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Politik: Politische Meinung

Darf man Türken ärgern?

Eine kleine Anleitung für neue Umgangsformen mit großer Wirkung

Byzanz vom Satelliten aus betrachtet
Byzanz vom Satelliten aus betrachtet
Bekanntlich kann man mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielen; das ist ein ganz wichtiges Prinzip ökonomischen Handelns. Denn schließlich soll der Aufwand nicht höher sein als der Ertrag. Zu diesem grundsätzlichen Problem hat übrigens Vilfredo Federico Pareto (geboren am 15. Juli 1848 in Paris als Wilfried Fritz Pareto) seine berühmte 80/20-Regel, das Paretoprinzip, entwickelt. Die heute noch Grundlage in der Soziologie wie auch in der Managementlehre ist.

Nehmen wir einmal ein Beispiel, an dem sich sehr deutlich zeigt, wie sich mit einem einzigen Wort eine hervorragende Auswirkung erzielen läßt, bei einer Unzahl von Menschen. Teilweise sogar – je nach charakterlicher Ausprägung und mangelnder Impulskontrolle – mit erheblichen Auswirkungen auf deren emotionales Management, bis hin zu tiefgreifenden Störungen desselben, die sich dann in Adrenalinstößen, Wutausbrüchen etc. pp. äußert... – sprechen wir einfach mal von Byzanz!

Byzantion (altgriechisch, latinisiert Byzantium, modern Byzanz, türkisch Bizans) ist eine um 660 v. d.Z. gegründete Stadt dorischer Griechen aus Megara, Argos und Korinth, am südwestlichen Ausgang des Bosporus, auf der östlichen Spitze einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn. Wegen seiner ausgezeichneten Lage wurde Byzantion 326 bis 330 vom römischen Kaiser Konstantin I. zur neuen Hauptstadt „Konstantinopel“ umgebaut.

Die Türken nennen es heute Istanbul. Ja, die Türken! Das ist doch deren Sache, da sollte man ihnen nicht dreinreden; aber ich nenne diese Stadt prinzipiell Byzanz, ist ja schließlich meine Sache. Der Name gefällt mir einfach besser, und er erinnert an bessere Zeiten, als das, was wir heute Türkei nennen, noch Teil des Griechischen Reiches und später des Römischen Imperium war. Eine Zeit, aus der die Geistes- und Kulturgeschichte der Europäer gespeist wird. Zu dieser europäischen Geistes- und Kulturgeschichte haben bekanntlich die aus dem Nordosten dann später in das griechisch-römische „Kleinasien“ (altgriechisch Mikra Asia, lateinisch Asia minor) eingefallenen Turkvölker nichts von Bedeutung beigetragen. Die Seldschuken, Mongolen und Osmanen sind Eroberer dieses ehemals europäischen Kulturgebietes, das sollte man nicht vergessen. Eine unrühmliche Anerkennung der Vertreibung und ethnischen Säuberung durch die Türken erfolgte dann übrigens 1923, im Vertrag von Lausanne. Worauf die Türken dann auch noch im Jahr 1930 die alte Stadt Byzanz, auch „Konstantinopel“ genannt, in Istanbul umbenannten.

Nun könnten Kritiker natürlich auf die Idee kommen, es sei nicht erlaubt, anderen Menschen einfach ein Wort ihrer Sprache wegzunehmen. Gemach, gemach! Es gibt sehr viele gute Gründe, warum eine solche Umbenennung sowohl generell als auch im speziellen Fall völlig unkompliziert ist, ständig vorkommt und auch von Arabern und Mohammedanern gern gemacht wird. Denn Araber sagen zum Beispiel al-Quds und Türken Kudüs, wenn sie von der Hauptstadt des Staates Israel, Jerusalem (Jeruschalajim, altgriechisch und lateinisch Hierosolyma) sprechen, darüber regt sich komischerweise niemand auf. Umgekehrt regen sie sich aber auf, wenn man sie Mohammedaner nennt. Das ist doch irgendwie unlogisch. Wenn Türken und Araber das bei uns dürfen, dürfen wir es bei ihnen doch auch, gleiches Recht für alle.

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„Mohammedaner“ - ein völlig korrekter Begriff

Warum wir uns gegen den Sprach- und Kulturimperialismus wehren sollten

03.05.2010 eingesandt von Chaim für OnlineZeitung 24.de

Außerdem, es werden doch ständig irgendwelche Begriffe geändert. Neuerdings heißt es Myanmar, ich bleibe natürlich bei Birma oder Burma, warum auch nicht? Angeblich soll man jetzt Mumbai oder Chennai sagen, ich bleibe davon völlig unbeeindruckt bei Bombay und Madras. Ebenso wie ich die Mauer immer als Mauer bezeichnet habe und nicht als „antifaschistischen Schutzwall“. Ob man derzeit politisch korrekt zu einem früher als „Farbigen“ bezeichneten Menschen nun „Schwarzer“ sagen muß, auch dann, wenn der Farbton der Haut eher „braun“ ist, entzieht sich meiner Kenntnis; es ändert sich ja auch ständig, das Erlaubte und das Verbotene. – Summa summarum: irgendwann ist einfach Schluß mit diesem demagogischen Sprachimperialismus.

„Hagia Sofia“, © G. Spengemann/pixelio
„Hagia Sofia“, © G. Spengemann/pixelio
Und gerade die Türken – die ja unbedingt Europäer werden wollen – müssen noch lernen, was abendländische Kultur eben auch zum Inhalt hat: Pluralismus und Streitkultur, Toleranz und Gelassenheit. – Also: nennen wir das Kind beim Namen. Sprechen wir wieder ganz locker von Byzanz oder „Konstantinopel“, wenn die Türken von Istanbul schwärmen. Erinnern wir sie auch ruhig daran, daß ihre Vorfahren nichts besseres zu tun hatten, als die „Hagia Sophia“, die Krönungskirche der byzantinischen Kaiser, die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und den religiösen Mittelpunkt der Orthodoxie, auszurauben, zu schänden, und in eine Moschee umzubauen. Eine Schande, an die man im Zusammenhang mit Minarettverboten in Europa gelegentlich erinnern sollte.

Nennen wir aus gutem Grund Byzanz wieder so, wie diese großartige griechische Stadt es verdient. Mit kleinem Aufwand erzielen wir so eine große Wirkung, besser, als das eine neue Serie von Mohammed-Karikaturen vermag.

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Schlüsselwörter: Byzanz | Konstantinopel | Pareto | Sprache | politisch korrekt
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Kommentare

286
am 24.06.2010 16:03:06 (141.76.45.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 31.05.2012 09:13:33.
kommt123
am 24.06.2010 19:24:12 (92.231.127.xxx) Link Kommentar melden
Ich bin auch für Byzanz

Aber was ist mit Myanma )

Heißen dann die Katzen,die vorher ja als Birma Katzen betitelt worden nun Myama Katzen?

Klingt wie ein verka**tes Miau.Grin


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Grin
kommt123
am 24.06.2010 19:44:41 (92.231.127.xxx) Link Kommentar melden
Chaim schrieb:

Das weiß ich auch nicht, ich hab's nicht so mit Katzen....


Sorry,ich vergaß,du hast ja eine Katzenallergie...Wink
Ich steh auch mehr auf Hunde,aber das ist ja nicht das Thema,das Thema ist ja:

Darf man Türken ärgern?


Und was ist eigentlich mit den Türken,dürfen die uns ärgern?

Eigentlich nicht,aber sie verärgern uns.

Leben in Deutschland
bemühen sich aber nur Zentimeterweise,wenn überhaupt,der deutschen Sprache mächtig zu werden.


Nichts gegen deinen Murat,aber das ärgert mich.
kommt123
am 24.06.2010 20:04:18 (92.231.127.xxx) Link Kommentar melden
Chaim schrieb:
Im übrigen ist er sehr nett zu mir... - er weiß, daß er von meinem Geld lebt und seine (bisher) drei Kinder ernährt (er ist ja auch erst 26 und seine Frau 24).

Ein sehr guter Geschäftsmann. Wirklich sehe nett. Und verkauft mir erstklassige Ware zu einem guten Preis.



Dann bemüht er sich ja wenigstens und liegt nicht auf der faulen Haut.
Dann ist es auch okay,er arbeitet,verdient sein Geld,liegt keinem auf der Tasche.
kommt123
am 24.06.2010 21:02:15 (85.179.233.xxx) Link Kommentar melden
Ich finde es schön wenn sich jemand so engagiert.
Das gibt es selten,die meisten benehmen sich ganz anders,tun so,als ob es ihr Land wäre und,na ja,sie gehen dann noch nicht einmal arbeiten.

Es ist immer ein geben und nehmen in der Gesellschaft.

Kannst stolz sein,so einen feinen Menschen zu kennen,das meine ich ehrlich.Wink
kommt123
am 24.06.2010 21:34:45 (85.179.233.xxx) Link Kommentar melden
Na ja, ich freue mich darüber. Stolz sein kann man ja nur auf eigene Leistungen.


Aber wärst du nicht so wie du bist,dann hättest du ihn wahrscheinlich gar nicht kennen gelernt.
Es ist also zum größten Teil dein Verdienst,die Art wie du dich gibst,was du kommunizierst,einfach dein ganzes "Ich".
Und darauf kannst du stolz sein.

Ist es nun richtig formuliert?

Wink
kommt123
am 24.06.2010 22:22:07 (85.179.233.xxx) Link Kommentar melden
Jetzt habe ich es verstanden.
Konnte ich ja nicht wissen,thank's für die Info.Wink
kommt123
am 25.06.2010 08:27:41 (92.224.97.xxx) Link Kommentar melden
Für 1,95 Euro?Shock
Da war die Insolvenz ja schon vorprogrammiert.

Schau mal,hätte der Vorgänger sie für,sagen wir mal 55 Cent verkauft,dann wäre er 4 Cent billiger gewesen als der Discounter.
Hätte also an jedem Liter 20 Cent verdient

Da hätten dann mit Sicherheit die Verbraucher auch eingekauft.
Nicht nur die Milch,auch andere Lebensmittel...wenn er billiger ist.

Und am Ende,da hätte die Kasse auch wieder gestimmt,weil er ja im Endeffekt mehr verkauft hätte als vorher.

Viele kleine Gewinne ergeben am Ende der Rechnung einen großen.

Ist so,ich mach das auch immer.
Billiger als die Konkurrenz und dann funzt das fast von alleine.

Nicht immer-aber immer öfter.Grin


Wie gesagt, mein müslüman ist nett, höflich, anständig und geschäftstüchtig. Außerdem sehr reinlich: wenn er von der Kasse kommt um an der Wurst- oder Käsetheke etwas Aufschnitt zu schneiden, wäscht er sich jedesmal die Hände vorher. Was will man mehr?


Ich war richtig erstaunt als ich das gelesen habe,so etwas ist sehr selten,aber er beweist,das es auch anders gehen kann.
Und er ist ja auch noch ,wie du weiter oben geschrieben hast, sehr jung.
Ich denke,er wird seinen Weg gehen,gefunden hat er ihn ja schon.

Wink
kommt123
am 25.06.2010 09:03:24 (92.224.97.xxx) Link Kommentar melden
An seinem Auto hat er seit der WM eine deutsche Fahne.


Unabhängig von der deutschen Fahne an seinem Auto,er zeigt auf jeden Fall Benehmen und er möchte es zu etwas bringen.

Auch wenn ich ihn nicht kenne,aber aus deiner kurzen kommunikativen "Beschreibung" des Mannes,da erkenne ich,dieser Mensch hat Niveau.

Und was das Wichtigste ist,er ist nicht faul.
IPG Independent Pressgroup
am 26.06.2010 04:13:34 (90.169.135.xxx) Link Kommentar melden
wenn man Chaimls Logik folgt, dass es durchaus legitim sei, veraltete Begriffe weiterzuverwenden, dann muesste man infolgedessen auch klaglos den Begriff DDR weiterbenutzen und eben nicht Neue Bundesländer sagen.
Es ist auch keine wie auch immer geartete Kunst, an überholten Begriffen festzuhalten, denn während die Araber Jerusalem einfach nur in arabischer Sprache betiteln, benutzt du veraltete Begriffe die sich in allen Sprachen überholt haben. DAS ist Sprachrevisionismus. Polen gliedern wir ja auch nicht mehr in die ehemaligen Reichsgaue auf - und das aus gutem Grund. Ich nenne auch eine CD-Rom nicht Schallplatte, wenngleich mir dieser Begriff geläufiger ist. Alles hat seine Zeit, und wenn etwas ausgedient hat, dann halten nur die ewig gestrigen daran noch fest. Verwechsele also bitte nicht Nonkonformismus mit einer gewissen Unflexibilität, um nicht zu sagen Altersstarrsinn. Taxis nennen wir heute ja auch nicht mehr Droschke, und den Chaffeur auch nicht Kutscher. Also was sollen diese permanenten Attacken?
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