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Politik: Deutschland

Altbundespräsident Horst Köhler

„Diese Kritik ... läßt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen“

Altbundespräsident Horst Köhler
Altbundespräsident Horst Köhler
Deutschland hat nicht immer Glück mit seinen Bundespräsidenten gehabt. Unvergessen unser Heinrich Lübke, der eine Rede in einem afrikanischen Land auch schon mal mit „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger!“ begonnen haben soll. Man nannte ihn ja auch gern Wilhelm Lübke, da seine Frau Wilhelmine hieß und als ebenso dominant galt wie er tüttelig war...

Nicht besonders respektvoll, gewiß nicht, aus gutem Grund allerdings. Auch der Alt-Nazi Karl Carstensen – bereits recht früh, nämlich seit 1934 Mitglied im Sturm 5/75 der SA – oder der nicht ganz unumstrittene Theodor Heuss, der für das Ermächtigungsgesetz stimmte und Hitler damit zum Reichskanzler des Deutschen Reiches machte, waren keine Glanzlichter in diesem Amt. Eher schon der über Parteigrenzen hinweg geachtete Roman Herzog, auch der Laienprediger Johannes Rau, und selbstverständlich der Erzdemokrat Gustav Heinemann.

politically incorrect: Horst Köhler tritt zurück

Heute nun hat Horst Köhler seinen Rücktritt vom höchsten Staatsamt erklärt. Warum? Er war doch geachtet und akzeptiert? Mag sein, aber er war nicht respektiert! Insofern war der Schritt richtig, und er ist gut:

„Meine Äußerungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr am 22. Mai dieses Jahres sind auf heftige Kritik gestoßen. Ich bedauere, dass meine Äußerungen in einer für unsere Nation wichtigen und schwierigen Frage zu Missverständnissen führen konnten. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.

Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten - mit sofortiger Wirkung. Ich danke den vielen Menschen in Deutschland, die mir Vertrauen entgegengebracht und meine Arbeit unterstützt haben. Ich bitte sie um Verständnis für meine Entscheidung.

Verfassungsgemäß werden nun die Befugnisse des Bundespräsidenten durch den Präsidenten des Bundesrates wahrgenommen. Ich habe Herrn Bürgermeister Böhrnsen über meine Entscheidung telefonisch unterrichtet, desgleichen den Herrn Präsidenten des Deutschen Bundestages, die Frau Bundeskanzlerin, den Herrn Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts und den Herrn Vizekanzler. Es war mir eine Ehre, Deutschland als Bundespräsident zu dienen.“

Quelle: offizielle Pressemeldung

Das muß man erst einmal verdauen. Denn welche Lappalie war der Anlaß, den höchsten Repräsentanten dieser Republik zu schmähen? Er sagte doch nichts als die Wahrheit, denn er hatte nach einem Besuch der Truppe in Afghanistan in einem Hörfunk-Interview lediglich erklärt, im Notfall sei auch „militärischer Einsatz notwendig (…), um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege“.

IMF Managing Director H. Köhler and Bono
IMF Managing Director H. Köhler and Bono
Ja, selbstverständlich! Was gab es daran denn zu kritisieren? Es wird z.B. Zeit, den Piraten vor der somalischen Küste endlich das Handwerk zu legen, und zwar auch mit militärischen Mitteln! Aber die Querfront aus Linken, Gutmenschen, Islamophilen, Besserwissern und Terrorverharmlosern – mit einer deutlichen Überlegenheit in den Medien – hat dagegen polemisiert. Man meinte, den Bundespräsidenten belehren und öffentlich kritisieren zu müssen.

Nun hat Horst Köhler ein feines Exempel statuiert: einen Bundespräsidenten, der immerhin das höchste Amt im Staat innehat und diesen somit repräsentiert, kritisiert man nicht mit losem Maul, wie man einen mißliebigen Fußballtrainer anmacht. Man macht ihn auch nicht zur Schnecke, wie man es sich vielleicht bei irgendeinem minderqualifizierten Zuträger glaubt leisten zu können.

Immanuel Kant hat uns den kategorischen Imperativ beigebracht; Horst Köhler hat nun den respektvollen Imperativ wieder in die deutsche Politik eingeführt. Danke! Dieser Respekt ist übrigens einer vor dem Amt, primär, und erst in zweiter Linie einer vor der Person.

Man sollte außerdem die Biografie des Bauernsohns Dr. Horst Köhler nicht unerwähnt lassen. Er war, je nachdem, welchen Maßstab man anlegt, Rumäne, Pole und Deutscher. Übrigens ist er von der Ausbildung her Diplom-Volkswirt und ebenso Leutnant der Reserve.

Biografie

Herkunft

Horst Köhler wurde im polnischen Skierbieszów geboren. Der Ort lag zu dieser Zeit im damaligen Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete, der heutigen Woiwodschaft Lublin. Nach der 1939 erfolgten deutschen Besetzung wurde der Ort Skierbieszów in „Heidenstein“ umbenannt. Köhler kam als siebtes von acht Kindern einer bessarabiendeutschen Bauernfamilie zur Welt. Seine Eltern, Eduard Köhler und Elisabeth Köhler geb. Bernhard, lebten ursprünglich im rumänischen Nord-Bessarabien. Dort wohnten sie in Rîscani (deutsch: Ryschkanowka) (Rajon Rîscani), etwa 30 km nördlich von Balti, im heutigen Moldawien. Das Dorf wurde 1865 von deutschen Siedlern mitgegründet und hatte 1940 rund 400 deutschstämmige Bewohner. Im Sommer 1940 fiel als Folge des Hitler-Stalin-Paktes die rumänische Provinz Bessarabien durch militärische Besetzung an die Sowjetunion. Die Familie schloss sich im Herbst desselben Jahres mit anderen sogenannten Volksdeutschen der Umsiedlung aus Bessarabien unter dem Motto Heim ins Reich an. Die Zeit im Deutschen Reich verbrachte die Familie Köhler wie andere Umgesiedelte nahezu zwei Jahre lang in einem Lager. Im August 1942 siedelte man sie als selbstständige Bauern auf einem Hof in Skierbieszów nahe der Kreishauptmannschaft Zamosc im Distrikt Lublin an. Zuvor hatte die SS den Ort von den polnischen Bewohnern für die Umsiedler geräumt. Im Folgejahr 1943 wurde Horst Köhler geboren.

Horst Köhlers Rücktritt haben wir übrigens dem GRÜNEN Nichtsnutz und ex-KB-Journalisten Jürgen Trittin zu verdanken.

Aber dazu dann ein andermal.

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Schlüsselwörter: Horst Köhler | Bundespräsident | Rücktritt | Klartext
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Kommentare

334
am 31.05.2010 22:48:05 (80.187.106.xxx) Link Kommentar melden
Nun gut, es war schon ein Fauxpas bei einem Afghanistanbesuch von Krieg bzgl. der Sicherung der Handelswege zu reden. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Wer aber meint, das zum Anlass nehmen zu müssen, über Köhler herzuziehen, degradiert sich selber und kann nur als übelster Pöbel bezeichnet werden. Den Rücktritt halte ich auch für überzogen. Köhler war jedenfalls der erste Präsident, der nicht nach der Pfeife der Regierenden tanzte.

Es gibt nicht den geringsten Anlass nun Schmutzkübel über ihn zu ergießen. Wer das tut beweist nur Dummheit und mangelnde Bildung. Köhler war und ist bei den Bürgern beliebt.
Kindergaertner
am 01.06.2010 02:40:19 (92.225.112.xxx) Link Kommentar melden
Bitte den Link zu PI-News entfernen. Das ist m.E. übler rechtsradikaler Dreck. Danke.
334
am 01.06.2010 10:56:23 (80.187.97.xxx) Link Kommentar melden
Hier zeigt sich mal wieder, dass das linke und grüne Gerümpel noch nicht einmal vor dem Präsidenten der BRD haltmacht. Wenn sich die Parteien untereinander kloppen, mag das angehen, aber den Präsidenten in ihren Dreck mit hineinzuziehen, geht ja wohl zu weit.Angry
334
am 01.06.2010 11:52:23 (80.187.97.xxx) Link Kommentar melden
Hier verkehrt ja auch noch so einer, dessen Geist nicht ausreicht, vernünftig zu argumentieren und der mit Fäkalien nur so um sich wirft.

http://www.online...#post_6360

Das ist die Klientel der Linken:

http://www.online...#post_6212
Kindergaertner
am 01.06.2010 12:29:32 (78.52.140.xxx) Link Kommentar melden
Klaus Töpfer wird es.
Kindergaertner
am 01.06.2010 13:48:44 (78.52.140.xxx) Link Kommentar melden
Käßmann fände ich großartig als Kandidat. Ich mag die Frau, die hat Courage.
334
am 01.06.2010 14:46:20 (80.187.97.xxx) Link Kommentar melden
Bei Köhler hat mich nur gestört, dass er, als noch nicht Präsident war, befürchtete, dass südeuropäische Länder mit dem Euro finanziert werden und das auch ablehnte. Im Falle Griechenlands hat er sich um 180° gedreht. Das wäre ein Thema, warüber man diskutieren kann, aber nicht über die Pöbeleien einiger geistig Behinderter.

Bei Käßmann, welche ich auch befürworte, steht aber zu befürchten, dass sie auch den Anfeindungen der Linken sowie der Grünen und deren hirntoten Anhängern ausgesetzt sein wird. Die sind so primitiv, dass sie noch die Trunkenheitsfahrt wieder auspacken, weil sie sonst nichts in der Hand haben.
Um Himmelswillen nicht die Gesine Schwan schon wieder.
286
am 01.06.2010 15:06:03 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Es sollte schon endlich mal eine Frau sein. So schlecht fand ich Gesine Schwan jetzt nicht auf einem rein repräsentativen Posten. Noch besser wäre natürlich Charlotte Knobloch. Wink

Cool Ich selber darf leider nicht, bin zu jung.
334
am 01.06.2010 15:16:10 (80.187.97.xxx) Link Kommentar melden
Wieso? Ist da Ausweiskontrolle?Frown
durlach1
am 01.06.2010 17:34:27 (82.11.56.xxx) Link Kommentar melden
Bin alt genug, mich an Karl Carstens (nicht Carstensen) zu erinnern.
ich glaube nicht, dass der Ruecktritt unvermeidbar war,
aber vielleicht hat Koehler von der Politik - von der er ja nicht kam, die Nase voll gehabt...

mach es wie die sonnenuhr, zaehl die heitren stunden nur!...Wink
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