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Lokales: Sonstiges

In Paris gibt es jetzt die Versicherung für Schwarzfahrer

7 Euro Monatsbeitrag gegen 50 Euro Schwarzfahrerstrafe – RATP: Illegales Randphänomen

RATP-Bus in Paris.
RATP-Bus in Paris.
Vor allem Jugendliche, aber auch Erwachsene, machen es. Die einen weniger, die anderen mehr: Das Schwarzfahren – die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wie Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen. Solange es gut geht hat man den Fahrpreis gespart. Aber wird man erwischt, dann wird es so richtig teuer. Was veranlasst jemanden dazu Schwarz zu fahren? Ist es wirklich immer nur die Geldknappheit? Oder liegt es auch am Nervenkitzel?

Die Franzosen waren recht erfinderisch, was das Schwarzfahren anbelangt. In Paris schlossen sich notorische Schwarzfahrer zusammen und gründeten „Versicherungsvereine“ für die Schwarzfahrer. Diese werden Mutuelles genannt, genauso wie die Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit. Inzwischen soll es bis zu einem Dutzend solcher Mutuelles geben. Bisher kaum bekannt gehen die Pariser Schwarzfahrer inzwischen an die Öffentlichkeit und scheuen selbst die Fernsehkameras nicht.

Die in den Versicherungsvereinen vereinigten Schwarzfahrer „kämpfen“ nämlich inzwischen auch für eine allgemeine kostenlose Beförderung der Fahrgäste. Ein „politischer Kampf“ gewissermaßen für eine „Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Nulltarif“. Der 22jährige Frédéric ist der Gründer einer solchen Schwarzfahrer-Versicherung. Er gab der Tageszeitung „Le Parisien“ kürzlich ein Interview und erklärte, wie es funktioniert. Erst dadurch wurde die Sache großräumig bekannt.

Fünf bis sieben Euro kostet der Monatsbeitrag, den die „Versicherten“ einzahlen. Dafür wird die Strafe von 50 Euro (bei sofortiger Barzahlung) bzw. 72 Euro (auf Rechnung) bezahlt, wenn sie einmal erwischt werden. Der „Versicherungsbeitrag“ ist deutlich günstiger als eine Monatskarte für 56,50 Euro im Pariser Stadtbereich.

Etwa 4,2 % der Metro-Benutzer und 6,2 % der Bus-Benutzer fahren nach offiziellen Angaben der Pariser Verkehrsbetriebe RATP schwarz. Inoffiziell wird die Zahl jedoch im Gesamten auf 5 % der Pariser in der Innenstadt und 10 % in den Vororten geschätzt. Um die 80 Millionen Euro sollen so den Verkehrsbetrieben jährlich durch die Lappen gehen. Noch sind diese Vereine nach Einschätzung der Pariser Verkehrsbetriebe eine illegale Randerscheinung. Streng genommen ist es auch Betrug und kann bestraft werden.

Jetzt darf man sicher mal gespannt darauf sein, ob das Pariser Schwarzfahrer-Modell Schule macht und sich auch woanders einbürgert…

Fotolegende: Beliebtes Objekt der Pariser Schwarzfahrer: Ein Bus der RATP. Foto: © Fabio Sommaruga, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Paris | Schwarzfahrer | Schwarzfahren | öffentliche Verkehrsmittel | Versicherung für Schwarzfahrer
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Kommentare

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am 10.09.2010 07:12:14 (124.160.102.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 10.09.2010 08:36:11.

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