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Politik: Recht & Co.

Fremde Bilder verwenden? - Niemals ohne Erlaubnis!

Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht wahren, um Abmahnungen zu vermeiden

Der Urheber hat das Recht am Werk!
Der Urheber hat das Recht am Werk!
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte... – aber woher bekommt man gerade ein nettes passendes Bild für einen redaktionellen Artikel oder für einen Gegenstand, den man bei eBay versteigern möchte? – Das Problem ist bekannt: man braucht gerade mal eben aus irgendeinem Anlaß ein schönes aussagekräftiges Bild, und dann geht es per Bildersuche los ins Internet. Passendes Bild gefunden, flugs heruntergeladen, schön auf Hochglanzpapier ausgedruckt beziehungsweise mit pagemaker oder WORD in ein Dokument eingefügt, fertig. Innerhalb von Sekunden ist das Problem gelöst, alle sind glücklich, Freude, Freude, Eierkuchen...

Alle glücklich? Nun ja, unter Umständen vor allem ein Rechtsanwalt und auch die örtliche Gerichtskasse. Denn Bilder sind als „Werk“ im Sinne des Gesetzes urheberrechtlich geschützt, was bedeutet, daß die Nutzungs- und Vermarktungsrechte beim Urheber, in diesem Fall also beim Fotografen liegen. Nur er hat das Recht, darüber zu entscheiden, wann, wie und wo sein Bild verwendet wird. Also Finger weg, sofern er es nicht mit einer entsprechenden „Creative Commons“-Lizenz versehen hat oder es gar als „gemeinfrei“ bzw. „public domain“ klassifiziert hat, dann erst nämlich sollte man dieses Bild weiterverwenden. Unter den vom Urheber benannten Bedingungen selbstverständlich.

Andernfalls könnte man sonst eine ähnliche Erfahrung machen wie jener eBay-Verkäufer, der ein Gerät zur Auktion bereitstellte, für sein eBay-Angebot jedoch unberechtigterweise ein fremdes Bild aus dem Internet verwendete. Ob aus Unkenntnis der Rechtslage, aus Bosheit oder aus Faulheit, ist nicht bekannt, spielt juristisch aber auch nicht die geringste Rolle.

Den konkreten Fall – der unbedingt als eine Komödie durchgehen würde, zumal der Täter vor dem OLG prozessierte, also mit Anwaltspflicht, was die Sache weiterhin verteuert - kann man dort nachlesen:

  • OLG Brandenburg – „Verwendung fremder Fotos in eBay-Auktionen kann teuer werden“ – Eine kommentierende Zusammenfassung der Berliner Kanzlei Blechschmidt & Kümmerle
  • OLG Brandenburg 6 U 58/08 – www.dejure.org mit vielen weiteren links zu Volltextveröffentlichungen, Kurzfassungen, Presseartikeln und Besprechungen
  • Original: Brandenburgisches Oberlandesgericht – Pressestelle –

Das ist also sicher nicht der Weg, der zum Erfolg führt. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Ganz einfach,

  1. man macht selber gute und interessante Fotos,
  2. man nimmt Fotos, die freigegeben oder bereits gemeinfrei sind
  3. man kauft Fotos zwecks Publikation und Internetnutzung, oder
  4. man läßt es eben ganz und verzichtet auf eine Visualisierung.

Übrigens: wer sich ein Paßfoto oder ein Bewerbungsfoto von einem Profi erstellen läßt, hat damit nicht automatisch das Recht erworben, dieses Bild im Internet zu verwenden, man hat zwar selbst das Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild, doch der betreffende Fotograf genießt den Schutz seines Werkes durch das Urheberrecht.

Zum Glück gibt es – hinsichtlich der oben genannten Anwendungen – für den illustrationswilligen Autor oder eBay-Verkäufer Menschen, die gute Bilder machen und diese auf frei zugänglichen Datenbanken veröffentlichen.

Im Gesetzbuch steht's!
Im Gesetzbuch steht's!
Einige freie Bilddatenbanken (bitte dort jeweils die Nutzungsbestimmungen beachten!) sind:

Die Bilder von Pixelio können immer frei verwendet werden, sofern der Name des Urhebers, also des Photographen, genannt wird und Pixelio als Quelle angegeben wird; am besten die Quelle per Link verknüpfen. Ebenso sind die Bilder von Photopia in aller Regel frei zu benutzen, unter denselben Bedingungen wie erwähnt. Bei flickr muß man jedoch genau aufpassen und zweimal hinsehen: nicht alle Bilder sind frei, doch nur diese freien Bilder sollte man verwenden. Bei dem hier als Bild 2 verwendeten Werk des Photopia-Nutzers des Namens „geralt“ werden die Bedingungen klar genannt:

Nutzungsrechte
  • Das Bild darf veröffentlicht werden.
  • Mein Name/Link MUSS als Quelle erscheinen.
  • Das Bild darf bearbeitet werden.
  • Das Bild darf nur redaktionell verwendet werden.
Genauere Informationen finden Sie unter dem Punkt Nutzungsbedingungen.

Hier gibt es nun mehrere Möglichkeiten, bei einem Artikel kann man am Ende einen Bildnachweis anführen, es ist aber auch denkbar, auf eine Bildunterschrift zu verzichten und stattdessen das Copyright bzw. die Lizenz und den Rechteinhaber zu nennen. Wichtig ist, daß dem Leser eines Artikels ohne weitere Umstände deutlich wird, daß der Autor des Textes nicht gleichzeitig der Urheber der Grafik oder Fotografie ist. Das hat mit der Unterscheidung von „mein“ und „Dein“ zu tun und ist letztlich einfach nur Ausdruck von fairness. Wenn man das Bild – falls die Lizenz das erlaubt! – verändert, sollte man aus Gründen der Dokumentation das im Bildnachweis auch anmerken.

Der Schönfelder... - unentbehrlich!
Der Schönfelder... - unentbehrlich!
Bei den über flickr bereitgestellten Bildern sollte man als erstes genau prüfen, unter welcher Lizenz der Urheber das Bild veröffentlicht hat. Steht dort „©Alle Rechte vorbehalten“, dann bedeutet das logischerweise, daß sich der Urheber alle seine Rechte vorbehalten hat, und man sollte das Bild daher nicht verwenden. Falls man Zeit und Lust hat, schreibt man ihn an, schildert die geplante oder gewünschte Verwendung und harrt der Dinge, die da kommen. Wenn man Glück hat, bekommt man eine Erlaubnis, bis dahin aber ist das Bild tabu. So gerne man das eine oder das andere verwendet hätte, hier bleibt dann nur die Verlinkung, nicht aber die Möglichkeit der eigenen Veröffentlichung! In einem solchen Fall weicht man besser aus auf ein anderes Bild, wie hier im nebenstehenden Beispiel des „Schönfelder“ (Bild 3).

Das Gesetz
Das Gesetz
In den anderen Fällen steht bei flickr dann z.B. „Bestimmte Rechte vorbehalten“, und der Link führt zu der entsprechenden Lizenz, die die Bedingungen nennt, im konkreten Fall also die „Creative Commons Lizenz Namensnennung – Keine kommerzielle Nutzung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert)“, kurz auch „CCL by-nc-sa 2.0“ genannt, wobei das „deutsch“ im link nur darauf hinweist, daß es sich um die deutsche Übersetzung handelt, nicht um originär deutsches Recht. Die CC-Lizenz im konkreten Fall sagt hier folgendes aus:

Sie dürfen:
  • das Werk bzw. den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen
  • Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigen

Zu den folgenden Bedingungen:

  • Namensnennung — Sie müssen den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.
  • Keine kommerzielle Nutzung — Dieses Werk bzw. dieser Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.
  • Weitergabe unter gleichen Bedingungen — Wenn Sie das lizenzierte Werk bzw. den lizenzierten Inhalt bearbeiten oder in anderer Weise erkennbar als Grundlage für eigenes Schaffen verwenden, dürfen Sie die daraufhin neu entstandenen Werke bzw. Inhalte nur unter Verwendung von Lizenzbedingungen weitergeben, die mit denen dieses Lizenzvertrages identisch oder vergleichbar sind.

Gerechtigkeit
Gerechtigkeit
Ähnlich unkompliziert wie aus der Quelle Pixelio sind die Bilder zu verwenden, die in Wikipedia eingebunden sind, also die Wikimedia Commons-Dateien; hier hat man eine klare Dokumentation, woher die Bilder stammen, und eine leicht überprüfbare Form der Lizenzierung. Bei Verwendung dieser Bildquellen ist man also stets auf der sicheren Seite. Außerdem ist man hier international, was sicher ein Vorteil ist.

Zum Abschluß: wer nun glaubt, man könne doch Bilder aus dem Internet nehmen, und hinterher behaupten, es seien eigene, der irrt gewaltig. Dies sei einmal am Beispiel kommerzieller Bilder-Datenbanken erläutert. Wie man an diesem Bild der Datenbank fotolia sehen kann, sind die Bilder signiert. Wer nun aber glaubt, besonders schlau sein zu können und meint, sich einen Bildausschnitt hieraus besorgen zu müssen oder gar in Photoshop die sichtbare Signatur entfernen will, der sei gewarnt: selbstverständlich kann man heutzutage Bilder unsichtbar signieren. Das ist bei Musik- oder Video-Dateien gang und gäbe, nur so können Abmahnanwälte deren unberechtigte Verwendung nachweisen. Zum Trost: einige Bilder von fotolia gibt es bei facebook auch umsonst...

Lügen und Betrügereien fliegen immer auf, es ist nur eine Frage der Zeit. Daher: am besten schläft man mit ruhigem Gewissen, also nur legal Bilder verwenden. Das heißt: solche, deren Verwendung der Urheber zugestimmt hat, in welcher Weise auch immer.

YouTube Video

  • Bildnachweis:
  • Description: English: „Peruzzi working like a photographer at the Gazeta esportiva at the 50's“/Português: „Peruzzi como repórter fotográfico da Gazeta Esportiva na década de 50“. Date: 24 July 2008. Source: Own work. Author: DrPeruzzo. Licensing: I, the copyright holder of this work, hereby release it into the public domain. This applies worldwide. In case this is not legally possible: I grant anyone the right to use this work for any purpose, without any conditions, unless such conditions are required by law. Via Wikipedia.
  • „Vor sich her schieben 008“ by geralt via Photopia.
  • „Die „Ziegelstein“ genannte Loseblattsammlung“. Schönfelder: Deutsche Gesetze (German laws). By McLeod via Wikipedia, CCL „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“ u.a.
  • „Das Gesetz“ by asthmatic via flickr.
  • „Gerechtigkeit“ by Thorben Wengert, insektivor212/pixelio.de, Image-ID: 450287

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Schlüsselwörter: Foto | Bild | Urheberrecht | copyright | Pixelio | public domain
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Kommentare

357
am 17.06.2010 11:15:48 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Ein stets aktuelles Thema! Gut geschriebener Artikel, außerdem sehr leicht verständlich, auch für Nichtjuristen!
286
am 19.06.2010 10:10:10 (217.92.25.xxx) Link Kommentar melden
Der Zeichner in dem Video ist ja megascharf Grin
331
am 22.06.2010 22:04:24 (80.237.191.xxx) Link Kommentar melden
Danke für die Tips mit den Bildern! Smile
causa
am 09.06.2011 18:04:47 (80.153.157.xxx) Link Kommentar melden
Wieso darf dann Google in seiner Suche Bilder und Texte zeigen???
Gata Linda
am 09.06.2011 19:01:06 (81.44.74.xxx) Link Kommentar melden
weil Google, wie gemeinhin bekannt sein dürfte, seinen Sitz in USA hat und eben nicht in Deutschland...
Andere Länder, andere SittenWink
Peter Maier
am 11.06.2011 11:37:57 (93.219.171.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 14.06.2011 00:47:01.
kommt123
am 13.06.2011 22:34:43 (92.224.146.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 14.06.2011 00:48:13.
ra kuemmerle
am 27.02.2012 18:24:24 (89.246.194.xxx) Link Kommentar melden
Ein wirklich gelungener Artikel. Kleine Anmerkung, Anwaltszwang besteht bereits beim Landgericht, nicht erst beim OLG. Danke natürlich für den Link auf unsere Webseite. Zum Thema selbst hatten wir gerade heute eine aktuelle Entscheidung des OLG Braunschweig veröffentlicht. Dort ging es erneut um Lichtbilder, die bei einem eBay-Verkauf verwendet wurden. http://t.co/kD6IbNpE

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