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Sonstiges: Gesundheit

Der Weg vom Dauer - zum Nicht - Raucher bringt Gesundheit, Anerkennung und Erfolg

Taekwondo und Tüftelei als wirksame Maßnahme gegen die Sucht.

Aschenbecher
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Neue Gesetze sehen Raucher als eine Plage. Und die Raucher werden geplagt. Raucher sind in ihrer Freiheit gefährdet. Der Lebensraum schwindet. Ob am Arbeitsplatz, auf Bahnsteigen oder in Nichtraucher - Wohnungen, als Raucher wird man dort nicht mehr geduldet, vor die Tür geschickt und muss auf zugigen Balkonen und in dunklen Eckkneipen eine jämmerliche Existenz fristen.

Das war mir schon vor Jahren, mit Verlaub zu blöde. Erste Ansätze der Raucher - Verdrängung waren spürbar. Natürlich war die Angst vor den gesundheitlichen Folgen des Nikotinabusus ein nicht zu unterschätzendes Kriterium. Um nicht länger von „nicht rauchenden„ Zeitgenossen und vom „Nikotin“ geprügelt zu werden habe ich das Rauchen aufgegeben.

Was sich zunächst als einfaches Geschehen darstellt, ist in Praxe nicht ganz so leicht zu bewältigen, das habe ich selbst sehr deutlich erfahren müssen. Neben einem gewissen Leidensdruck, und der notwendigen Einsicht, gehört vor allem auch ein sehr starker Wille dazu, um dieses massiv gesundheitsschädigende Verhalten bleiben zu lassen.

Als Beispiel möchte ich, motiviert durch zwischenzeitlich eingetretene Erfolge auf mehreren Ebenen, auch anderen „Leidensgenossen“ zeigen, dass es selbst nach langen Jahren Raucherkarriere möglich ist vom Tabakrauch loszukommen. Ich bin 58 Jahre alt und lebe nun seit 1997 ohne den blauen Dunst. Mit einem kurzen Rückblick möchte ich das gestern charakterisieren, und die hieraus resultierende Entwicklung bis heute darstellen:

  • Erste Rauchversuche (paffen) mit ca. 15 Jahren
  • Regelmäßiges Rauchen (inhalieren) ab 16
  • Mit dreißig ca. 40 Zigaretten täglich
  • Mit 45 waren es dann mindestens 60 Zigaretten täglich, und stets die Sorge groß, dass der Vorrat an Rauchwaren ausgehen könnte.

Durch meine berufliche Tätigkeit, als Rettungsassistent in der Notfallmedizin, und der damit verbundenen Möglichkeit zur medizinischen Weiterbildung, sowie bei selbstkritischer Betrachtung, war es in diesem fortgeschritten Stadium nicht schwer eine absolute physische- und psychische Abhängigkeit eingestehen zu müssen.

Es erfolgten mehrere erfolglose Versuche zur Entwöhnung. In meinem Fall, nach langjährigem Nikotinabusus in hoher Konzentration, wurde letztendlich deutlich, dass vorrangig die physische Abhängigkeit den Weg zum Nichtraucher verhinderte.

Erst mit Unterstützung durch Nikotinkaugummis ist mir dann die Trennung von der Zigarette gelungen. Durch „kauen“ wurde nicht nur das vom Organismus „geforderte“ Nikotin zugeführt, sondern insbesondere auch als Ersatzhandlung eine gewisse Ablenkung erreicht, was insbesondere der psychischen Abhängigkeit entgegen wirkte. Ich muss gestehen, ein sehr individueller Vorgang, denn auch das mit dem Kaugummi zugeführte Nikotin musste langsam, in Form immer kleiner werdender Dosierungen herunter gefahren werden. Ein großer Vorteil war jedoch sofort erkennbar. Die beim Verbrennungsprozess einer Zigarette entstehenden Mischtoxine, wurden ab diesem Moment nicht mehr zugeführt! Wenn man bedenkt, dass es sich bei einer dieser massiv gesundheitsschädigenden Substanzen um Blausäure handelt, wird einem schnell bewusst, wie ernsthaft die Gesundheit in Gefahr ist.


Zeitgleich, und mit dem Wissen, dass zu meiner Nikotinentwöhnungsmaßnahme, und zur Herstellung und Aufrechterhaltung der physischen und psychischen Gesundheit als weiteres Standbein der Sport gehört, habe ich mich ganz bewusst für einen asiatischen Kampfsport entschieden. So kam ich dann, schon erheblich in meiner Gesundheit beeinträchtigt zum Taekwondo. Meine Lehrer Leo und Gino hatten große Geduld aufgebracht um mich in die gewünschte Richtung zum bringen. Langsam wurden erste Fortschritte erkennbar.

Unzählige Vorbereitungslehrgänge und Prüfungen in Theorie und Praxe wurden abgelegt. Nun durfte ich auch bei Wettkämpfen auf Länderebene teilnehmen. Bei den Württembergischen Technikmeisterschaften konnte ich einen ersten – und bei den Baden - Württembergischen einen dritten Platz belegen. Ein Höhepunkt war im Februar 2004 die erfolgreiche Prüfungsabnahme zum 1.DAN (Meistergrad) durch ein Prüfungsteam der Baden-Württembergischen Taekwondo - Union. Anerkennung und Beurkundung erfolgten im September durch die World Taekwondo Federation in Korea.

Sport hat mir geholfen
Sport hat mir geholfen
Zeitgleich erhielt ich von Großmeister u. Hauptprüfer (ITF) George Kampitsas, die Urkunde über die Qualifizierung zum „Instruktor für Selbstverteidigung“ überreicht. Weiterhin erfolgte die Beurkundung zum Taekwondo - Meister Grad nach ITF.

Seit 2005 nütze ich meine Kenntnisse aus speziellen Ausbildungen und dem Kampfsport, und schule auch Rettungsdienstpersonal und Notärzte, in für diese Berufsgruppe speziell angemessener Selbstverteidigung. Auch Jungens, Mädchen, Frauen, Männer, Rentner und Ehepaare, bereite ich in Selbstschutz - Intensivseminaren auf den Fall eines tätlichen Übergriffes vor.

Ein vergleichsweise stressiger Tag war der 17.12.2006. Die Prüfung zur nächsten Meisterprüfung musste bewältigt werden. Nach ungefähr acht Stunden war auch diese, recht hohe Hürde überwunden. Die Beurkundung durch das World Taekwondo Headquarters erfolgte am 5.7.2007.

In diesem Zusammenhang, möchte ich etwas näher auf die von mir gewählte Sportart eingehen. Bedingt dadurch, dass durch eine Prüfungsordnung die Möglichkeit besteht, das bereits Erlernte durch immer anspruchsvollere Aufgaben beweisen zu können, und das man nach jeder bestandenen Prüfung Anerkennung in Form von Urkunde und neuer Gürtelfarbe erhält, ist die Motivation so groß, dass der Wunsch nach dem Zigarettenrauch eine eher untergeordnete Rolle spielt. Ein weiterer positiver Aspekt kommt hinzu. Kampfkunst bzw. die Kunst der Selbstverteidigung, bleibt in der Ausführung nicht auf ein bestimmtes Lebensalter begrenzt. Durch die verschiedenen Disziplinen ist gewährleistet, dass neben dem Betreiben des Taekwondo als Leistungssport im Wettkampf, auch der Breitensport gegeben ist. Beim üben der Formen ist praktisch keine Altersgrenze gesetzt. Durch ständiges Training kann es zur fast unbewussten Sicherheit in der Anwendung verschiedener Techniken kommen, welche sich in Ästhetik, Gewandtheit, Rhythmik und Schnelligkeit offenbaren können.

Ich möchte nicht versäumen, die wirklich großartigen Fähigkeiten meiner Lehrer zu erwähnen. Erst durch die hervorragende Schulung durch diese Meister wurden meine vergleichsweise bescheidenen Erfolge möglich.

Auch die tatkräftige Unterstützung durch die anderen Sportler hat sehr gut getan. Unschöne Generationskonflikte wie in der Arbeitswelt gibt es im Taekwondo nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind eine tolle Gruppe von sechs bis sechzig, und im Zusammenhalt nahezu unschlagbar.

Als zusätzliche Maßnahme und weiteres Standbein zur Unterstützung meiner Bemühungen Nichtraucher zu werden, habe ich mir als geistig - kreative Aufgabe, eine mir gegebene Innovationsfreudigkeit zugute gemacht, um mich intensiv mit dem akuten medizinischen Notfall, und den Eintreffzeiten von Rettungsdiensten und Notärzten zu beschäftigen. Als Ergebnis stehen meine patentrechtlich geschützten Notfallschilder, die insbesondere bei nächtlichen Einsätzen eine enorme Hilfe zum schnelleren Auffinden der Notfallorte darstellen.

Abschließend darf man sagen, dass auf dem Weg vom Kettenraucher zum Nichtraucher, vorher nicht gekannte Fähigkeiten entdeckt und weiterentwickelt wurden. Persönliche Erfolge sind zu verzeichnen. Zum einen im Sport, und zum anderen bei der Suche nach Innovationen die unser Leben bereichern können. Die Einführung meines Notfallschildes wird dem Allgemeinwohl dienen. Die mit meinen Wegweiser für Rettungsdienste u. Notärzte zu erzielende Zeitersparnis, ist insbesondere auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Kosten im Gesundheitswesen zu sehen. Wenn Rettungsdienste und Notärzte schneller zum Ziel finden, könnte so manches Leben gerettet, mancher Schaden begrenzt, und somit diverse Kosten eingespart werden.

Und das Wichtigste, ich bin immer noch „ erfolgreicher Nichtraucher “, und fühle mich gesundheitlich wesentlich wohler und leistungsfähiger als jemals zuvor. Ich möchte aber ausdrücklich betonen, dass ich meinen Mitmenschen einen individuellen Lebensstil gönne, und niemals jemand “missionieren“ würde das Rauchen sein zu lassen.

Toleranz gehört eben zu den grundlegenden Anforderungen an ein menschliches Miteinander. Das wird in unserer Gesellschaft leider oft übersehen, und betrifft beide Parteien- Raucher und Nicht-Raucher.

Von Alfred Brandner

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Schlüsselwörter: rauchen | Raucher | Nichtraucher | Sucht
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