, und das im reichsten Bundesland Baden Württemberg.

So konnte es geschehen, dass bei Tageslicht, an einer von Passanten hoch frequentierten Bushaltestelle, ein Mädchen von einem Täter mit einem Messer erheblich verletzt. wurde. Keiner der vielen Menschen an diesem Ort will etwas bemerkt haben.

Ein Schüler wurde in unmittelbarer Nähe zu einem Polizeirevier, an einer viel befahrenen Straße, von einer Schlägergruppe niedergemacht. Natürlich wurde dieser Vorgang nicht wahrgenommen! Weder von den Polizeibeamten im nur wenige Meter entfernten Revier, noch von hunderten Autofahrern, die zwangsweise den Tatort passieren mussten.

Eine 39-jährige wird, in direkter Nähe zum Polizeirevier und dem Landratsamt unsittlich berührt. Natürlich hat keiner von diesem ekelerregenden Vorgang etwas mitbekommen!

Einer Drogeriemarkt - Verkäuferin, wird bei einem Raubüberfall die Schusswaffe am Kopf aufgesetzt, und keiner hat davon etwas bemerkt.

Die Auflistung weiterer bereits dokumentierter Übergriffe könnte man bis zum heutigen Tag beliebig fortsetzen, doch das würde den Rahmen sprengen. Die täglichen Polizeiberichte in der Presse sind Zeitzeuge. Zudem darf man von einer erheblichen Anzahl nicht polizeilich gemeldeter Übergriffe ausgehen.

Doch dieses Phänomen, der offensichtlichen Gleichgültigkeit mancher Menschen, gibt nicht nur Grund zur Sorge, sondern ist mit Verlaub zum „Kotzen“!

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein Mann wird von mehreren Tätern auf einem Marktplatz niedergeschlagen, und schon auf dem Boden liegend weiterhin massiv bedrängt. Einige „mutige Mädchen“ erkennen das Geschehen, und greifen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ein. Sie erreichen damit, dass die Täter den Angriff beenden. Bravo kann man da nur sagen - wahre Heldinnen.

Die Häufung von Überfällen auf Geschäfte, macht die Polizei zwar stutzig, statistisch spielen diese Vorfälle noch keine Rolle, sorgen aber für eine Art „Bauchgefühl“. So die Aussagen eines Sprechers einer PD in der Presse. Und nun versetzen Sie sich in die Situation, einer Verkäuferin, die mit der Schusswaffe des Täters am Kopf, gezwungen wird, den Kasseninhalt „auszuzahlen“! Statistisch gesehen, spielt dieser Vorfall anscheinend keine Rolle, aber die Verkäuferin könnte im ungünstigsten Fall, den Rest des Lebens geschädigt sein.

Niemand darf erwarten, dass an jeder Ecke ein Polizeibeamter steht, was wir eigentlich auch nicht wollen. Dennoch ist es so, dass offensichtlich die Personalstärke in den Revieren den Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Diese Aussage lässt sich unter anderem auch aus Veröffentlichungen zu Eintreffzeiten der Polizei - Streifen bei Notlagen entnehmen.

Was können wir tun? Wie können wir zur Verbesserung der Sicherheitslage beitragen?

Die Möglichkeiten zur Hilfeleistung durch Tatzeugen bei Straftaten vielfältig. Eine einfache und gute Lösung ist das Absetzen eines Notrufes per Mobiltelefon. Das kann jeder der über ein solches verfügt - sogar kostenfrei.

Von „Kampfsport - Meistern“ darf man, wenn es die Situation erfordert, und auch zulässt, ein sofortiges Eingreifen erwarten. Auch der Einsatz massivster körperlicher Gewalt kann zur Rettung von Leben oder Gesundheit erforderlich werden. ( §§ 32, 33, STGB Notwehr, Überschreiten der Notwehr, § 34 Rechtfertigender Notstand)

Zufallspassanten, die keine Personenschützer sind, oder nicht in Kampfkünsten geschult sind, könnten sich zusammen tun, und dann nach Absprache und Risikoabwägung gemeinsam Eingreifen. Sollte das nicht möglich sein, besteht wenn man über ein Mobiltelefon verfügt, fast immer die Möglichkeit aus „verdeckter Position“ Hilfe herbei zu rufen.

Denken Sie einfach daran - der Angriff auf den Körper eines Opfers ist zugleich auch ein Angriff auf die Psyche. Das betrifft insbesondere auch die Angestellten von Geschäften, Poststellen oder Sparkassenfilialen. Opfer von Gewalttätern erleben Ohnmacht, Ekel, Trauer, Wut und oftmals Todesangst. Diese sehr belastenden Empfindungen (posttraumatisches Geschehen) können bei ungünstigen Voraussetzungen ein lebenslanger Begleiter sein.

Und jeder kann das nächste Opfer werden! Stellen Sie sich vor, nur weil Sie zur falschen Zeit am falschen Ort sind, werden Sie plötzlich und ohne Grund zusammengeschlagen, oder auch Geisel eines bewaffneten, eventuell drogenabhängigen Ladendiebes, der an einem akuten Entzugssyndrom leidet, und nun dringend „Kohle“ zur Drogenbeschaffung benötigt , aber keiner sieht hin.

Von Alfred Brandner (Fachkraft Gewaltprävention / Abwehr, Rettungsassistent)

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Polizei | Straße | Gewalt
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Hartmut Holz
am 03.08.2010 18:52:38 (217.80.218.xxx) Link Kommentar melden
Ganz klar. Die Zahl der Polizisten, in Deutschland, muss steigen. Es kann nicht sein, dass an der Sicherheit, in unserem Land, gespart wird.

Und es müssen endlich die Länderpolizeien abgeschafft werden. Diese Polizisten können alle zur Bundespolizei, die dann künftig für die Sicherheit zuständig ist.
474
am 04.08.2010 15:19:12 (188.97.2.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 04.08.2010 18:46:58.
474
am 04.08.2010 15:20:34 (188.97.2.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 04.08.2010 18:47:12.
474
am 04.08.2010 15:21:06 (188.97.2.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 04.08.2010 18:47:28.
474
am 04.08.2010 15:21:26 (188.97.2.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 04.08.2010 18:47:47.
474
am 04.08.2010 15:22:27 (188.97.2.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 04.08.2010 18:47:59.
321
am 04.08.2010 17:43:46 (88.68.119.xxx) Link Kommentar melden
@ Hartmut Holz: es gibt weniger Polizisten, weil es zu viele H4-Empfänger gibt, man kann nicht alles haben. Irgendwoher muss das Geld doch kommen.
OZ24
am 04.08.2010 18:53:33 (84.183.169.xxx) Link Kommentar melden
@ Chaim

Wink Wink


Das sollte ein Kommentar enthalten:

Der Kommentar nimmt zu einem Artikel Stellung. Er erläutert die Sichtweise des Kommentierenden zu dem Artikel, interpretiert die Bedeutung, macht mit Zusammenhängen vertraut, stellt Kombinationen an, wägt unterschiedliche Auffassungen ab, setzt sich mit anderen Standpunkten auseinander und verhilft dem Leser dazu, sich ein abgerundetes Bild über den Artikel zu machen. In einem guten Kommentar sollte der Hintergrund analysiert und erklärt, außerdem die Meinung des Schreibers argumentativ belegt werden. Er soll die Leser dazu anregen, sich eine eigene Meinung zum Thema zu bilden.


Die Redaktion behält sich das Recht vor, Themen und Beiträge zu löschen, zu bearbeiten oder zu schließen. Eine Diskussion über gelöschte Kommentare findet nicht statt.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.06 Sekunden
40,107,853 eindeutige Besuche