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Sport: Fußball

Fehlentscheidung als Element der „Spannung“?

Irren ist menschlich, aber... - Reflexionen über die seltsamen Ergüsse des Günther Netzer

Berti Vogts, Johannes Cruyff und Uli Hoeness
Berti Vogts, Johannes Cruyff und Uli Hoeness
Menschen machen Fehler, das ist „normal“... – von einer Null-Fehler-Toleranz oder einer hundertprozentigen Qualität wollen wir nur beim Piloten oder einem Herz-Chirurgen ausgehen, und selbst da lehrt uns die Erfahrung, daß es nicht immer ohne Fehler geht. Wir erleben immer wieder Unfälle, Mißgeschicke, das sogenannte „menschliche Versagen“, von kleinen bedeutungslosen Dingen bis hin zu großen Unfällen wie in Tschernobyl – die dann oft als „Katastrophen“ bezeichnet werden, obwohl sie keineswegs vom Himmel gefallen sind.

Fehler gehören dazu, errare humanum est. Wir alle machen Fehler, im Straßenverkehr – dann gibt es Punkte, Verwarnungen oder ein Bußgeld. Beim Schreiben – dann ärgern wir uns über dumme Schreibfehler, schiefe Grammatik, Buchstabendreher oder ausgelassene Wörter. Im Umgang mit unseren Mitmenschen – dann gibt es Spannungen, und wir müssen Konflikte klären und uns entschuldigen.

Ein ganz besonderes Thema sind jedoch Fehler im Sport oder im Spiel. Wenn man beim Skatspielen vergißt, zwei Karten zu „drücken“ und deshalb mit zwölf Karten spielt, statt wie die beiden anderen Spieler mit zehn Karten, so hat man das Spiel automatisch verloren, von vornherein. Wenn man beim Schach etwas „übersieht“, verliert man eine strategische Position, eine Figur oder gleich das Spiel, denn Züge werden nicht zurückgenommen. Beim Mensch Ärgere Dich nicht wird man geschlagen, wenn man Fehler macht, die eigene Figur muß sogar zurück ins „Haus“, wenn man eine andere hätte schlagen können und es nicht gemerkt hat. Beim Monopoly™ verfällt die Mieteinnahme, wenn man übersieht, daß man sie von einem anderen Spieler hätte fordern können. Spielregeln sind da unerbittlich, es gibt kein grau, sondern nur schwarz und weiß. – Gemein? Nein! Das ist die Regel, sie bedeutet Klarheit, Sicherheit, Planbarkeit und vor allem Gerechtigkeit.

Im Sport ist ebenfalls alles klar geregelt, ein Fehlstart zwingt zur Wiederholung oder disqualifiziert, ein Übertritt beim Weitsprung macht den Sprung ebenso ungültig wie den Wurf oder Stoß beim Speerwerfen oder Kugelstoßen. Fehler im Sinne einer Verletzung der Spielregeln werden geahndet, machen das Spiel oder den Spielzug ungültig, werden sogar als Punkt für den anderen Spieler gezählt wie beim Billard, Tennis oder Tischtennis. In jeder Sportart ist das völlig klar, und für die Einhaltung der Spielregeln sorgt der Schiedsrichter.

Rafael Vallejo Romero (2008)
Rafael Vallejo Romero (2008)
In allen Sportarten? Nein! – Wie wir derzeit bei der Fußball-Weltmeisterschaft erleben müssen, gelten weder Vernunft noch Gerechtigkeit etwas beim Fußball. Die „menschliche Komponente“ ist – bei Linien- und Schiedsrichtern – ganz objektiv nachweisbar extrem hoch, die Fehlentscheidungen sind peinlich, dumm und ärgerlich. Sie verletzten die Würde der Spieler ebenso wie die Intelligenz der Zuschauer. Ganz gewiefte Schlaumeier oder solche, die sich dafür halten, wie etwa der unsägliche „Kommentator“ Günther Netzer, wollen uns das Fehlerhafte dann auch als Element der „Spannung“ verkaufen... – eine dümmliche Verniedlichung eines gravierenden und vor allem systematischen Fehlers.

Der Fehler beim Fußball hat zwei Elemente:

  • Schiedsrichterentscheidungen werden nicht zurückgenommen – ein Unding, jeder Urteils-Spruch eines Amtsrichters hat als Beschwerdeinstanz das Landgericht, und bei einem popeligen Fußballschiedsrichter soll das nicht gehen?
  • Technische Hilfsmittel sind nicht zugelassen – eine völlig perverse Mißachtung der heute gegebenen technischen Möglichkeiten wie GPS, Sensoren, Kameras etc. pp.

Miguel Ángel "León de Wembley" Rugilo
Miguel Ángel "León de Wembley" Rugilo
Getoppt wurde das in der WM 2010 am 02. Juni im Spiel Ghana gegen Uruguay. In der letzten Minute der Verlängerung, beim Stand 1:1, gab es ein klar erkennbares Handspiel durch die Südamerikaner. Dafür gab es auch berechtigterweise die rote Karte für Luis Suarez sowie einen Elfmeter, der nicht verwandelt wurde.

Das zeigt in aller Schärfe die Dummheit, die Ungerechtigkeit der Regeln. Selbstverständlich hätte der durch das unzulässige Handspiel verhinderte klare Tortreffer gezählt werden müssen. Das Elfmeterschießen war unnötig, die Mannschaft aus Ghana hätte das Spiel 2:1 gewonnen gehabt.

Der Spielbericht der ZEIT hält es sogar nicht einmal für notwendig, diesen Systemfehler der Fußballregeln zu monieren, sieht so vielleicht Gehirnwäsche aus? Man merkt nicht mal mehr den krassen Systemfehler der absurden Regeln? „Mit letzter Kraft rannten die Männer über den Rasen von Johannesburg, der starke Asamoah Gyan hätte nach 110 Minuten fast noch das 2:1 für Ghana geköpft, bevor er in der 120. Minute zu seinem tragischen Fehlschuss an den Punkt trat.“ – Wie bitte? Ist das alles, was ein ZEIT-Reporter dazu zu sagen weiß?

Schörgenhofer zeigt Gelb
Schörgenhofer zeigt Gelb
In den wenigen Tagen der WM 2010 haben die Zuschauer nun viele schlimme Unsäglichkeiten erlebt: angebliches Abseits, das keines war, tatsächliches Abseits, was nicht gesehen wurde, Tore, bei denen der Ball klar hinter der Linie war, die aber nicht als Tor gezählt wurden... – und nun auch das noch: ein klares Tor wird durch Handspiel, also durch ein schlimmes Foul, verhindert, das Tor aber dennoch nicht gezählt. Seltsamerweise wird aber umgekehrt ein Tor nicht gezählt, wenn es durch Foul oder Abseits zustande kam. Fällt mal wieder keinem auf, wie unlogisch und ungerecht das ist...

Solche Widersprüchlichkeiten der Regeln sind nicht dumm, sie sind idiotisch. Die alten Männer in der FIFA sollten mal schleunigst diesen Saustall ausmisten und ihre Regeln überarbeiten.

Außerdem müssen die völlig überforderten und zum Teil inkompetenten Linien- und Schiedsrichter ganz dringend in ihrer absurden feudalen Machtfülle beschnitten und durch moderne Technik unterstützt bzw. ersetzt werden.

YouTube Video

  • Bildernachweis:
  • Original historic description: ADN-ZB-Mittelstädt-16.7.74-wen-München: X. Fußball-Weltmeisterschaft – Endspiel BRD gegen Niederlande 2:1 am 7.7.74 – Johannes Cruyff (Niederlande, Mitte) setzt sich hier gegen die beiden BRD-Spieler Berti Vogts (2.von links) und Uli Hoeness (rechts) durch. Bundesarchiv, Bild 183-N0716-0314 / Mittelstädt, Rainer / CC-BY-SA. Via Wikipedia.
  • Rafael Vallejo Romero (Badajoz, Spain, 9 de Mayo de 1998), mejor conocido como Rafinha, es un futbolista extremeño que juega de carrilero izquierdo en el CD BADAJOZ de los alevines. Date: 02,01,2008 by Rafinha17 via Wikipedia, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported.
  • Miguel Ángel Rugilo fue un futbolista argentino. Apodado el "León de Wembley". Jugaba de guardameta y su primer equipo fue el Club Atlético Vélez Sarsfield de la Primera División de Argentina. Date: 1951. Source: www.historiasfutboleras.com.ar. Author: Unknown. Permission (Reusing this file): This image is in the public domain because the copyright of this photograph, registered in Argentina, has expired. (Both at least 25 years have passed after the photograph was created, and it was first published at least 20 years ago, Law 11.723, Article 34 as amended, and Berne Convention Article 7 (4)).
  • Bundesliga-Schiedsrichter Robert Schörgenhofer zeigt Gelb. Date: 9. Mai 2009, by Jacktd. Original uploader was Jacktd at de.wikipedia. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Austria license.

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Schlüsselwörter: FIFA | WM 2010 | Podolski | Klose | Özil
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Kommentare

Kindergaertner
am 05.07.2010 18:06:08 (217.224.100.xxx) Link Kommentar melden
Chaim man kann ja diese Meinung vertreten und es wird sicher einige namhafte Befürworter geben.
Aber im letzten Absatz macht sich m.E. bemerkbar, dass Du keine Ahnung von Fussball hast und Dich im Grunde auch nicht dafür interessiert. Umso bemerkenswerter, wie Du mal so nebenbei allen die Augen öffnen möchtest, die sich schon ein Leben lang damit beschäftigen. Aber gut.

Du sinniert in Deinem ersten Absatz über die Klarheit der Regeln beim Schach usw...
Das ist beim Fußball auch so. Ganz einfach: Wenn der Ball hinter der Linie ist, ist es ein Tor. Wenn er nicht hinter der Linie ist, ist es kein Tor.
Wenn nach einem Foul ein Tor fällt, dann ist das Spiel (wenn der Schiri es erkannt hat) nachträglich zum Zeitpunkt des Fouls abgebrochen worden. Das vermeintliche Tor wurde also außerhalb der regulären Spiels erzielt, also gilt es nicht.

In dem von Dir benannten Beispiel war der Ball nicht hinter der Linie, also: Kein Tor!
Natürlich ist das ungerecht, also gibt es einen Elfmeter und eine Rote Karte. Klare Regeln, klares Spiel.
349
am 05.07.2010 18:39:00 (76.76.104.xxx) Link Kommentar melden
die Fehlentscheidungen sind peinlich, dumm und ärgerlich. Sie verletzten die Würde der Spieler ebenso wie die Intelligenz der Zuschauer.
Sehr treffend formuliert, mit Spannung hat das nichts zu tun.
Kindergaertner
am 05.07.2010 22:37:56 (217.224.100.xxx) Link Kommentar melden
Man kann diese Meinung natürlich haben, darüber will ich nicht streiten. Nur schiesst Du Dir mit dem Beispiel selbst ein Eigentor. Du hättest das mit Deutschland gegen England nehmen müssen.

Wie willst Du denn die Regel ändern? Wenn der Ball drin gewesen wäre, sollte man ein Tor geben? Genau dann kommt man doch in den von Dir gescholtenen Graubereich. Es gibt sicher genug Beispiele, bei denen man nicht mit Sicherheit sagen kann, dass der Ball drin gewesen wäre.
286
am 06.07.2010 07:17:53 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
...der unsägliche „Kommentator“ Günther Netzer

Angry Der Typ ist rein optisch und dann auch noch mit seiner komischen Quäkstimme ein Brechmittel für mich Sad
Kindergaertner
am 06.07.2010 13:36:04 (217.224.73.xxx) Link Kommentar melden
@Dorota: Darum geht es hier aber nicht.
kommt123
am 06.07.2010 13:49:12 (92.224.145.xxx) Link Kommentar melden
Dorota schrieb:
Der Typ ist rein optisch und dann auch noch mit seiner komischen Quäkstimme ein Brechmittel für mich


Der ist bestimmt im Laufe der Evolution als letztes vom Baum gekrabbelt.
Halt eine Evolutionsbremse.

Grin
286
am 06.07.2010 15:32:47 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Der ist bestimmt im Laufe der Evolution als letztes vom Baum gekrabbelt.
Halt eine Evolutionsbremse.

So wie der redet und aussieht, hat der die Evolution doch noch vor sich. Aber ganz weit, also in weiter Ferne.

Mein Gott, der hat sich ja sogar schon vermehrt, das arme Kind.
Sad Die Frau ist ja selber schuld, wie kann man nur...

So eine Schießbudenfigur Angry



  • Sein Markenzeichen war und ist bis heute seine Frisur.
  • Während seiner aktiven Zeit gab Netzer 1965 bei Borussia Mönchengladbach die heute noch existierende Stadionzeitung Fohlenecho heraus.
  • Die Fans von Borussia Mönchengladbach haben 1965 zum Aufstieg des Vereins in die Fußball-Bundesliga ihr Maskottchen – Fohlen „Jünter“ – nach Günter Netzer benannt.
  • Er betrieb von 1971 bis 1973 die Diskothek „Lovers Lane“ in Mönchengladbach.
  • Vom 1. August 1991 bis zum 27. April 1992 war Netzer kurzzeitig Berater beim FC Schalke 04.
  • 2004 veröffentlichte er seine Autobiographie Aus der Tiefe des Raumes. Ein gleichnamiger Kinofilm verulkte ihn im gleichen Jahr in einer skurrilen Phantasiegeschichte als ehemalige Tipp-Kick-Figur.
  • Seit Januar 1987 ist Netzer mit dem Fotomodell Elvira Lang verheiratet. Das Paar hat eine Tochter.


Der hat eine Frisur???

Dann sollte sein "Friseur" BERUFSVERBOT bekommen! Shock
kommt123
am 06.07.2010 19:11:15 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
Ich will diesen angekauten Nachtwächter auch nicht mehr sehen.

Grin
kommt123
am 06.07.2010 19:22:57 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
Ich verbessere mich...

kot*en*er Wettkampfstinker.

Grin
266
am 06.07.2010 23:29:20 (109.91.162.xxx) Link Kommentar melden
Regeln müssen ab und zu überprüft werden, das ist immer so.
Seite 1 von 2: 1 2

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