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Politik: Politische MeinungWie 1972: Zeit für freche Wahlkampfsprüche
45,8 Prozent der Stimmen für die SPD - solch ein Ergebnis bei Bundestagswahlen hat die SPD nie wieder erreicht, es blieb bis heute das Beste und wurde 1972 bei vorgezogenen Wahlen erzielt.
In jenen Jahren ging es ähnlich hoch her wie zurzeit in Hessen. „Bild“ und CDU hatten bereits 1971 in Schleswig-Holstein eine Verleumdungskampagne gegen den SPD-Kandidaten Jochen Steffen gestartet, der schließlich die Landtagswahl verlor. Unterstellt wurden ihm geplante Enteignungen.
Damit sollte die CDU auf Bundesebene nicht auch noch durchkommen und der Grafiker Klaus Staeck entwarf ein Wahlplakat, das in die Geschichte einging und maßgeblich zum sensationellen Sieg von Willy Brandt beitrug. Verkündet wurde auf diesem Plakat: „Deutsche Arbeiter, die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen.“
Wie lahm sind dagegen die aktuellen Wahlplakate! Dabei bietet sich doch jetzt so mancher Spruch geradezu an. Man könnte „Bürgerrechte? Nur Rechte sind Bürger“ plakatieren. Oder: „Noch mal Koch? Aller guten Dinge sind nicht 3.“ Möglich wäre auch: „CDU - oder das 11. Gebot: Du sollst falsch Zeugnis reden…Wer hat´s erfunden? Roland Koch!“ Etwas zum Schmunzeln könnte sein: „CDU wieder christlich: Sie waschen ihre Hände in Unfug.“ Älteren Leuten könnte man mitteilen: „Deutsche Rentner! Bald wird zurückgeschlagen“. Auch dieser Spruch könnte ankommen: „Gute Familienpolitik heißt: Arme Kinder nörgeln nicht in Supermärkten.“ Um weitere Erfolgsmeldungen müsste man keineswegs verlegen sein: „Geschafft, Herr Koch! Schweiz weist Steuerflüchtlinge aus!“
Da alle Parteien in den letzten Tagen vor einer Wahl plakatmäßig noch einmal zulegen, böte sich an: „Koch. Auf solch einen Kandidaten muss man erst einmal kommen.“ Vielleicht auch: „Besser Minilöhne als gar kein Einkommen.“
Also, ran an den Kleister!
Einen hätte ich noch: "Und siehe, ich mache alles schwarz. Auch Kassen. Ihr Roland Koch".
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