Wissenschaft: Forschung

Eugenik und die verlogene „Moral“ der amoralischen Heuchler

Was ist eigentlich die Präimplantationsdiagnostik?
12.07.2010 14:45:53 eingesandt von Chaim für OnlineZeitung 24.de

5 Tage alter menschlicher Embryo
5 Tage alter menschlicher Embryo
Das Wort „Eugenik“ wird in Deutschland immer wieder fälschlicherweise in den Zusammenhang des Mißbrauchs jenes Begriffes durch die rassistische Ideologie der Nazis gestellt. Dies dient heute vor allem dem einen Zweck: diejenigen Forscher, Ärzte, Ethiker und Politiker, die um eine klare ethisch verantwortliche Regelung und Handhabung der medizinisch-technischen Möglichkeiten ringen, schlicht zu verunglimpfen und zu verleumden. In diesem Zusammenhang sei an die künstliche Aufregung um den australischen Philosophen Peter Singer erinnert...

Was darf man eigentlich (noch) sagen? (Teil III):

„Denkverbote und Sprachhygiene – die Debatte um Peter Singer“

Gleichzeitig möchte man die Befürworter der Gendiagnostik und der pränatalen Medizin – also der von vielen Unwissenden geradezu verteufelten „Gentechnologie“ – generell verleumden und damit argumentativ ausschalten. Was viele der Gegner jeder Art von Genforschung nicht wissen oder nicht wissen wollen: in Deutschland haben wir bereits ein sehr restriktives Embryonenschutzgesetz, während in Großbritannien zum Beispiel der Embryo in den ersten 14 Tagen nach Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle juristisch und ethisch gar nicht als „Person“ im menschlichen Sinn gilt.

Embryo im AusnahmezustandRezension in der FAZ vom 30.06.2004, Nr. 149/Seite 34

Besonders gern werden solche leicht zu durchschauende rhetorische Taschenspielertricks als demagogische Mittel – ausgerechnet! – von einer Organisation verwendet, die sich damals bei der fabrikmäßigen und maschinellen Ermordung von angeblich „minderwertigen“ Menschen zum Mittäter gemacht hat, nämlich von der katholischen Kirche. Diese Organisation fällt in unserer Zeit immer wieder dadurch auf, daß sie oder ihre verworrenen Fanatiker in ihrem wütenden Kampf gegen eine strafrechtliche Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und gegen Genforschung und gendiagnostische Untersuchungen jedes vernünftige Maß einer rationalen Auseinandersetzung verlieren und zu wüsten Begrifflichkeiten gelangen, die eine Verharmlosung der Greuel der Nationalsozialisten bedeuten. Die gleichzeitig also auch noch die Opfer der rassistischen NS-Verbrechen verhöhnen, nämlich:

Eine kritische Anmerkung zu Rudolf Stumbergers Begriff „Das unwerte Hartz IV-Leben“

Getreu der katholischen Morallehre werden im übrigen sinn- und wissensfrei – credo, quia absurdum est (»ich glaube, weil es unvernünftig ist«) – auch wieder allerlei Themen vermischt; Schwangerschaftsabbrüche werden mit der Präimplantationsdiagnostik gleichsetzt, wie man es leider auch bei onlinezeitung24.de lesen mußte:

Gentests an Embryonen contra Menschenwürde

Eugenik

Eugenik (von altgriech. eu „gut“ und genos „Geschlecht“) oder Eugenetik bezeichnet seit 1883 die Anwendung humangenetischer Erkenntnisse auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern (positive Eugenik) und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern (negative Eugenik).

Was den Abbruch von Schwangerschaften angeht, so kann man dazu verschiedene Ansichten haben, über diese kann man diskutieren, man kann sie auch in unterschiedlicher Weise juristisch regeln oder ethisch bewerten. Wer in diesem Zusammenhang jedoch Andersdenkende als „Mörder“ bezeichnet, sie also verleumdet und beleidigt, oder wer sich aufführt wie die Berufs-Glucke Karin Struck seinerzeit in einer Live-Sendung im deutschen Fernsehen (jenes Video kann man heute noch bewundern), der hat sich aus der Gemeinschaft vernünftiger Menschen verabschiedet. Wer jedoch die Präimplantationsdiagnostik mit der „Selektion“ an der Rampe in Auschwitz gleichsetzt, der ist weder in der Lage, sachliche Dialoge zu führen, noch hat er ein Recht, mit seinen abstrusen ideologischen Positionen ernstgenommen zu werden.

Die Präimplantationsdiagnostik macht nämlich nichts anderes, als bei einer künstlich und außerhalb des Mutterleibs befruchteten menschlichen Eizelle zu untersuchen, ob eine schwerwiegende genetische Schädigung vorliegt, die es angeraten sein läßt, dieses befruchtete Ei erst gar nicht in die Gebärmutter einzusetzen. – Ein Vorgang, der übrigens die Natur recht gut nachahmt. Oder glauben Katholiken etwa, daß sich ein in „natürlicher Weise“ im Mutterleib befruchtetes Ei automatisch und in 100% aller Fälle auch tatsächlich in die Gebärmutter-Schleimhaut einnistet?

8 Zellen = Embryo 3. Tag
8 Zellen = Embryo 3. Tag

Auszug:

Aus den Embryos, die gewisse Zellstadien durchlaufen, werden 1-2 Zellen entnommen. Dies geschieht zwischen dem 4ten und 10ten Zellstadium, da man davon ausgeht, dass sich zum 8ten Zellstadium jede entnommene Zelle zu einem Embryo entwickeln kann, diesen Zustand nennt man Totipotenz.

Raphael Juchler, Quelle s.o., zweiter Link

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