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Sport: Fußball

Das Fußball-WM-Orakel von Oberhausen

Sie kennen das Orakel von Delphi. Weithin in der Antike bekannt, beriet dieses nicht nur Bauern, sondern auch Herrscher der Hellenischen Kulturepoche. Von Weit her kamen hohe Herren, um das Orakel zu befragen. Entscheidende Antworten über Eheschließungen, Geschäfte und Kriege verlangte man von ihm. Oftmals erhielt man nur vage Antworten, die zu deuten Auslegungssache war. In der Antike und im Mittelalter waren Orakel jedweder Art heiß begehrt. Auch in unserer modernen Zeit setzten manche mächtige Herrscher noch auf die Aussagen von angeblich hellsichtigen Menschen, die Fähigkeiten vorwiesen, in die Zukunft zu blicken. Stalin und Adolf Hitler waren solche modernen Vertreter, die nicht nur hellsichtige Medien befragten, sondern auch mehr als seltsame okkulte Praktiken in ihrem Umfeld nutzten, um sich evtl. einen Vorteil zu verschaffen. Man möge annehmen, dass wir in unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft keine Orakel mehr benötigen. Aber weit gefehlt. Nicht nur, dass esoterische Ansichten und Hellseher einen neuen Run verbuchen können, weil viele unserer Mitbürger das Bedürfnis haben, über ihre Zukunft in Zeiten der finanziellen Unsicherheit und Arbeitslosigkeit bescheid zu wissen. Auch andere, weit profanere Abschätzungen, werden heutzutage mit übersinnlichen Möglichkeiten ausgelootet. Ganz aktuell die Ergebnisse der Spiele der FIFA Fußball Weltmeisterschaft in Südafrika.

Und dieses mal kommt das Orakel nicht aus Delphi, sondern aus Oberhausen und trägt den Namen eines Gedichtband-Protagonisten – Paul! Paul ist ein Oktopus im Sealife Center in Oberhausen in Nordrheinwestfahlen. Der zweijährige Oktopus wurde im Laufe der FIFA Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika dadurch bekannt, dass er durchweg alle Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft richtig vorhersagte. Was Anfangs noch als Zufallstreffer gehandelt werden konnte, wurde von Spiel zu Spiel mysteriöser. Schon zur Fußball Europameisterschaft 2008 tippte Paul bis auf das Spiel Deutschland-Spanien alle anderen Spiele der deutschen Nationalmannschaft richtig.

Und so funktioniert das Orakel: In zwei gleiche Acrylboxen wird die gleiche Menge Futter eingefüllt. Die Boxen werden dann mit den Miniaturfahnen der gegeneinander spielenden Länder beklebt und Paul wird im wahrsten Sinne des Wortes auf die Boxen losgelassen. Paul entscheidet dann selbst, in welche der Boxen er kriecht um zu futtern. Und diese Mannschaft gewinnt dann das Spiel.

Klingt einfach, ist es wahrscheinlich auch! Aber nach sechs aufeinanderfolgenden Treffern 2010 drängt sich einem die Frage auf, ob Paul ein absoluter Fußballspezialist oder ein treffsicheres Orakel ist. Natürlich gab es in der Presse auch international Reaktionen auf das Orakel von Oberhausen. Englische Journalisten warfen dem an der englischen Küste gefangenen Paul Vaterlandsverrat vor, als er einen Sieg der Deutschen orakelte und später dann auch richtig lag. Die Argentinier wollten seine Voraussage nicht wahr haben und kontaktierten ihrerseits andere tierische Orakel ihres Landes, die allesamt Argentinien vor sahen – Paul hatte jedoch auch hier recht. Und schon kursierten in Argentinien die tollsten Rezeptideen was man aus Paul alles kochen könnte.

Dass Paul nun leider auch mit seiner diesjährigen Deutschland-Spanien-Voraussage recht hatte, freut vielleicht seine Eigentümer vom Sealife Center in Oberhausen, aber die deutschen Fans werden sich nun wohl auch Paul als Calamari-Fritti mit Dipsauce und Pommes wünschen!

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Schlüsselwörter: Paul | Delphi | Orakel | Alexander Knörr | Fußball | WM | FIFA | Deutschland | Argentinien | England | Weltmeisterschaft | Sealife Center | Oberhausen
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Kommentare

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am 09.07.2010 12:05:56 (217.83.77.xxx) Link Kommentar melden
Paul ist eben ein kenner der deutschen Seele, die gewinnen aber nicht verlieren kann. Viele behaupten, Paul sei Schuld an der Niederlage von "Schweini" und Co, doch ich glaube es waren die Spanier, die einfach besser Fußball spielten als in allen Spielen zu vor.
Böse Geister behaupten nun, die Spanier hätten absichtlich so schlecht gespielt in der Vorrunde zum Beispiel gegen unsere Nachbarn die "Schweizer", nur um Yogi und seinen Mannen zu täuschen.
Ich glaube die Lösung ist viel einfacher und sportlicher, als die, der Vuvuzela die Schuld zu geben. Deutschland hat bei der WM einen sehr guten und erfrischenden Fußball gespielt, die Spanier waren aber an diesem Abend einfach einen Tick schneller und besser, und das reicht oft beim Sport. Ich freue mich acuf das Endspiel und hoffe Spanien gewinnt, dann haben die Fußballer um Phillip Lahm eben gegen den Weltmeister verloren.
Südafrika war ein toller Erlebnis, schade dass ich nicht hin konnte, 2014 nach Rio, das wäre was, mal sehen was das Glück verheißt. Böse Zungen behaupten jetzt schon, Ghana und japan stehen sich am Zuckerhut im Endspiel gegenüber, ich glaube das nicht, 2022 oder 2226 wäre das möglich.
Fußball ist und bleibt spannend, weil es immer ganz anders kommt, wie manche das gerne so hätten.
Und das Orakel, dass Brot und Spiele der Politik helfen, stimmt auch nicht mehr, dazu ist unsere Politik viel zu schlecht und der Fußball den Thmoas Müller und die anderen spielen, viel zu gut um das in einen Topf zu werfen.
Was macht jetzt bitte lena, ich hoffe sie singt den nächsten Song, "Merkel ade, Westerwelle raus und Jungs spielt weiter, auch wenn ihr Ösiel oder Klose heißen mögt, Migranten sidn eben besser als ihr Ruf, villeicht auch unsere Demokratie.
Pfft
Hartmut Holz
am 09.07.2010 17:43:36 (217.80.196.xxx) Link Kommentar melden
Recht so. Dieser Kommentar spricht mir voll aus dem Herzen. Und heute hat ja
Paul wieder einen Sieg, für das deutsche Team, vorhergesagt.

Aber muss denn alles vorhergesagt werden? Ich meine nein. Denn wie lange Gott mich, auf dieser Erde, leben lässt oder was er noch mit mir vor hat, dieses möchte ich eigentlich gar nicht vorher gesagt bekommen.

Und unsere gute Lena wird den nächsten Song, beim Grand Prix singen. Und Westerwelle und Konsorten werden schneller, von der politischen Bühne, verschwinden als ihnen lieb ist.

Auch hat das deutsche Team noch seine Zukunft vor sich.

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