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Politik: Europa

Der Euro in der Krise

Sparen, sparen, sparen – Aber wie und wovon?

Der Euro fällt - und fällt - und fällt...
Der Euro fällt - und fällt - und fällt...
Griechenland hat es ausgelöst, das Euro-Beben. Alle Euroländer müssen helfen um den Euro zu retten. Das bedeutet Sparen an allen Ecken und Kanten, das bedeutet aber unweigerlich auch Steuererhöhungen, weil die Regierungen unfähig sind keine sinnlosen Ausgaben mehr zu machen. Einen Teil der Schuld tragen natürlich auch die Steuersünder, die Steuerhinterzieher im großen Stil. Und in Anbetracht der finanziellen Situation der Euro-Länder kommt doch die „Affäre“ mit den Steuerhinterzieher-CDs gerade richtig…

Auch Problemland Nr. 1, Griechenland, hat sein Steuersünderproblem. Jetzt endlich wollen es die Griechen angehen und machen ernsthafte Jagd auf die Steuersünder im Land. Insgesamt sind hier 827.396 Steuersünder mit einer Steuerschuld von 32 Milliarden Euro aktenkundig. Die Dunkelziffer ist nicht bekannt, aber man schätzt dass hier dem Staat jährlich bis zu 15 Milliarden Euro entgehen.

Die bekannten Steuersünder erhielten nun ein Schreiben vom Finanzamt. Das setzte ihnen eine Frist bis zum 31. Mai ihre Steuerschuld zu begleichen. Wer von ihnen jetzt zahlt, dem werden 80 % der Säumniszinsen erlassen. Wer nicht zahlt, dem drohen nun eine Konfiszierung von Grund- und Immobilienbesitz und das Einfrieren der Konten.

Die Steuersünderjagd, die Griechenland jetzt betreibt, kann auch für viele Griechen zum lukrativen Geschäft werden, denn wer einen Steuerhinterzieher denunziert, der bekommt eine Belohnung von 10 % der geschuldeten, zumindest aber der eintreibbaren Summe. Dies soll bereits am kommenden Dienstag, dem 1. Juni 2010, in Kraft treten. Auch werden nun vermögende Steuerhinterzieher öffentlich genannt. Dazu gehören in erster Linie freiberufliche Ärzte und Rechtsanwälte, bei denen es in Griechenland schon fast Tradition ist keine Rechnung auszustellen. Bei der Nennung werden auch die tatsächliche oder vermeintliche Steuerschuld benannt…

Eine neue Hiobsbotschaft kam jetzt auch von der Ratingagentur Fitch. Die senkte Spaniens Kreditwürdigkeit gestern um einen Punkt zurück. Spaniens wirtschaftlicher Anpassungsprozess wird schwieriger und dauert wohl länger als bei anderen Ländern. Die Bekanntgabe der Rückstufung ließ den Euro wieder einmal fallen – um einen halben Prozentpunkt auf derzeit 1,2292 US-Dollar.

Ansonsten heißt es derzeit in allen Euro-Ländern: Sparen, sparen, sparen. Fragt sich so manch einer nur: Wovon? Im Gespräch sind dafür dann auch spätere Rentenzahlungen, höhere Abgaben und Steuern, Lohnkürzungen – in Deutschland auch bei Hartz IV. Rund eine halbe Milliarde Menschen vom hohen Nordosten Europas bis in europäische Südwestspitze sind betroffen, die nun die Ausläufer des griechischen Euro-Bebens zu spüren bekommen.

In Rumänien werden die Gehälter von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst um 25 % gekürzt und offene Stellen nicht wieder besetzt. Selbst die Parlamentarier kürzen ihre Diäten. Letzteres sollte man auch in Deutschland und den anderen Euro-Ländern machen. Wäre doch der erste und beste Schritt zum Anfang des Sparens…

Fotolegende: Wie die EU-Fahne sich hängen lässt, so auch der Trend des Euros: Ab in den Keller. Foto: © Viktor Mildenberger, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Euro | Finanzkrise | Eurokrise | Griechenland | Deutschland | sparen
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Kommentare

122
am 08.06.2010 14:19:27 (217.83.78.xxx) Link Kommentar melden
"Griechenland hat es ausgelöst, das Euro-Beben", denke die Aussage ist falsch. Ausgelöst haben es die Politiker, die Reichen und ihre Fondmanager. Griechenland war nur das schwächste Glied in der Kette, als die Heuschrecken nach dem Platzen der Immoblase ein neues Feld suchten.
Die EU hat durch die vielen Fehler nur bewirkt, dass der Euro ins Gerede kam, mit 1,25 liegt er 25 Cent über dem Grundwert zum Dollar.
Bei der Einführung des Euros hatte man uns verprochen, 1 Dollar gleich einem Euro, was wollen wir also.
Die Griechen müssen nur die Korruption bekämpfen, gerade wenn die Schmiergelder aus Deutschland kommen. Und sie müssen eine ausgelichene Handelsbilanz schaffen, das heißt nicht jeden Mist aus Deutschland einführen. Wink
ämpeb

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