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Politik: Welt

Will die Militärdiktatur in Myanmar zur Atommacht aufsteigen?

Know-how aus Nordkorea – Junta-Chef Than Shwe will atomar aufrüsten

Atommodell
Atommodell
Nach einem Bericht aus birmanischen Exilkreisen liebäugelt die Militärjunta unter Than Shwe in Myanmar, dem früheren Birma/Burma, mit der atomaren Aufrüstung. Erste Vorarbeiten zur Entwicklung von Atomwaffen sollen bereits stattgefunden haben. Das sollen Fotos beweisen, die Myanmars Generalstabschef in Raketenfabriken und bei der Unterzeichnung eines Militärabkommens in Nordkorea zeigen.

In dem Abkommen ging es auch um Tunnelbau. So zeigen weitere Bilder und Dokumente ein bereits existierendes, großes Tunnelsystem und von nordkoreanischen Experten entworfene Untergrundkomplexe. Diese sollen sich beim neu erbauten Regierungssitz Naypyidaw befinden, der im gebirgigen Landesinnern angelegt wurde und schon 2005 Rangun als Hauptstadt ablöste. Auch an anderen strategisch wichtigen Orten wurden Fluchtwege und Waffenarsenale bombensicher unterbunkert.

Die jüngsten Meldungen zu Myanmars Ambitionen als aufstrebende Atommacht stammen von der DVB (Democratic Voice of Birma). Dabei handelt es sich um eine in Norwegen befindliche oppositionelle Exil-Organisation, die nach allgemeiner Einschätzung durchaus ernst zu nehmen ist. Zwar heißt es von dort auch, dass Myanmar von einer tatsächlichen Produktion noch weit entfernt sei, aber mit Nordkorea als Verbündeten dürfte dies nicht mehr in allzu weiter Ferne liegen.

Der 30seitige Bericht basiert auf Schriftstücken und Fotos vom Bau zweier Anlagen, die ein birmanischer Ingenieur und Ex-Offizier ins östlich an Myanmar angrenzende Thailand geschmuggelt hatte. Diese waren von Robert Kelly, US-Nuklearforscher und früherer Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) geprüft worden. Kelly hat dann auch den Bericht verfasst, in dem es u. a. heißt: „Birma versucht, Teile eines Nuklearprogramms zusammenzusetzen, vor allem einen Atomreaktor zur Herstellung von Plutonium und zur Urananreicherung.“ Nach Einschätzung Kellys scheint es dabei ausschließlich nur um solche Atomtechnik zu gehen, die für eine Atomwaffenentwicklung sinnvoll ist.

Der US-Senator Jim Webb sagte eine geplante Myanmar-Reise nach der Veröffentlichung des Berichtes im letzten Moment ab. Sollten sich die Vermutungen als wahr herausstellen – und alles deutet hierauf hin – dann würde demnächst Myanmar als erstes Land in Südostasien über Atomwaffen verfügen.

Bereits Ende Mai hatten UN-Diplomatenkreise mitgeteilt, dass Nordkorea möglicherweise Atom- und Raketentechnik nach Myanmar, den Iran und an Syrien verkauft. Ein UN-Expertenbericht hatte verlautet, dass es nahe läge, dass bereits entsprechende Exporte aus dem kommunistischen Nordkorea über Mittelsmänner und dubiose Firmenkonstrukte abgewickelt worden seien.

Fotolegende: Atommodel. Wird uns die atomare Technik dereinst aus dem Universum tilgen? Foto: kaleido3, pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Nordkorea | Myanmar | Birma | Atomwaffen | Raketen | Militärjunta
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Kommentare

122
am 15.06.2010 14:54:01 (217.83.127.xxx) Link Kommentar melden
Jede Diktatur zur Zeit im globalen Dorf will die Atombombe, sie ist das Symbol für "Weltmacht" und warum sollte die Militärjunta unter Than Shwe in Myanmar da anders ticken.
Doch eines ist auch klar, entwickelt hat die Atombombe eine Demokratie und verbreitet auf der Welt hat sie diese auch.
Guter Artikel

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