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Politik: Welt

Vier Jahre = 1.463 Tage

Menschenrechte? Genfer Konvention? Haager Landkriegsordnung? Fremdwörter für Hamas und Hisbollah!

Gilad Schalit (* 28.08.86 Naharija, Israel)
Gilad Schalit (* 28.08.86 Naharija, Israel)
Was ist eigentlich das Leben eines Menschen wert? Die Frage scheint absurd, wenn nicht gar unmenschlich. Doch das Leben eines Menschen hat einen Wert, es ist wertvoll, die Frage ist nur – hat es einen bestimmbaren materiellen Wert?

Versicherungsmathematiker können das relativ klar bestimmen, was ja auch rententechnisch von Bedeutung ist. Für normale Menschen jedoch, nicht nur für Angehörige, ist das Leben eines Menschen nicht in Geld aufzuwiegen. – Für Terroristen dagegen ist das Leben eines Menschen nichts wert. Für islamistische Terroristen ohnehin nicht, erst recht, wenn es um das Leben eines Juden geht.

Israel dagegen hat für die Leichname der beiden entführten Soldaten Ehud Ben Malka Goldwasser sel.A. und Eldad Regev sel.A. nicht nur 199 im Kampf gegen Israel getötete Terroristen eingetauscht, sondern auch fünf lebende Terroristen, darunter auch den in Israel rechtsstaatlich als Massenmörder zu insgesamt 542 Jahren Gefängnis verurteilten Samir Kuntar.

Die Pallis haben nun eine neue Formel zur Berechnung eines Menschenlebens gefunden, mit der sie sich jedoch vor allem selbst weiter abwerten: ein Menschenleben entspricht mittlerweile 1.150 Pallis. Das klingt zunächst erstaunlich, doch es ist so, allerdings nur dann, wenn es sich um 1.150 in Israel inhaftierte Terroristen – also verurteilte Straftäter – handelt, und nur dann, sofern der „Gegenwert“ in einem als Geisel verschleppten israelischen Wehrpflichtigen besteht.

Die Welt hat ihn zwar vergessen oder aufgegeben, wir aber nicht: Gilad Schalit, geboren am 8. August 1986 in Naharija, Israel, mit französischer und israelischer Staatsbürgerschaft) – in einem Monat wird er also 24 Jahre alt – wurde vor 4 Jahren auf israelischem Staatsgebiet von den zur Hamas gehörenden „Izz ad-Din al-Qassam Brigaden“ entführt und in den Gaza-Streifen verschleppt. Es war eine gezielte Entführung, sie war als solche geplant worden. Acht Palli-Terroristen hat sich einen Tunnel vom Gaza-Streifen aus 100 m weit in israelisches Gelände gegraben und dort bei Kerem Shalom bzw. Sufa, südlich des Gaza-Streifens, zwei israelische Soldaten getötet, einen verwundet und einen, nämlich Gilad Schalit, entführt und verschleppt. Bei den beiden getöteten Soldaten handelt es sich um den 20-jährigen Lt. Hanan Barak sel.A. aus Arad und den ebenfalls 20-jährigen Staff-Sgt. Pavel Slutzker sel.A. aus Dimona.

Selbstverständlich verstößt die Entführung eines Menschen und dessen vierjährige Isolation gegen jegliche internationale Regel, gegen die Haager Landkriegsordnung, gegen die Genfer Konventionen; Kriegsgefangene dürfen nicht als Geiseln behandelt oder mit dem Tode bedroht werden. – Ein weiteres Kriegsverbrechen der Hamas. Die Hamas hat damit wieder einmal gezeigt, daß sie außerhalb der zivilisierten menschlichen Gemeinschaft steht.

Jeder der täglichen Newsletter der israelischen Botschaft enthält seitdem eine eigene Rubrik, in der die Tage der völkerrechtswidrigen Gefangenschaft Gilad Schalits gezählt werden:

Panzer, aus dem Schalit entführt wurde
Panzer, aus dem Schalit entführt wurde
Wir vergessen dich nicht

Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 1463 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.

Für die beiden fast zeitgleich von der Hisbollah in den Libanon entführten Soldaten gab es diese Erinnerung ebenfalls, doch diese lautet nun so:

18. Juli 1975 (18.07.1975- Juli 2006)
18. Juli 1975 (18.07.1975- Juli 2006)
Ehud Goldwasser

(verstorben - of blessed memory) - entführt in den Libanon

Ehud „Udi“ Goldwasser war verheiratet und lebte in Nahariya; er arbeitete am Technion in Haifa als diplomierter Umweltingenieur. Udi Goldwasser diente als Reservist in der israelischen Armee.

Eldad Regev (16.08.1980 - Juli 2006)
Eldad Regev (16.08.1980 - Juli 2006)
Eldad Regev

(verstorben - of blessed memory) - entführt in den Libanon

Wie Hassan Nasrallah, der Anführer der islamistischen Massenmord-Organistation Hisbollah, damals in einer Pressekonferenz sofort ganz stolz erklärte, habe seine Bande „zwei israelische Soldaten im südlichen Libanon gefangen“ und er erläuterte, daß die Entführung israelischer Soldaten bereits fünf Monate lang geplant gewesen sei. Er verlangte die Freilassung von drei Libanesen, unter ihnen der in Israel wegen Mordes und Terrorismus zu einer Gesamtstrafe von 542 Jahren verurteilte Libanese Samir Kuntar... – Kidnapping von Soldaten zwecks Epressung der Freilassung Gefangener? Erinnern sich Deutsche eigentlich noch an die RAF und die Entführung der LH-Maschine Landshut? Die Ermordung von Flugkapitän Jürgen Schumann?

Human Rights Watch

Was Hezbollah's capture of Israeli soldiers lawful?

The targeting and capture of enemy soldiers is allowed under international humanitarian law. However, captured combatants must in all circumstances be treated humanely.

Hezbollah leader Hassan Nassrallah has stated that the captured soldiers will be used to negotiate the release of Palestinian, Lebanese and other Arab prisoners from Israel. The use of captives who are no longer involved in the conflict for this purpose constitutes hostage-taking. Hostage-taking as part of an armed conflict is strictly forbidden under international law, by both Common Article 3 and customary international law, and is a war crime.

Karte Gazastreifen, Kerem Shalom (unten)
Karte Gazastreifen, Kerem Shalom (unten)
Das gleiche Verbrechen wie durch die Hisbollah im Libanon begeht die Hamas im Gazastreifen an Gilad Schalit, seit nunmehr vier Jahren. – In Jerusalem, Rom und New York fanden daher in den letzten Tagen zahlreiche Solidaritäts-Veranstaltungen statt; in Rom wurde am Abend die Beleuchtung des Kolosseums ausgeschaltet, in Jerusalem die der Altstadtmauern, in New York umkreiste eine ‚Freiheitsflottille’ die Freiheitsstatue. Gilads Vater Noam appellierte in Rom an die internationale Gemeinschaft: „Ich stehe heute Abend hier in Rom, der Hauptstadt Italiens, die eine der zentralen, alten und wichtigen Städte Europas und der zivilisierten Welt ist, und rufe die internationale Gemeinschaft und insbesondere die europäische dazu auf, Gilad nicht zu vergessen.

Großbritanniens Außenminister William Hague rief die Hamas zur „sofortigen und unmittelbaren“ Freilassung Schalits auf. Hilflose Worte statt Taten der sonst so sehr um die Einhaltung der Menschenrechte besorgten Weltgemeinschaft.

  • Bildnachweis:
  • Gilad Schalit im Alter von 19 Jahren, via www.habanim.org
  • Israelischer Panzer bei Kerem Schalom/Sufa, via www.habanim.org, siehe auch Karte bei Two soldiers killed, one missing in Kerem Shalom terror attack
  • Ehud Goldwasser. Quelle: Habanim.org. Taken from en.wikipedia. Original uploader was Mar Garina at en.wikipedia. Urheber: Goldwasser family. Genehmigung (Weiternutzung dieser Datei): Diese Datei ist urheberrechtlich geschützt. Der Urheber gestattet jedermann unter der Bedingung der angemessenen Nennung seiner Urheberschaft (beispielsweise in der Bildunterschrift) jegliche Nutzung. Weiterverbreitung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung sind gestattet. Via Wikipedia.
  • Eldad Regev. Quelle: Habanim.org. Taken from en.wikipedia. Original uploader was Mar Garina at en.wikipedia. Urheber: Regev family. Genehmigung (Weiternutzung dieser Datei): Diese Datei ist urheberrechtlich geschützt. Der Urheber gestattet jedermann unter der Bedingung der angemessenen Nennung seiner Urheberschaft (beispielsweise in der Bildunterschrift) jegliche Nutzung. Weiterverbreitung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung sind gestattet. Via Wikipedia.
  • Karte des Gazastreifens, Stand Dezember 2008. Urheber: User:NordNordWest, via Wikipedia, CCL Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported

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Schlüsselwörter: Gilad Schalit | Ehud Goldwasser | Eldad Regev | Hamas | Hisbollah | Gaza
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Kommentare

266
am 18.02.2011 14:40:32 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Richtig. Es war den Römern extrem wichtig, den Tempel zu zerstören, soviel zum Thema religiöse Toleranz. Danach stand da meines Wissens eine christliche Kirche, und auch die wurde dann "umgewidmet".

Wer so "auf Sand baut", hat nicht ewig Freude daran, denke ich mal. Aber wer weiß schon, was morgen sein wird?

Das alles hat übrigens nicht mehr besonders viel mit dem Artikel zu tun. Nur aus Höflichkeit wollte ich noch einmal antworten.
286
am 19.02.2011 07:23:37 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Hilflose Worte statt Taten der sonst so sehr um die Einhaltung der Menschenrechte besorgten Weltgemeinschaft.
Die Israelis zeigen doch, wie man sinnvoll mit der Hamas umgeht. Siehe Rantisi, der "Kinderarzt", oder der hetzende Alte im Rollstuhl, Scheich Yassin. Bin mal gespannt, wie es nun weitergeht, wenn die Muslimbrüder nicht nur in Gaza die Macht haben, sondern auch in Kairo. Wer glaubt, dass die dort eine Demokratie wollen, hat nichts begriffen. - Und der Westen hat nichts begriffen aus der völkerrechtswidrigen Entführung von Soldaten, wie sie für manche "Kulturen" offenbar normal ist.
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