Sonstiges: Verschiedenes

Sind diese „Alten“ überhaupt noch leistungsfähig und für Arbeitgeber tragbar?

21.07.2010 10:15:34 eingesandt von Gastbeitrag per Mail für OnlineZeitung 24.de

Nicht alle Berufe kann man bis zur Rente ausüben. Aber viele Arbeitnehmer in den Rettungsdiensten und bei den Berufsfeuerwehren sind schon etwas älter, aber immer noch im Einsatzdienst tätig.Sind diese „Alten“ überhaupt noch leistungsfähig und für Arbeitgeber tragbar?

Diese provokante Frage, lässt schon im Vorfeld erkennen, dass es darum geht festzustellen, ob es zum einen möglich ist, als „schon etwas älterer Mitarbeiter“, den Anforderungen in einem modernen Feuerwehr- und Rettungsdienst gerecht zu werden, und zum anderen, ob grundsätzlich überhaupt die Möglichkeit besteht, bis zum Renteneintrittsalter im Einsatzdienst arbeiten zu können.

Ich denke ja. Wenn man davon ausgeht, dass lernen ein lebenslanger Prozess ist, und wenn man diese Erkenntnis in Praxe umsetzt, hat man eine gute Grundlage im Feuerwehr- und Rettungsdienst, wenn auch mit einem Gehalt, das in keiner Relation zur geforderten Leistung steht, „überleben“ zu können. Stetige Weiterbildung, auch in Form diverser Neuqualifizierungen, erweitert den geistigen Horizont, und bietet zusätzliche Sicherheit Die damit verbundene Steigerung des Selbstwertgefühles ist als positiver Nebeneffekt zu werten.

Nächste wichtige Grundlage wäre ein psychisch- und physisch stabiler Zustand der Gesundheit. Die Wiederherstellung, bzw. Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit, lässt sich mit geeigneten Sportarten bewältigen. Am besten dienlich wären natürlich solche, die Körper und Geist trainieren.

Doch selbst wenn man diese hier aufgeführten Anforderungen nicht „ganz“ erfüllen kann, braucht man sich keine großen Sorgen machen. In den Köpfen vieler unserer Mitbürger, sitzen zu Unrecht, noch immer die Vorurteile, die besagen, dass die Produktivität bzw. Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer niedriger als bei den Jüngeren wäre. Diese Vorurteile sind schlichtweg falsch. Ältere können bei der einen oder anderen Tätigkeitsausübung etwas langsamer sein, mancher braucht eine Brille zum lesen, oder eine andere technische Unterstützung die Körperfehlfunktionen stützt. Manche Jungen können gelegentlich mal schneller sein, dafür haben sie weniger Menschenkenntnis, und in kritischen Situationen kommt es schnell zu Überreaktionen. Auch mangelt es häufig an Organisationstalent. Ältere und Jüngere sind nun mal nicht ganz gleich. Aber eines lässt sich mit absoluter Sicherheit sagen, beide Altersgruppen haben ihre Vor- und Nachteile. Zum anderen gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung, die nachweist, dass die Produktivität mit dem Alter systematisch nachlässt.

Somit wage ich abschließend zu behaupten, dass auch die „Älteren“ in der Lage sein können, die für den Rettungsdienst erforderliche Leistung zu erbringen. Und die sind in der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht immer schlechter als die „Jungen“.

Ob sich die Möglichkeit bietet, bis zum Renteneintrittsalter, diesen physisch- und psychischen hohen Anforderungen in diesen Berufsgruppen gerecht zu werden, lässt sich allgemein nicht beantworten.

Von Alfred Brandner