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Politik: Deutschland

Geht's noch?

Mesut Özil „betet“ während der Nationalhymne Koran-Verse

Neulich auf dem Fußballplatz?
Neulich auf dem Fußballplatz?
Manchmal sind wahre Geschichten so absurd, daß keiner sie glauben würde, wenn man sie nur erfunden hätte. Manchmal ist die Wirklichkeit satirischer, als ein Satiriker es sich ausdenken könnte. Dann kommt man sozusagen immer zu spät und hinkt der Pointe hinterher, wie schon mein lieber Freund Henryk Broder beklagt hat, aber das macht doch gar nichts; denn schreiben muß man einfach darüber, und wenn man schon darüber schreibt, dann gilt der alte Satz: „difficile est satiram non scribere“, so Juvenal (in Sat., I, 30), „hier keine Satire zu schreiben, ist schwer...

Die einzige Chance, die ein Satiriker dann – wenn ihm die Wirklichkeit mal wieder längst zuvorgekommen ist – noch hat, liegt daran, daß viele Menschen das Satirische in der Wirklichkeit schon gar nicht mehr sehen. Nicht sehen wollen oder nicht sehen können, warum auch immer. Der Satiriker ist also gelegentlich in der Rolle des Kindes, das den „Erwachsenen“ zuruft, „aber er hat ja gar nichts an!“ – Da wir ja inzwischen multikulturell sind, was das Bildungsniveau seltsamerweise verringert statt es durch gegenseitige Befruchtung – wie eigentlich zu erwarten wäre – zu erhöhen, muß man also an dieser Stelle darauf hinweisen, woher dieses Zitat stammt: aus dem Märchen „Keiserens nye Klæder“ des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen.

Lassen wir aber diese grauenhaften Märchen, kommen wir zurück in die real existierende und noch viel greulichere Multi-Kulti-Gesellschaft Deutschlands, die wir den rot-grünen Gesellschaftstheoretikern und gutmenschlichen Architekten des gegenwärtigen Chaos zu verdanken haben, und nun erfährt der staunende Leser ganz zufällig zwischen Honigbrötchen und Milchkaffee, daß der „deutsche“ Fußballspieler Mesut Özil – Mitglied der deutschen Nationalelf und gläubiger Mohammedaner – sich psychisch oder emotional nicht in der Lage sieht, die deutsche Nationalhymne mitzusingen, statt dessen aber freundlicherweise Koranverse rezitiert, was natürlich einerseits unser spontanes Mitgefühl (er kann nicht singen!) und andererseits unsere Bewunderung (er betet öffentlich und bekennt sich zu einer verfolgten unterdrückten Minderheit!) errregt. – Wie? Was? Warum? So könnte man fragen. Man könnte aber auch locker bleiben und sagen: immer noch besser, als Kaugummis zu kauen oder dümmlich zu grinsen.

Aber auch eine ganz andere Reaktion ist denkbar: man stelle sich einmal vor, ein zutiefst christlicher und frommer deutscher Spieler würde während der Eröffnungszeremonie zu einem internationalen sportlichen Ereignis, also zur Eröffnung einer Fußball-Weltmeisterschaft oder der Olympischen Spiele, das Vaterunser beten oder die Zehn Gebote hersagen, vielleicht auch das apostolische Glaubensbekenntnis murmeln oder Luthers Katechismus rezitieren ... – wäre das denn stimmig?

Gebet, evangelisch
Gebet, evangelisch
Nein, natürlich nicht, Christen würden das sogar als Gotteslästerung ansehen. Die Hymne ist nämlich ein Symbol des Staates, das Gebet aber richtet sich an Gott, zwei völlig verschiedene Ebenen, und man muß nicht erst Luthers Zwei-Reiche-Lehre studieren, um diesen leicht verständlichen Unterschied zu begreifen. Man muß auch kein Theologe oder Akademiker einer anderen Fakultät sein, das erschließt sich eigentlich jedem Menschen, der mindestens die Schulreife zur Einschulung einer deutschen Grundschule erlangt hat. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“, sagt Jesus bekanntlich nach Markus Kapitel 12, Vers 13; Christen ist das offenbar ganz vertraut, diese beiden Ebenen und realen Lebensanforderungen zu trennen, auch in der jüdischen Auslegung ist das Prinzip bekannt: jüdische Regeln und das Gesetz der Torah sind nur dann zu halten, wenn sie nicht von den Gesetzen des Landes, in dem man lebt, verboten werden (mit drei Ausnahmen, nämlich bei Zwang zu Götzendienst (awodá sará), Blutvergießen (sche'fichút damím) und Blutschande (gilúj arajót), was auch bei Todesandrohung nicht einmal auf staatlichen oder anderen Befehl gemacht werden darf, deswegen nennt man das auch die drei „Märtyrerpflichten“, weil ein Jude diese drei Grundprinzipien selbst bei akuter Gefährdung seines Lebens nicht verleugnen darf).

Gebet, katholisch
Gebet, katholisch
Dieses Prinzip haben wir heute übrigens als säkulares Prinzip in den meisten westlichen Demokratien, es setzt als deutlichsten Ausdruck der Unterscheidung dieser beiden Ebenen die Trennung von Kirche und Staat; Religion ist Privatsache, der Staat ist „res publica“, also ganz wörtlich eine öffentliche Angelegenheit und somit eine Sache, die alle angeht. Das schließt dann aber auch logischerweise ein, sich zu seinem eigenen Staat, dessen Staatsbürger man ist, solidarisch zu verhalten; wenn man das nicht kann oder will, wandert man aus oder geht ins Exil. Ein Türke, der diese minimale Solidarität nicht aufbringen kann oder will, gehört in die Türkei und nicht nach Gelsenkirchen.

Buddhistische Mönche beim Gebet
Buddhistische Mönche beim Gebet
Zurück zum Fußball: auch ein Buddhist – nehmen wir einmal an, er wäre Fußballer der deutschen Nationalmannschaft – würde wohl kaum Räucherstäbchen anzünden oder die Gebetstrommel rühren, während die anderen seiner Fußball-Kameraden das Deutschlandlied anstimmen. Ähnliches gilt ohne Zweifel für einen hier – jetzt nur einmal zum Spaß angenommenen – hinduistischen Gläubigen in der Mannschaft, der während der deutschen Nationalhymne bestimmt nicht das Mahamantra chanten würde, nämlich jenes bekannte Sanskrit-Mantra singen, unter Begleitung von Karatalas (Zimbeln) und Mridangas (Trommel) selbstverständlich: „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare...“ – Oder?

Sport: Fußball

Symbole

Wenn eine Nationalmannschaft peinlich ist

14.06.2010 eingesandt von Chaim für OnlineZeitung 24.de

Juden beim Gebet
Juden beim Gebet
Ebenfalls völlig unvorstellbar wäre es, daß ein gläubiger und frommer Jude – ebenfalls einmal, lediglich phantasiehalber, angenommenes Mitglied der deutschen Fußballnationalelf – sich während des Absingens der Hymne durch seine Mitspieler stattdessen eine Kippah aufsetzen und einen Talliss umwerfen würde, um zu dawnen... – völlig unvorstellbar, und jeder versteht das, jeder weiß, was in den beschriebenen Situationen „schief“, also unpassend wäre. Für einen Juden ergäbe es sich einfach daraus: wenn er betet, spielt er nicht, wenn er spielt, betet er nicht. Ganz einfach.

Alle verstehen das – nur Mohammedaner offenbar nicht. Warum eigentlich?

Moschee aus Mesut Özils Heimat
Moschee aus Mesut Özils Heimat
Das jedoch, was sich der Türke Mesut Özil hier frecherweise leistet, ist ein bewußter und gewollter Affront gegen die deutsche Zivil-Gesellschaft, der er (leider) zufälligerweise angehört, die er aber gleichwohl ganz offensichtlich verachtet. Aus diesem Grund ist es auch legitim, ihn als Türken zu bezeichnen, denn er hat die deutsche Staatsangehörigkeit nur aufgrund recht fragwürdig gewordener und daher dringend der Überarbeitung harrender Gesetze (Vermischung von ius soli und ius sanguinis im Staatsbürgerschaftsgesetz). Özil ist einer jener Mehrheit unter den Türken in Deutschland, die zwar rein formaljuristisch die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen haben, die sich aber dennoch weigern, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Denn ein integrierter Ausländer, dem man die deutsche Staatsangehörigkeit geschenkt hat, würde auch die Hymne unserer freiheitlichen Demokratie respektieren.

Als Mohammedaner zeigt uns der Türke Özil eines genau, was die meisten deutschen Gutmenschen geflissentlich nicht wissen wollen oder ganz bewußt verdrängen: aus der Sicht eines Mohammedaners wird zwischen Staat und Gesellschaft, zwischen Religion und Staat nicht unterschieden, nicht getrennt. Es ist alles eins, es gibt daher auch keine Privatheit... – letztlich mündet das generell in die Scharia, wie man das am Bild des „Haus des Islam“ ultimativ umgesetzt findet. Für Mohammedaner ist Staat und Religion dasselbe, deswegen ist diese Religion auch nicht kompatibel mit dem aufgeklärten Gedanken einer bürgerlichen demokratischen Gesellschaft, wie wir sie als absolute Selbstverständlichkeit denken.

Özil betet während der Nationalhymne Koran-Verse

Die Auswirkungen der multikulturellen Gesellschaft machen auch vor der Nationalmannschaft nicht halt

KÖLN. Der türkischstämmige Nationalspieler Mesut Özil betet Verse aus dem Koran, während die deutsche Nationalhymne abgespielt wird. Gegenüber dem Kölner Express sagte der zwanzig Jahre alte Fußballer, er sei zwar stolz, wenn er die Nationalhymne höre, bete dabei aber aus dem Koran. Das gebe ihm Kraft. „Wenn ich das nicht machen würde, hätte ich ein schlechtes Gefühl“, sagte Özil. (...)

Özil war nach seinem Länderspieleinsatz gegen Südafrika, bei dem er ein Tor schoß, von zahlreichen Medien gefeiert worden. Der Kolumnist der Bild-Zeitung, Franz Joseph Wagner, beispielsweise schrieb nach dem Spiel, es gebe nichts Schöneres, als zu prophezeien, „daß Mesut Özil, Sohn türkischer Eltern, aufgewachsen in Gelsenkirchen, einmal Kapitän der deutschen Nationalelf“ werde. „Wäre das nicht ein Traum von einem Deutschland der Zukunft? Ich liebe diesen Traum.“ (krk)

Fangen wir mal mit dem Türken an: ein guter Journalist, sagen wir so einer wie Michel Friedman, hätte im Interview mit Mesut Özil natürlich sofort nachgefragt:

  1. Worauf ist Özil eigentlich „stolz“, wenn er die deutsche Nationalhymne hört?
  2. Was macht ihn dabei stolz?
  3. Wie bringt er diesen Stolz zum Ausdruck?
  4. Vor allem aber: was genau hält ihn davon ab, die Hymne, deren Hörgenuß ihn „stolz“ macht, mitzusingen?
  5. Singt er, wenn die türkische Elf spielt, die türkische Hymne mit?
  6. Singt er überhaupt?
  7. Darf ein Mohammedaner denn singen?
  8. Darf ein Mohammedaner in einem Staat der „Ungläubigen“ in die Nationalmannschaft? Beamter werden? Bürger werden?
  9. Kann Özil denn Arabisch? Schließlich ist der Koran auf Arabisch geschrieben und darf gar nicht übersetzt werden.
  10. Dann, die alles entscheidende Frage: welche Koranverse „betet“ er denn überhaupt? Da gibt es ja bekanntlich einige, die sehr blutig sind und zur Gewalt gegen die „Ungläubigen“ aufrufen.

Doch nach diesem belanglosen Vorgeplänkel würde man die doofen vorgeschobenen wischi-waschi-Sätze des kleinen türkischen Fußballers dann natürlich hiermit zerschießen: Özil betet während der Hymne nach eigenen Angaben aus dem Koran, das gäbe ihm angeblich Kraft. Aus welchem Grund jedoch macht er dies nicht vor dem Erklingen der Hymne, zum Beispiel während er aufs Feld läuft? Warum und wozu muß er die Hymne „überspielen“? Er betet als Mohammedaner ohnehin fünf mal am Tag, wieso gerade dann, wenn er die Hymne mitsingen könnte oder sollte? Ist das Mitsingen einer anderen als einer arabischen oder mohammedanischen Landeshymne im Koran verboten? – Das wären die Fragen gewesen, die ein intelligenter „Ungläubiger“ dem Mohammedaner zu stellen gehabt hätte! Übrigens: bei so vielen guten und sinnvollen Fragen schenken wir dem Türken Özil die auf der Hand liegende einfache Frage: warum wendet er sich beim „Beten“ statt Singen nicht gen Mekka, wie es vorgeschrieben ist?

Von daher muß man Özils Satz ganz anders hinterfragen. „Wenn ich das nicht machen würde, hätte ich ein schlechtes Gefühl“, sagt Özil. Soll das bedeuten, daß er ein schlechtes Gefühl hätte, als „Deutscher“ die deutsche Nationalhymne zu singen? Warum? Er kann doch 23 Stunden und 58 Minuten pro Tag zu seinem Ölgötzen „allah“ beten, und knappe zwei Minuten für die Nationalhymne Deutschlands opfern, zwei oder dreimal im Jahr... – oder sieht er sich etwa gar nicht als Deutscher? Warum aber hat er dann die deutsche Staatsangehörigkeit? Was hat er in einer Nationalelf zu suchen?

Aktuell: In RTL live am 14.06.2010, mit Günther Jauch und Jürgen Klopp wurde um 19:26 Uhr eine MAZ mit der Türkin Nazan Eckes eingespielt, die den Türken Mesut Özil vor seiner Abreise nach Südafrika in Bremen auf der Weser interviewt hatte; sie hatte diesen wörtlich gefragt, wie seine „Landsleute“ das fänden, daß er für Deutschland spielt... – ergo: diese Leute sehen sich selbst gar nicht als Deutsche an, obwohl man ihnen diese Staatsangehörigkeit nachgeschmissen hat. Die Türkin Nazan Eckes sagte „Landsleute“ und meinte damit die Türken (und so hat der Türke Özil es auch verstanden!), obwohl die Landsleute des (angeblichen!) Deutschen Özil an sich tatsächlich ja die Deutschen wären und nicht die Türken.

Kommen wir abschließend zu dem Dhimmi-Dumm-Geschwätz, das der Kolumnist der Bild-Zeitung, Franz Joseph Wagner, von sich geben zu müssen glaubte. Er sagte, es gebe nichts Schöneres als zu prophezeien, „daß Mesut Özil, Sohn türkischer Eltern, aufgewachsen in Gelsenkirchen, einmal Kapitän der deutschen Nationalelf“ werde. – Einmal davon abgesehen, daß ein BILD-Zeitungs-Journalist sicher nicht zum Propheten taugt, wie kommt Wagner auf eine solche hirnrissige Idee? Soll die deutsche Nationalelf zukünftig statt der Hymne den Gebetsteppich im Stadion ausrollen und die „Schahada“ sagen? Um dann mit einem lautstarken „allahu akbar“ Tore zu schießen?

Wagner kam so richtig in fahrt und geilte sich damals sich weiter an seiner absurden Phantasie auf: „Wäre das nicht ein Traum von einem Deutschland der Zukunft? Ich liebe diesen Traum.“ – Ja, so stellt sich die BLÖD-Zeitung die Zukunft Deutschlands vor, vielen Dank.

Schön für Dich, Franz-Joseph. Für einen normalen Deutschen und Europäer ist so eine perverse Vorstellung übrigens ein Alptraum. Allerdings singt der normale Mensch ja auch seine Hymne mit.

YouTube Video

  • Bildnachweis:
  • Maria, bitt' für uns, by Thomas Max Müller, via Pixelio
  • Gebet 2, by Christine Schmidt, via Pixelio
  • Gebet, by Rike, via Pixelio
  • Buddhistische Mönche beim Gebet, by Manfred Schütze, via Pixelio
  • Gebet an der Klagemauer, Jerusalem/Israel, by Michael Baudy, via Pixelio
  • The Sultan Ahmed Mosque in Istanbul, Turkey. Datum: 2002. Urheber: Dersaadet. Via Wikipedia, Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported

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Schlüsselwörter: Nationalhymne | WM 2010 | Fußball | Löw | Podolski | Özil | Koran
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