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Raucher in den Knast!

Eine kleine Satire über Umweltverschmutzung und das Ende der Toleranz

Raucher in die Frischluftzelle!
Raucher in die Frischluftzelle!
Also, ich sag' das jetzt mal ganz kurz und schmerzlos, so, wie man ein Pflaster abreißt, ruck-zuck:

ich bin stolz darauf,

intolerant zu sein!

Ja, doch, wirklich! – Denn „tolerare“ heißt im Lateinischen „erdulden, erleiden“. Und ich habe nicht die geringste Lust zu leiden! Vor allem schon mal gar nicht unter der Sucht von Nikotin-Junkies, also von Drogenabhängigen! Im Prinzip ist es mir egal, wer welche Sucht hat, ob Arbeit, Sex, Spiel oder Kokain, nur: derjenige möchte mich doch bitte mit den Auswirkungen seine Sucht verschonen! Ich möchte daran nicht beteiligt werden! Darum und nur darum geht es! – Es ist ja schlimm genug, daß ich die ganzen Programme der Krankenkassen zur Entgiftung der Junkies mitfinanzieren muß, von Raucherentwöhnung bis hin zu Methadon-Programmen für Fixer.

Es ist einfach so: ich bin intolerant, ich will weder Geduld mit Rauchern haben noch unter ihnen leiden; ich bin also, im besten Sinn des Wortes, ungeduldig und unleidlich, vor allem dann, wenn ich bestimmte olfaktorische Wahrnehmungen habe. Also zu deutsch: unangenehme Gerüche – zwangsweise auch noch! – wahrnehmen muß, als da nämlich sind: Jauchegruben, Schweine- oder Geflügel-Mastbetriebe, Müllkippen oder eben Rauch, genauer gesagt: Zigarettenrauch. Für meinen empfindlichen und an Wohlgerüchen von Calvin Klein, Issey Miyake, Giorgio Armani und Kenzo orientierten Geruchssinn ist das nämlich alles dasselbe. Ja, ich bin nicht nur intolerant gegenüber Zigarettenrauch, sondern ich erlaube mir auch kraft souveräner Willkür, hier zu differenzieren, was den Geruch angeht (zum Qualm an sich komme ich dann später):

  • Zigarettenrauch mag ich gar nicht, überhaupt nicht.
  • Zigarillos gehen, ebenso Zigarren, wenn es nicht gerade das billigste Kraut ist.
  • Pfeifenrauch geht meistens, wenn es sich um einen qualitativ hochwertigen und gut verschnittenen Tabak handelt, der auch noch gekonnt, also nicht zu heiß, geraucht wird.

Der Geruch, den Zigarettenraucher verströmen aus Kleidung, Poren und Hals (die sozial Umgänglichen unter ihnen lüften sich wenigstens und werfen sich minütlich während ihrer Rauchpausen – das sind also die Pausen, in denen sie nicht rauchen – Pfefferminz-Pastillen ein, aber der Geruch bleibt ja hartnäckig), dieser Geruch mißhagt mir einfach. Jener Geruch, der an die verbrannten Autoreifen erinnert, den die gelangweilten Palli-Jugendlichen in Judäa und Samaria ebenso wie die Deppen der Krawallfraktion vom Schwarzen Block in Berlin oder die mohammedanischen Jugendlichen in den Pariser Vorstädten regelmäßig erzeugen, allen Ozon-, Stickoxid- und CO2-Vermeidungs-Bemühungen zum Trotz, sowie allen anderen vernünftigen Umweltanforderungen zuwiderlaufend.

Also, der Geruch ist nicht schön; darüber gibt es gar nichts zu diskutieren, da es nämlich völlig subjektiv ist, und de gustibus non est disputandum, über Geschmack kann man nicht streiten. Kommen wir also zum Rauch an sich, und dazu ist alles notwendige in Kürze gesagt: jeder Betrieb, jede Fabrik, die einen solchen Schadstoff-Ausstoß wie ein Raucher hat (das gilt jetzt für alle Arten von Rauchern, egal was sie rauchen!), wäre natürlich ruck-zuck aufgrund der Immissionsschutzgesetze sofort stillgelegt. Der einzige Grund, aus dem Staaten nicht so besonders rigide gegen Raucher vorgehen, sind die immensen Steuereinnahmen, die die Nikotin-Junkies dem Staatssäckel bescheren. Vergleichbar nur noch den Autofahrern als Melkkuh, ähnlich allenfalls noch dem Gewinn, den die Alkis dem Finanzminister bescheren; die jedoch spucken mir im Unterschied zu den Rauchern weder ihren Rotwein noch ihr Bier ins Gesicht.

Realsatire
Realsatire
Kommen wir zum Schluß, nämlich zu den modernen Lösungen dieses Problems. Der Markt hat natürlich längst den Anforderungen der Politik und der Vernunft entsprochen: die Probleme müssen radikal gelöst werden, an der Wurzel, dort, wo sie entstehen.

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Bei der Werbung, die mir heute morgen ins Auge sprang (siehe screenshot), handelt es sich um ein ganz besonders pfiffiges Produkt: eine zwangsentlüftete Gefängniszelle für Raucher.

Super! Eine geniale Idee! Wenn wir schon keine Apartheid haben, also eine Trennung von Rauchern und Nichtrauchern, dann müssen wir einfach die Raucher zeitweise zur Ausübung ihres Lasters separieren. Diese Lösung ist doch so einfach, daß sie schon wieder genial ist. – Als Arbeitgeber, der seinen Angestellten so etwas einrichtet, sollte man natürlich die Kosten auf die Raucher umlegen, nach dem Verursacherprinzip. Spätestens dann allerdings könnte man auch noch auf die Idee kommen, den Tariflohn nicht nach Ost und West zu unterscheiden, sondern nach Rauchern und Nichtrauchern. Denn daß Raucher weniger arbeiten, liegt ja auf der Hand: entweder machen sie gerade eine zusätzliche bezahlte Pause, um zu rauchen, oder sie denken gerade an die nächste Zigarette. So oder so, sie arbeiten einfach weniger.

Tja, die Wahrheit kann weh tun. – So, und nun gehe ich einfach mal auf meine sonnige Terrasse, ein kleines Pfeifchen rauchen, das habe ich mir jetzt verdient; heute vielleicht mal ein ganz leichter Mac Baren's „Cube“...

Schenk mir 'ne Kippe!
Schenk mir 'ne Kippe!
  • Bildnachweis:
  • Gefängniszelle in Brasilien by tokamuwi / pixelio.de
  • Screenshot von onlinezeitung24.de
  • Bettelnder Gefangener in Prag by Hannelore Dittmar-Ilgen / pixelio.de

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Schlüsselwörter: Rauchen | Gesundheit | Toleranz | Qualm
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Kommentare

321
am 19.07.2010 20:30:47 (88.68.120.xxx) Link Kommentar melden
Auf den angeblich rauchfreien Bahnhöfen rauchen die Leute einfach weiter, wenn man was sagt, wird man blöd angemacht.

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